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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #21
    Endgegner besiegt Avatar von WackenDoc
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    Man kann keine Arztbriefe üben. Einfach weil das in jedem Krankenhaus und auf jeder Station anders ist.
    Sinnigerweise nimmt man die Vorlagen der Kollegen. Davon kann man auch die üblichen Standardfloskeln übernehmen.

    Hol dir halt den üblichen Klinikleitfaden. Damit macht man meist nix verkehrt. Dazu noch ein Notizbuch anschaffen- da alles wichtige reinschreiben. Von "wie heisst mein Oberarzt" bis "wie alarmiere ich das Reateam", aber auch "wie komm ich in das KIS rein".

    Und dann ziehst dir halt noch die fachtypischen Leitlinien rein.
    This above all: to thine own self be true,
    And it must follow, as the night the day,
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    Hamlet, Act I, Scene 3



  2. #22
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    Ich glaube, dass du dir einfach viel zu viele Gedanken machst und dass jegliche Vorbereitung, die du jetzt machst, dir nicht viel bringt. Du hast über 6 Jahre Medizin studiert inkl. PJ. Davon ist normalerweise mehr hängen geblieben als du denkst. Jetzt nochmal 4 Wochen aus Büchern lernen oder irgendwelche Praktika machen bringt dir im Verhältnis zu dem, was du bisher gelernt hast, wenig. Sobald du anfängst zu arbeiten, wirst du eine steile Lernkurve haben.

    Wie Wackendoc schreibt, würde ich mich danach richten, was deine Kollegen so benutzen. Das ist meistens für die jeweilige Abteilung das Sinnvollste. Aktuell bist du ja noch nicht mal sicher, in welcher Fachrichtung du landest (Innere, Psychiatrie oder Psychosomatik)! Die Klinikleitfäden finde ich grundsätzlich auch eine gute Anschaffung dahingehend, dass da wichtige Dinge drin stehen und man nachschauen kann. Tatsächlich habe ich aber meine Klinikleitfäden wenig im Dienst benutzt: Notarztleitfaden 2x, Klinikleitfaden Intensivmedizin 1x, Klinikleitfaden Kardiologie 0x. Alle davon habe ich zuhause gelegentlich mal durchgeblättert und mir hin und wieder auch gedacht "ah, gut zu wissen". Aber man kommt auch ohne aus.

    Ich finde, die Reanimationsleitlinien sollte man im Kopf haben, egal welche Fachrichtung, denn davon keine Ahnung zu haben, fände ich für jeden Arzt peinlich. In der Psychiatrie / Psychosomatik wäre es evtl. auch nützlich, zu wissen, dass man Narcanti gegen eine Opiat-Intox und Flumazenil gegen eine Benzodiazepin-Intox spritzen kann. Wobei mindestens bei Narcanti die Antagonisierung "tröpfchenweise" ratsamer ist als drauflos zu spritzen, solange (notfalls mit Stimulation) noch Atmung da ist, weil die Kunden, die aus ihrem Rausch direkt in eine Entzugssituation geholt werden, sonst sehr ungemütlich werden können. Das sind aber alles Dinge, die dir in den Wochen vor deinem ersten Dienst beigebracht werden sollten bzw. die dir im Notfall der Hintergrund-Arzt sagt. Mein Anspruch, dass man das als Dienstarzt wissen sollte, ist andererseits relativ hoch gehängt. In der Realität besteht dieser Anspruch an die eigene Notfallkompetenz meiner notärztlichen Erfahrung nach beim Dienstpersonal in psychiatrischen Kliniken oft nicht.

    Ganz allgemein Leitlinien zu lesen finde ich im vorhinein ebenfalls etwas übertrieben - die wichtigen Punkte darin werden dir vielfach nicht auffallen und nicht im Gedächtnis bleiben, solange du nicht selbst praktische Erfahrungen damit verknüpfst. Leitlinien sind doch recht trockene Kost. Diese Lektüre kann man problembezogen dann nachholen, wenn man weiß, wo man wirklich arbeitet und was da so an Krankheiten hauptsächlich auftaucht.

    Wenn du unbedingt was lesen willst, könnte ich persönlich mich als Trockenübung mit dem Buch "Nachtdienst-Einsatz" anfreunden. Das ist eine "Spielebuch", das relativ realitätsnah diverse Probleme aufzeigt, die einem im Dienst so begegnen. Es werden recht plastisch typische Fälle präsentiert und Handlungsalternativen gegeben, aus denen man auswählen muss. Je nachdem, wie man handelt, entwickelt das Szenario sich unterschiedlich weiter. Bezüglich der aufgezeigten und schließlich als richtig bewerteten Diagnostik- und Therapie-Strategien kann man teilweise anderer Meinung sein als das Buch, aber es ist ganz lustig durchzuarbeiten, man bekommt tatsächlich einige typische Fälle und typische (Anfänger-)Fehler vorgesetzt, und wenn man sich das richtig zu Gemüte führt, bleibt glaube ich schon was hängen. Beispielsweise wird einem aufgezeigt, dass es, wenn man nachts um 3 telefonisch von der diensthabenden Schwester geweckt wird, weil ein Patient mit bekannter KHK Thoraxschmerz angibt, sinnvoll sein kann, ihr zu sagen, dass sie schon mal Blutdruck und Puls messen und ein 12-Kanal-EKG schreiben soll, weil man sich nämlich nicht überall darauf verlassen kann, dass das von alleine passiert. Wenn man es nicht anordnet, dann quält man sich aus dem Bett, hetzt auf Station und stellt dort fest, dass noch gar nix gemacht worden ist. Man steht dann erst mal 10 Minuten rat- und nutzlos rum bzw. sucht die ebenfalls nicht griffbereite Patientenakte, bis die Schwester ein EKG-Gerät von der Nachbarstation geholt hat. Also solche Dinge werden in dem Buch behandelt. Mit deutlich internistischem Schwerpunkt, aber teils auch fachübergreifenden Problemen. Wichtig ist, sich beim Durcharbeiten des Buches durchgehend Notizen zu machen, von welcher Frage zu welcher Frage / Nummer man geschickt wird. Sonst verliert man mit der Zeit den Überblick, besonders, wenn man zurückgehen will und noch nachlesen will, welche alternativen Wege die anderen Handlungsoptionen eröffnet hätten. Ich finde das Buch besser als das in der gleichen Reihe erschienene Buch "Notarzt-Einsatz".

    Ich habe es schon mal gesagt: Dein Hauptproblem als Anfänger werden Dinge wie Stations-Organisation und evtl. der Umgang mit Kollegen, Schwestern und Patienten und deren Angehörigen sein. Lauter Dinge, die du nicht im Vorhinein lernen kannst. Das ergibt sich mit der Zeit. Freu dich auf eine steile Lernkurve. Ätzend und mindestens situativ überfordernd wird der Anfang auf jeden Fall. Aber da muss man halt durch. Und keine Scheu haben, bei Zweifeln den Hintergrund anzurufen. Dazu sind die da. Und die meisten wissen das auch und sehen das auch so. Du bist nicht der erste Anfänger mit "dummen" Fragen, den die erleben.
    Geändert von Pflaume (20.10.2018 um 22:51 Uhr)



  3. #23
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    Was mir speziell für die Psychiatrie noch einfällt: Das PschKG sollte man mal überflogen haben. Und in der Inneren (oder sonst überall) mit dem Thema Leichenschau mal auseinandergesetzt und die relevanten Kapitel aus der Querschnittsleitlinie Hämotherapie. Das sind nämlich die Dinge, die dir am Ende rechtlich wirklich auf die Füße fallen können - und die, die leider auch oft falsch erklärt werden oder wo man zu falschen Handlungen gedrängt wird. Also nicht eben auf Zuruf der Pflege/ Nachbarabteilung/ sonstwem mal eben eine Blutkonserve unterschreiben oder den Totenschein ausstellen ohne genau zu wissen, was man da eigentlich gerade unterschreibt.



  4. #24
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    Ja, Mano, das sind sehr gute Punkte! Leichenschau, Bestattungsgesetz des jeweiligen Bundeslandes, PsychKG, eventuell auch Infektionsschutzgesetz (Meldepflcihten) und Transfusionsrichtlinien. Da steht mehr Nützliches / Wichtiges drin als man denkt, und zumindest die genannten Gesetze sind recht übersichtlich und gut zu erfassen. Das ist eine sinnvolle Idee!



  5. #25
    Endgegner besiegt Avatar von WackenDoc
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    einen guten erste Hilfe Kurs kann ich noch empfehlen. Alleine sowas wie einen ordentlichen Druckverband zu können, kann bei psychiatrischen Patienten Gold wert sein.
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