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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
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    Hallo!

    Ich studiere in Österreich und bin aktuell im (K)PJ. Die Phase, in der ich mich für ein Fachgebiet und einen Standort entscheiden muss, rückt näher.
    Leider gibt es nirgends in meinem Umfeld einen Rahmen, in dem man strukturiert Informationen einholen könnte, was Optionen diesbezüglich angeht. In meinem privaten Umfeld sind keine Ärzte und die Präferenzen der näheren Studienkollegen überlappen sich nicht mit meinen eigenen. Die da wären: Ich will ein medizinisch hochrelevantes Fach machen. Hochrelevant definiere ich folgendermaßen:
    * Therapie von ernsten, potentiell lebensbedrohlichen Erkrankungen bedeutsamer Organe (z.B. keine Augenheilkunde)
    * Man hilft in einem Ausmaß, dass es den Patienten später maßgeblich besser gehen kann (z.B. keine Palliativmedizin)
    * Breites Patientengut (nicht ausschließlich seltene genetische Erkrankungen)

    Fächer die daher in Frage kommen wären meiner Einschätzung nach Innere Medizin (am liebsten mit Spezialisierung), Allgemeinmedizin, und vielleicht noch Notfallmedizin (ohne Anästhesie).

    Ich habe im Laufe der letzten Monate und Jahre noch so einige weitere Vorstellungen/Vorurteile entwickelt, von denen ich nicht immer ganz weiß, ob ich damit richtig liege.
    * Als Allgemeinmediziner ist man nur der Überweiser, der quasi nur zusieht, wie andere die wahre Arbeit tun
    * Als Allgemeinmediziner kann man sich nicht daran erfreuen, Experte für etwas zu sein
    * Als Allgemeinmediziner im Krankenhaus (Stationsarzt) ist man der ungeliebte Trottel für die Standardaufgaben und ist den Fachärzten ständig unterlegen, was deren Fachgebiet angeht
    * Als Internist im Krankenhaus sieht man die Patienten zu stationären Aufenthalten, päppelt sie ein wenig auf, und hat entweder keine Ahnung was danach mit ihnen passiert, oder sie sind Dauergäste und man hat das Gefühl gegen Windmühlen anzukämpfen
    * Von Internisten mit Praxis habe ich am wenigsten Vorstellung, kenne bisher nur zwei Typen; die Variante OP-Freigaben-Aussteller, und die Variante Professor mit Privatpraxis, beides keine schönen bzw. mittelfristig erreichbaren Ziele

    Und als wäre das noch nicht bedrückend genug:
    * Wer nicht im Top-Uni-Klinikum seinen Facharzt macht, wird diesen Fachärzten immer etwas unterlegen sein
    * Sobald man ein Top-Uni-Klinikum verlässt, war's das mit State-Of-The-Art-Medizin, die kleinen Spitäler hinken stets etwas hinterher; der "Spirit" ist dort ein anderer
    * Wer in einem kleineren Krankenhaus arbeitet und die schwierigeren Fälle an die Kompetenzzentren transferiert, muss doch das Gefühl haben, versagt zu haben (was haben die, was wir/ich nicht habe/kann? Späße wie 7-Tesla mal ausgenommen, dafür kann ich ja wirklich nichts).

    Mein Zukunftstraum wäre: Hausarzt-Internist, sprich: umfassende Betreuung eines Patienten mit umfangreichen Wissen über die interne Medizin, eigene Praxis. Nebenbei (bzw. Vollzeit bis zur Praxisgründung) Arbeit auf einer Inneren in einem Nicht-Uni-Klinikum, in dem trotzdem dezidiert Spitzenmedizin betrieben wird, Leitlinien druckfrisch umgesetzt werden, Fortbildungen regelmäßig stattfinden, Spezialambulanzen durch motivierte Kollegen betreut werden. Die Patienten, die ich im Krankenhaus stationär sehe, landen vor oder nach diesem Aufenthalt in meiner Praxis, sodass ich sie in allen Phasen sehe und betreue.

    So, und nun würde ich mich wahnsinnig darüber freuen, dieses Gebilde an Fantasien und Vorurteilen von euch mit konkreten Erfahrungen und Wissen über die Realität zerschmettert bzw. ummodeliert zu bekommen, damit ich im Endeffekt schlauer bin und besser weiß, was ich später tun soll...



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  2. #2
    Endgegner besiegt Avatar von WackenDoc
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    So wie du dir das vorstellst, funktioniert das nicht.

    Nach deinen Vorstellungen wäre Chirurgie an einem Maximalversorger/Uniklinikum das Richtige für dich. Am besten nen Haus mit Spezialruf- UKE, Charite oder so. Alles andere ist nur Schmalspurmedizin.
    This above all: to thine own self be true,
    And it must follow, as the night the day,
    Thou canst not then be false to any man.
    Hamlet, Act I, Scene 3



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  3. #3
    the day after
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    04.05.2003
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    9.504
    Du bist im KPJ und hängst diesen Fantasien nach? Ernsthaft?

    Mal abgesehen von allem anderen: eigene Praxis und gleichzeitig am superaktuellen Maximalversorger tätig sein - wie stellst du dir das allein zeitlich vor? Und selbst wenn du beim maximalversorger mit spezialambulanzen bist: du wirst nicht überall gleichzeitig sein können.

    Wie gesagt, ich finde deine Überlegung unrealistisch und für einen Studenten am Ende des Studiums sehr irritierend. So praxisfern ist das Studium in Österreich doch gar nicht.



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  4. #4
    Registrierter Benutzer
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    Also ich finde es auch ein bißchen arg überzeichnet und schwarz-weiß gemalt.

    Bleibt man bei deiner straffen Struktur, dann geht es meiner Meinung nach nur, wenn man sich entscheidet ob man entweder der Spezialist für die breite Masse sein möchte - oder eber jemand der ein umgrenztes Fachgebiet möglichst genau beherrscht.

    Mir fehlt ein wenig der private Aspekt bei deinen Überlegungen ... Das Bedürfnis nach Privatleben merke ich gerade imsens - habe ich früher soviele Dienste wie möglich gemacht, fehlt mir aktuell dazu schlicht jede Motiviation trotz üppiger Bezahlung.

    Zum Thema Grundversorger als Überweiser: Einseits klar, man kann nicht alles können - muss bei den Befunden aber den Überblick behalten, oft auch steuernd eingreifen. Spätestens aber wenn dein Patient nicht in die Klinik will und der ortsansässige Spezialist nicht zeitnah kann bist du gefordert....Auf der anderen Seite: Zumindest mich hindert hier niemand bspw. auch Ultraschall (inkl. Herz- und Gefäße) in der Praxis anzubieten und mir so schon einen gewissen Schwerpunkt zu erarbeiten. Wenn ich mir meine basis-versorgenden Kollegen so anschaue - der eine hat den Titel "Chirotherapie" und macht entsprechend viel auch sportmedizinisch (was mir nun gar nicht liegt). Besonders aber die Tatsache sich breit auszukennen macht es einen bei den fächerübergreifenden Erkrankungen im differentialdiagnostischen Denken deutlich einfacher.



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  5. #5
    Registrierter Benutzer
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    30.06.2018
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    Zitat Zitat von WackenDoc Beitrag anzeigen
    So wie du dir das vorstellst, funktioniert das nicht.

    Nach deinen Vorstellungen wäre Chirurgie an einem Maximalversorger/Uniklinikum das Richtige für dich. Am besten nen Haus mit Spezialruf- UKE, Charite oder so. Alles andere ist nur Schmalspurmedizin.
    Chirurgie interessiert mich nicht. Davon abgesehen: Gibt es einen Grund warum du Chirurgie als das Optimum empfiehlst, im Gegensatz zu Innere?

    Zitat Zitat von Solara Beitrag anzeigen
    Du bist im KPJ und hängst diesen Fantasien nach? Ernsthaft?

    ich finde deine Überlegung unrealistisch
    Dass die Vorstellungen überspitzt sind und die Fantasie vom Zukunftstraum unrealistisch ist, ist mir natürlich klar. Ich wollte aber möglichst eindeutig klar stellen, was ich aus welchen Gründen (nicht) ideal finde, um dann Rückmeldungen zu allen Facetten zu bekommen.

    Zitat Zitat von Solara Beitrag anzeigen
    eigene Praxis und gleichzeitig am superaktuellen Maximalversorger tätig sein - wie stellst du dir das allein zeitlich vor?
    Zumindest schonmal schwierig. Aber ich benötige Erfahrungswerte von Leuten, die das so gemacht, versucht oder die Idee verworfen haben, um auszuloten, was dann tatsächlich in Frage kommt.



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