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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #31
    Summsummsumm Avatar von Feuerblick
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    Nun...

    1. Dass Chefärzte eben NICHT nur ihrem ärztlichen Gewissen verpflichtet sind (weil sie oftmals nicht den A**** in der Hose haben, den BWLern zu widersprechen), weiß man. Aber genau dafür gibts den MDK. Denn spätestens da fällt kaufmännisch orientierte Medizin auf. Finden die nur total bescheuert und mögen den MDK daher nicht
    2. Da erfahrungsgemäß Krankenkassen OHNE vorherige MDK-Anfrage viel häufiger Eingriffe ablehnen und Belegzeiten kürzen, würde ich dir einen Wechsel zu den nicht teilnehmenden Kassen (müsstest du halt googeln, welche das sind - bisschen Arbeit darfst du dir auch machen... oder schau in die Unterlagen von deinen gepriesenen MDK-Referenten) schlichtweg nicht raten.
    3. Auch der MDK leidet unter Unterbesetzung und ertrinkt in Bergen von Aufträgen. Spätestens seit das Gesetz rund um Cannabis ums Eck gekommen ist. Schwer zu glauben, aber dennoch sind die Arbeitsbedingungen gut. Es fehlen die egozentrischen Ober- und Chefärzte, die nervigen Verwaltungen und alle Deppen, die sich profilieren müssen. Stattdessen hat man Kollegialität, selbstverständlich geregelte Arbeitszeiten und eine vollständig elektronische Zeiterfassung mit Zeitausgleich der Überstunden. Erwähnte ich schon Gleitzeit? Homeoffice-Möglichkeit? Eigenes Büro? Freie Wochenenden und Feiertage? Das macht ne Menge aus. Da kann man auch mit zu viel Arbeit irgendwie umgehen.
    Aber „quälend“ lange Bearbeitungszeiten sind im ambulanten Setting per Gesetz gar nicht möglich, da die Kassen maximal bei Anfrage an den MDK 5 Wochen Zeit für eine Antwort haben. Sollten die von dir so gelobten MDK-Referenten ebenfalls mitgeteilt haben. Und auch, dass diese Zeiten im ambulanten Setting eher unterschritten werden... (es sei denn, die lieben Kollegen haben beim Antrag mal wieder relevante Unterlagen und Informationen nicht beigelegt... dann muss man nachhaken und DANN dauert es... liegt aber nicht am MDK oder den Kassen... hört man als Niedergelassener nur nicht gern ).
    4. Dass dem MDK fehlende Unabhängigkeit nachgesagt wird, ist ein alter Hut. Aber davon reden nur die, die keinerlei Einblicke in die Arbeit des MDK haben und denen der MDK öfter mal auf die Zehen getreten ist. Es bellen immer nur die getroffenen Hunde. Ich warte noch drauf, dass du auch die angebliche Prämie bei erreichen von XX Prozent abgelehnter Anträge/ gekürzter Belegzeiten anführst. Blöderweise scheinen die in der Gehaltsabrechnung aber nie berücksichtigt zu werden. Vielleicht gibt es irgendwo einen Geldspeicher, in dem diese Prämie lagert? Man weiß es nicht

    Dennoch... ich fürchte, hier ist Hopfen und Malz verloren. Es kann nicht sein, was nicht sein darf und ich möchte auch weder ein Welt- noch ein Feindbild erschüttern.
    Schimpf nur weiter auf den MDK und halte den alten Herren des Ärztetages und ihren willigen Followern die Treue. Die wissen es ganz sicher besser und haben ganz sicher auch nur das Gute für Patienten und Ärzte im Sinn. Und glaub BITTE auf keinen Fall denen, die sich auskennen. Bloß nicht!

    In diesem Sinne: Ich bin dann mal raus hier.
    Erinnerung für alle "echten" Ärzte: Schamanen benötigen einen zweiwöchigen Kurs mit abschließender Prüfung - nicht nur einen Wochenendkurs! Bitte endlich mal merken!

    „Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.“ (Matthias Claudius)



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  2. #32
    verfressen & bergsüchtig Avatar von Evil
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    Funkel, ich bewundere Deine Ausdauer, daß Du tarumos ellenlange Ergüsse voller Nebelkerzen und unbewiesener Behauptungen tatsächlich sorgfältig beantwortest.
    Ich warte ja immer noch auf die Angabe des Dienstbezirkes mit dem Durchmesser von 200km, aber da kommt anscheinend nichts mehr...
    Weil er da ist!
    George Mallory auf die Frage, warum er den Everest besteigen will



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  3. #33
    Summsummsumm Avatar von Feuerblick
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    Jetzt komm hier nicht mit Fakten

    Ich bin nur so geduldig, weil Vorurteile irgendwann mal ein Ende haben sollten - zumindest bei den Mitlesern
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  4. #34
    Diamanten Mitglied
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    Zitat Zitat von Feuerblick Beitrag anzeigen
    Jetzt komm hier nicht mit Fakten
    Mich stören am MDK meine bisherigen Erlebnisse als Arzt der "Gegenseite" in den MDK-Prüfungen.

    Es kommen da manchmal total bescheuerte Sachen raus wie:
    - schwer kranke Patientin, hat sich langsam erholt, Freitag wäre Entlassung vielleicht möglich gewesen, weil alle weiteren Dinge wie Hausarzt besuchen um Rezepte holen, Rezepte in Apotheke einlösen für Medikamente und Wundversorgung, ambulanter Pflegedienst hat erst Montag Zeit etc. schwierig waren, ist die Patientin erst am Montag gegangen. Die Tage wurden selbstverständlich gekürzt, weil das ist ja ein Organisationsproblem und kein medizinisches Problem, das ist eine ungerechtfertigte Bereicherung aus den Sozialkassen, der MDK wäre dafür da solch Organisationsversagen nicht zuzulassen etc. Das war eine Diskussion, wow sag ich nur. Absolut unmenschlich und unwürdig. Ich werde es nächstes Mal wieder so machen. Man bekommt mit der Zeit ein Gefühl ob die Patienten Sachen ausnutzen oder ob die unter dem System leiden. Letztere brauchen Unterstützung auch trotz MDK.
    - Entlassung nach Implantation eines Barorezeptorstimulators, OP-Zugang hier ist wie bei einer Carotis-TEA: die MDKlerin verlangte dass der Patient am 2. postoperativen Tag entlassen werden soll, weil Wundkontrollen hätten ambulant stattfinden können, Blutdruckkontrollen waren nicht ausreichend belegt etc. Am zweiten PostopTag hatte der Patient morgens nen 230erRR und auf Medikation wieder besser, aber am Nachmittag war nichts dokumentiert da hätte er also gehen können/müssen. Dass er am dritten Tag wieder 230 systolisch hatte spielt da keine Rolle. Fehlende Dokumentation = fehlende Überwachung = fehlende Notwendigkeit einer Überwachung = Entlassung, und präoperativer Tag hätte auch ambulant stattfinden können, ist Organisationsversagen der Klinik.
    - die Diskussionen nach PTA: wenn der Druckverband runter ist sollen die Patienten sofort gehen. Machen wir nicht weil wir sagen nur weil der Druckverband weg ist sollen die Patienten nicht sofort maximal rumhampeln sondern noch ruhig halten und dann erst gehen. Sich ruhig halten können die Patienten auch außerhalb des Krankenhauses (bei der Compliance eines üblichen pAVKlers???) also Entlassung. Der MDKler muss ja dann auch nicht die Nachblutung operieren. Wenn man nichts mit den Patienten zu tun hat, kann man sie schnell entlassen...
    - oder diese Diskussionen "akutes Niereninsuffizienz" gegen "chronische Niereninsuffizienz". Bei einer GFR von 30. Für chronisch soll ich alte Werte nachweisen, dann sag ich ok, dann machen wir akute Niereninsuffizienz, ist mir doch egal. Nein, da soll ich eine akute Verschlechterung nachweisen. Sag ich, wie soll das möglich sein wenn der Patient mit den schlechten Werten gekommen ist und die sich nicht gebessert haben, es wird dann ja wohl chronisch sein. Nein, dann geht das nicht... Es ist mir vollkommen egal ob das chronisch oder akut ist, Tatsache ist dass es eine Niereninsuffizienz ist, dann entscheidet doch gefälligst ihr ob akut oder chronisch. Aber wir haben einen Aufwand damit (CO2-Angio ist schwieriger als Angio mit KM) also soll das gefälligst vergütet werden. Egal auf welcher Basis.

    Lauter so Zeugs. Es ist mir persönlich halt einfach zu oft an der Realität vorbei und oft einfach unmenschlich...
    Das ist auf dem Niveau der BWLler. Nichts mit dem Patienten zu tun haben und am Computer zu Entscheidungen treffen ohne diese Entscheidungen dem Patienten mitteilen zu müssen.



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  5. #35
    Summsummsumm Avatar von Feuerblick
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    Nun, ich habe ja auch nie behauptet, dass alle MDKler immer die medizinisch richtigen Entscheidungen treffen oder bereit sind, auch mal die Realität der klinischen Versorgung anzuerkennen.
    Man könnte jetzt aber auch aus der anderen Ecke meckern, dass viele (besonders privatisierte) Kliniken sehr gewinnorientiert belegen und grundsätzlich eben nicht begründen können, warum man das jetzt so macht (außer dass es für eine andere Belegungszeit halt nicht so viel Kohle gegeben hätte). Ähnliches gilt für die kodierten Diagnosen.
    Es gibt Häuser, die kodieren und belegen einfach immer falsch und sind beratungsresistent. Es gibt Häuser, bei denen hat man das Gefühl, dass das Organisationsproblem der Dauerbrenner ist. Oder die Dokumentation ist unter aller Kanone und man kann allenfalls raten, dass der Patient nicht nur im Bett lag und morgens einmal gesehen wurde, obwohl es da z.B. Blutdruckprobleme gab. Und so weiter.

    Und auch im ambulanten Sektor reibt man sich mitunter die Äuglein, was manche Kliniken und Ärzte an Untersuchungen und Behandlungen durchführen wollen, ohne dass man sich an die Leitlinien o.ä. halten würde und die Abweichung von selbigen begründen könnte.
    Auch hier könnte man vom Niveau eines BWLers sprechen. Oder von verwaltungsgesteuerten Entscheidungen.


    Will sagen: Ich verstehe durchaus den Unmut bezüglich mancher MDK-Prüfung. Ich kann da auch manches nicht nachvollziehen. Aber der MDK könnte vermutlich auch zu jedem Beispiel seine Pappenheimer nennen, bei denen die Dinge eben nicht medizinisch begründet laufen. Da besteht auf beiden Seiten letztlich Entwicklungspotential.

    ABER all diese Entscheidungen werden NICHT durch die Krankenkassen aktiv gesteuert. Das DRG-System sieht Verweildauern vor und die Kodierrichtlinien legen genau fest, was wie kodiert werden kann oder muss. Alles weitere muss im Einzelfall angeschaut werden. Und wie überall gibt es dann eben Menschen, die diese Dinge bis aufs letzte Komma abhaken und nur noch die Regeln sehen und welche, die auch mal weiterschauen. Geld oder Lob von der Kasse bekommen die dafür aber nicht. Und um genau diese Unabhängigkeit ging es.

    Ich empfehle ja immer, sich mit den grundlegenden Regeln des Systems (die ja nicht vom MDK gemacht werden) zu befassen. Wer die Regeln kennt (DRG-System, DKR etc.), kann besser begründen und weiß, wo die Grenzen liegen und wo man Probleme bekommt. Trotzige Verweigerung, weil man das System blöd findet, bringt da nicht weiter.
    Wer dann auch noch ordentlich (nicht übertrieben!) dokumentiert, hat schon gewonnen.
    Gibt viele Häuser und Praxen, die das prima hinbekommen, weil sie einfach die Regeln des Systems kennen und sich entsprechend verhalten.
    Und ich plädiere für etwas mehr Verständnis für die jeweils andere Seite.
    Erinnerung für alle "echten" Ärzte: Schamanen benötigen einen zweiwöchigen Kurs mit abschließender Prüfung - nicht nur einen Wochenendkurs! Bitte endlich mal merken!

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