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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
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    Hallo ihr Lieben

    dieser Thread soll keineswegs das Fach Medizin oder den Beruf Arzt abwerten. Im Gegenteil. Ich ziehe meinen Hut vor allen, die es geschafft haben, einen Platz zum Studium zu ergattern und vor allem vor denen, die dieses bereits gemeistert haben und sich schon bald zu den deutschen Top-Ärzten zählen können und unsere Gesellschaft mit ihrer sehr wichtigen Aufgabe bereichern, meine Anerkennung habt ihr.

    Ich will dennoch Motive offenlegen, die mich persönlich dazu bewogen haben davon abzusehen, Medizin zu studieren. vor allem für Idealisten, wie ich es einer war.

    Daher hier ein paar Punkte zu Studium/Beruf

    Studium

    Stoff: Nachdem ich mir einige Bücher zum Thema Anatomie/Physiologie angesehen habe, habe ich gemerkt, dass mir die Studieninhalte sehr wenig zusagen und eher abschrecken. Z.B. Anatomie. Sehr viele lange, abstrakte lateinische Fachbegriffe. Gefühlt um die 40 pro Abbildung. Es gibt viele Abbildungen, denn die Bücher sind sehr dick, die Wörter sehr klein geschrieben. Und ihr müsst das meiste, wenn nicht alles lernen. Dazu Funktion/Lage/Besonderheiten Physiologie: Falls ihr euch im Bio-Unterricht in der Schule immer gefreut habt, dass ihr die ganzen beteiligten Enzyme/Zwischenprodukte beim Citratzyklus etc. nicht lernen musstet. Im Medizinstudium müsst ihr auch das lernen. Für unzählige Stoffwechselvorgänge. Ihr habt außerdem sehr, sehr viele Fächer, in denen es nach diesem Prinzip abläuft. Auch in Physik müsst ihr die Formeln auswendig lernen, man kann keine Formelsammlng in benutzen. Nichts für Leute, die gerne hinterfragen/herleiten/komplexe Zusammenhänge mögen.

    Lernen: Wart ihr froh, endlich den ganzen Stoff fürs Bio Abi durch gehabt zu haben? Freut euch erneut, denn das Medizinstudium wird 10000x so viel sein und weitaus eigenständiger/gestreuter. Wem es schwer fällt, z.B. den Stoff für den Ham Nat konsequent durchzulernen, auch das könnte ein Zeichen gegen das Studium der Medizin sein.

    Prüfungsordnung: Wem diese Inhalte wenig interessieren, der begibt sich auf eine große Gefahr. Schließlich werdet ihr nach dem 3. gescheiterten Prüfungsversuch zwangsexmatrikuliert und könnt nicht mehr in DE studieren. Auch wenn ihr bereits 6 Jahre studiert habt. Ihr habt quasi keinen Abschluss in der Tasche. Vor allem für Wartezeitler oder Leute, die extra dafür eine Ausbildung gemacht haben viel verlorene Zeit.

    Beruf

    Wenig Freiraum und wenig Aufstiegschancen: Zwar kann man als Arzt durchaus gut verdienen. Allerdings erst nach langer Zeit. Mind. 6 1/2 Jahre lang seid ihr verdienstlos. Das Gehalt ist meistens tarifgeregelt Als Assistenzarzt verdient man (nicht immer) akzeptables Gehalt, was wiederum meistens nicht im Verhältnis zu den Anforderungen des Berufes steht: Viele Dienste auch unbezahlt, Nachtschichten, viel Druck und Verantwortung. Das geht oft 5/6 Jahre so. (Das ist natürlich nicht in allen Bereichen pauschal so, aber größtenteils.). Das höcshte, was ihr nach vielen Jahren verdienen könnt, ist im Tarif ca. 10.000 Euro. In anderen Berufsfeldern wie Informatik, Ingenieur, BWL kann man allerdings auch durch Start Ups und guter Leistung nach wenigen Jahren Berufserfahrung bereits so viel verdienen, nach oben fast keine Grenzen und ihr könnt natürlich viel kreativer/eigenständiger/flexibler Arbeiten.

    Phyische Belastung: Ihr seid sehr oft (nicht in allen Bereichen aber in vielen) mit schweren Schicksalen konfrontiert aber auch mit belastbaren Szenen. Wer sehr emotional ist und schwere Schicksale nicht in seinen "Alltag" integireren möchte, sollte über den Arztberuf nachdenken. Und vergesst nicht! Ihr könnt diese Patienten auch nach mehreren Jahren nicht maschinell abarbeiten, denn jeder von ihnen ist ein einzigartiger Mensch und muss gleichermaßen viel Zuwendung erfahren. Sehr viel Zuwendung. Auch für die Familienangehörigen.


    Ärztemangel bald Ärzteflut?: Heute wird noch von Ärztemangel gesprochen.Doch immer mehr Menschen studieren Medizin und werden in nächster Zeit auf den Markt emittiert. Wird die Nachfrage dann immer noch so groß sein, wie jetzt? Oder ergeht es den Ärzten bald ähnlich wie mit den Ingenieuren? Auch darauf würde ich achten. Schließlich bleiben sehr viele Ärzte lange Zeit im kurativen Bereich. Insbesondere in kleinen privaten Kliniken ist daher die Fluktuation sehr gering.

    Zusammenfassend: Wenn ihr nur nach 1) nach Prestige 2) nach Geld 3) nach dem Thrill hinterher seid, einen der begehretesten Fächer studieren zu dürfen und nicht irgendein zulassungsfreies Fach, zu dem jeder zugelassen wird, dann solltet ihr es lieber lassen. Ich meins ernst. Denn all das garantiert euch dieser Beruf nicht, im Gegenteil, ihr werdet vermutlich enttäuscht werden. Nicht nur durch das meist intellektuell sehr anspruchslose stupide auswendig lernen. Auch durch den Schock, wenn ihr nach vielen Jahren Studium durchgefallen seid und nicht mal mit einem Bachelor da steht. Deshalb: Denkt gut darüber nach! Wenn ihr Top Ärzte Made in Germany sein wollt, dann studiert Medizin aus Leidenschaft. Leidenschaft zum Helfen und vor allem(!) Ledienschaft zu dem Inhalten, die ihr lernt. Denn helfen könnt ihr überall sonst auch.

    Ich hoffe ich konnte Unentschliossenen durch diese Punkte ein wenig weiterhelfen

    LG



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  2. #2
    Diamanten Mitglied
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    Das klingt jetzt aber eher nach "wie rechtfertige ich meine Entscheidung vor mir selbst" als nach "ich gebe euch gute Tipps"



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  3. #3
    Registrierter Benutzer
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    Freiraum und wenig Aufstiegschancen: Finde es nicht gerade wenig, wenn man als Akademiker bei ca. 40h Arbeitswoche 2,5 netto nach Tarif als Berufsanfänger hat. Für ne Woche Nachtdienst gibts dann nochmal 1,3 obendrauf. Dazu noch Wochenenddienst, die extra vergütet werden und nicht zwingend regelmäßig geleistet werden müssen.
    Also nach Tarif und in meiner kleinen Landesklinik haben die Assistenten nach ca. 5 Jahren 3 Netto Grundgehalt als Single + zusätzliche Verdienstchancen bis zu 2000 Euro. Dazu kommt auch noch Verhandlungsgeschick bei der Einstellung. Und Arbeit als Notarzt ist auch noch möglich. Und KV Dienste, die Hausärzte nicht übernehmen wollen, werden auch gerne mal mit 600 Euro pro Arbeitstag bezahlt.

    Ich glaube nicht, dass man da zB als Ingenieur unbedingt besser dran ist. Oder in irgendeinem Job im Angestelltenverhältnis.



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  4. #4
    Diamanten Mitglied Avatar von Heerestorte
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    Da treffen einige Sachen einfach gar nicht zu.
    Habe keine einzige Formel in Physik auswendig gelernt und es gibt diverse Unis mit mehr als 3 Versuchen pro Klausur.
    Köln hat, zumindest in der Vorklinik, unendlich viele Versuche und Gießen 6.



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  5. #5
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    Du bist ja süß!
    "lange abstrakte lateinische Begriffe" - oh nein

    "1) nach Prestige 2) nach Geld 3) nach dem Thrill hinterher seid"
    waren trocken gesagt meine Gründe. Ich hab mit 17 ein Kind gekriegt und wollte um ehrlich zu sein es allen beweisen die meinten, mit Kind schaff ich nicht mal mein Abi (Prestiiiiiigegründe!). Also hab ich mich fürs Abi angestrengt, ne Zulassung gekriegt und in Regelstudienzeit studiert (man sieht, sooo schwierig ist das jetzt nicht). Ich wollte auch gut Geld verdienen, weil im schlimmsten Fall alleinerziehend und Kind will Reitstunden und Urlaub. Und das ist einfach mal locker drin bei meinem Gehalt. Ich kann mich überhaupt nicht beschweren. Ich geh als Berufsanfängerin, aktuell im 2. Jahr, mit 3,5-4k netto raus. Bei weitem mehr als mein Ingenieurs-Berufsanfänger-Freund, auch wenn ich zugegebenermaßen viel mehr arbeite als er mti seinen 40h/Woche.
    Achso und ich wollt nen Job der mich nicht langweilt, ich langweil mich idR sehr schnell. Passt momentan auch noch sehr gut und ich mag den Thrill noch sehr gerne.
    Ich find dieses Schwarzgemale ganz schlimm. Ich liebe meinen Job. Ich hab auch mein Studium geliebt. Klar sollte man es nur machen wenn es einen interessiert und ein paar Grundeigenschaften mitbringen.

    Ich kenn btw NIEMANDEN, der zwangsexmatrikuliert wurde. Ein paar haben freiwillig aufgehört.



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