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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #886
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    Mal eine Frage zu möglichen Antworten auf die Fragen "Warum haben Sie Medizin studiert?" und "Warum gerade diese Fachrichtung?". Da gibt es sicher auch Antworten, die man nicht geben darf. Und ich trete immer gerne in Fettnäpfchen ...

    Zu "Warum Medizin?": Ich habe vorher etwas ganz anderes studiert und auch darin gearbeitet, was so etwas wie eine soziale Ader nicht nahelegt. Die ehrliche Antwort wäre: Medizin hat mich schon immer interessiert, die Funktionsweise des menschlichen Körpers und die Behandlung von Fehlfunktionen. Vom theoretischen Aspekt her. Mein Lebenslauf legt nahe, dass das nur eine von vielen Interessen ist. Stimmt auch. Und ich wollte eine sichere Stelle haben. Beides zu sagen, wäre aber sicher tödlich im Vorstellungsgespräch.

    Ebenfalls nicht gelogen wäre: Erst habe ich einen sehr theoretischen Weg eingeschlagen. Allerdings habe ich dann in einem Bereich gearbeitet, für den sich nur eine Hand voll Leute auf der Welt interessieren, das also im Grunde niemandem nützt. Hinzu kam, dass in meinem Bekanntenkreis immer wieder Leute gesundheitliche Probleme hatten und mich gefragt haben, ob ich Rat wüßte. Da hat man gegoogelt, aber das war unbefriedigend. Also Medizin, da: Man hat einen Job, in dem man für viele Leute nützlich ist, und auch für seine Bekannten und Freunde. Theoretisches Interesse war sowieso vorhanden, das kann ich problemlos glaubhaft vermitteln.
    Kann man das so sagen, oder trete ich damit, z.B. mit Referenz auf die fragenden Bekannten, in irgendein Fettnäpfchen? Wie gesagt, mein Lebenslauf gibt eine 0815-Argumentation nicht her, sondern legt eher die erste beschriebene Antwort nahe.

    Und zum Fach: Psychiatrie interessiert mich, Innere, Neuro und Derma aber auch. Darf ich auch nicht sagen, ich muss Psychiatrie-spezifisch argumentieren. Auch hier hätte ich in erster Linie mit persönlichen Erfahrungen argumentiert (das ist auch ehrlich): Ich habe immer wieder erlebt, dass Leute mit psychischen Problemen viel Abwertung erfahren und nicht ernst genommen werden. Gerade da finde ich wichtig, gegenzusteuern und den Patienten jemanden zu bieten, der freundlich und extrem geduldig ist und nichts persönlich nimmt. Und das sind sicher meine Stärken.

    Dann finde ich die somatische Medizin zwar auch sehr interessant, aber hier wird dem Einfluß der Psyche zu wenig Rechnung getragen. Und letztlich ist für die Lebensqualität von Patienten ja vor allem die psychische Gesundheit entscheidend. Und um Lebensqualität geht es am Ende. Noch dazu hat ein Großteil der somatischen Krankheiten erwiesenermaßen psychische Anteile (damit bewege ich mich streng genommen argumentativ aber in die Psychosomatik). In der Psychiatrie kümmere ich mich also erstens um den für mich wichtigeren Teil des Menschen in puncto Lebensqualität und muss gleichzeitig auch noch ein gutes Auge für somatische Probleme haben. Auch Patienten in der Psychiatrie haben akutes Abdomen oder Hauterkrankungen, was man erkennen muss. Deshalb Psychiatrie.
    Gibt es in dieser Antwort irgendwelche No-Gos ? Wie ausführlich soll man da eigentlich werdden? Eher kurz und prägnant? Oder sollte man gerade auf diese Fragen ausführlicher antworten? Oder kann man das so pauschal nicht sagen?



  2. #887
    Summsummsumm Avatar von Feuerblick
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    Wo genau vermutest du einen Fallstrick, wenn du sagst, dass dich die Funktionen, Fehlfunktionen des menschlichen Körpers und deren Behandlung einfach schon immer interessiert haben? Und dass du die Psychiatrie deshalb interessant findest, weil du erlebt hast, wie wichtig es ist, auch diese Krankheiten ernst zu nehmen?
    Du machst dir viel zu viele Gedanken. WENN dir ein Chef diese Fragen stellt, dann nur, weil er mal irgendwann gehört hat, dass man sowas fragen sollte. Die Antwort selbst interessiert meist kaum. Eher die Tatsache, ob du darauf eine Antwort hast und ob die einigermaßen flüssig kommt. Vorgefertigte Antworten fallen übrigens auf. Sollte also bitte auch nicht auswendig gelernt klingen. Und bitte keine ewigen Monologe. Kurz, knackig. Wenn der Chef es genauer wissen will, fragt er schon nach.
    Meine Antwort auf Frage zwei war übrigens immer „Weil ich genau das schon immer machen wollte und es eigentlich sogar der Anreiz war, nach meiner Ausbildung noch Medizin zu studieren“.

    No-Go wäre „Eigentlich finde ich Patienten total doof, mich nerven auch Patientengespräche, aber irgendwas muss ich ja arbeiten und da ich blöderweise aus naturwissenschaftlichem Interesse Medizin studiert habe, bleibt mir nix anderes übrig“ Damit wärst du wirklich raus...
    Erinnerung für alle "echten" Ärzte: Schamanen benötigen einen zweiwöchigen Kurs mit abschließender Prüfung - nicht nur einen Wochenendkurs! Bitte endlich mal merken!

    „Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.“ (Matthias Claudius)



  3. #888
    Endgegner besiegt Avatar von WackenDoc
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    "meine Stärke ist, dass ich nichts persönlich nehme" finde ich zu dick aufgetragen.

    Du hast doch schon ein Studium hinter dir mit KPP, Famulaturen, Blockpraktikum, PJ. Daraus kann man doch beschreiben, wo man seine Stärken sieht, wo man Interessen hat. In welcher Arbeitsumgebung man sich wohlfühlt.

    Z.B. Innere vs. Chirurgie: Also ne, den ganzen Tag im OP. Dieses grobe, handwerkliche ist nicht so wirklich meins. Ich mag es eher über Probleme nachzudenken, auch regelrecht Detektiv zu spielen und rauszufinden, was ein Patient hat und wie man das Therapieren kann. Deswegen fand ich schon im PJ die Innere spannender und hab gemerkt dass das eher passt...

    Oder Allgemeinchirurgie vs. HNO (z.B.)- also ich hab zwar gemerkt dass ich handwerkliches Geschick habe, was das operieren angeht. Aber das grobe der Allgemeinchirugie war nicht so ganz meins. Ich hab dann aber mal ne Famulatur in der HNO gemacht und durfte da auch mal assistieren. Dieses ganz feine abpräparieren um die Nervenstrukturen- das fand ich total spannend und da ich eh ein geduldiger Mensch bin,... Oder genau umgekehrt. "Ich bin lieber der Generalist, als dass ich mich auf nur ein sehr eng begrenztes Gebiet beschränken möchte. Und dieses stundenlagen gefriemel an den winzigen Strukturen. Mal ist das ja ok, aber jeden Tag...
    This above all: to thine own self be true,
    And it must follow, as the night the day,
    Thou canst not then be false to any man.
    Hamlet, Act I, Scene 3



  4. #889
    Endgegner besiegt Avatar von WackenDoc
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    @Funkelchen- damit kann man später immernoch in Richtung Rentenversicherung, MDK etc. gehen oder Amtsarzt werden
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  5. #890
    Summsummsumm Avatar von Feuerblick
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    Nee, weil du vorher keine Facharztausbildung schaffst. Nimmt dich ja keiner Und ohne FA kein MDK
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