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  1. #81
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    1. In welcher Weiterbildungsrichtung bist du tätig und in welchem Jahr deiner Weiterbildung befindest du dich?
    Ende 1. Weiterbildungsjahr, Erwachsenenpsychiatrie
    2. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus: wann startest du, wie lange arbeitest du und mit welchen Dingen bist du regelmäßig beschäftigt?
    Mo-Fr. 8:00-18:00 Uhr. Vormittags viele Sitzungen 1-2 Patientengespräche (je 30min.), nachmittags 2-3 Patientengespräch (je 30min), 1-2 Aufnahmen, Dokumentation, Briefe schreiben, Literaturstudium, Kaffee mit Pflege trinken.
    4. Wo liegen bei den unter Frage 2 behandelten Themen die Arbeitsschwerpunkte bei deinen Tätigkeiten?
    Patientengespräche und Dokumentation
    5. Was war das absolute Highlight deiner bisherigen Berufslaufbahn, da das du dich auch heute noch gerne und lebhaft erinnerst?
    Hochpsychotische Patientin, die mit Kacke satanische Botschaften an die Wände des Sicherheitszimmers schmierte und nach 5mg Haloperidol und einer Nacht schlafen wieder völlig normal war.
    6. Welche Erfahrungen und Tipps im Umgang mit dem Pflegepersonal kannst du weiter geben?
    Nett sein und auf gleicher Ebene begegnen - genau wie mit Putzfrau, Metzger, Anwalt, Chefarzt - das sind nur deren Berufe. Das wird imho völlig unterschätzt in seiner Bedeutungslosigkeit.
    7. Wie geht man aus deiner Erfahrung geschickt mit den ärztlichen Kollegen aus dem Kreise der Assistenzärzte um? Welche Probleme können hier auftauchen?
    Siehe 6. Da sind die selben Freuden und Probleme wie in jedem zwischenmenschlichen Kontakt.
    8. Chef- und Oberärzte als Vorgesetzte lassen sich leider nicht umgehen. Wie sind hier deine Erfahrungen im täglichen Umgang im positiven wie auch im negativen Sinne?
    Vom Oberarzt hängt bei uns viel ab. Wenn das ein Spasst ist, dann geht man ihm halt aus dem Weg. Hier kann man Station nach spätestens 6 Monaten wechseln wenn man will. Das ist auch nicht viel länger als Chirurgie PJ und das ging ja auch irgendwie vorbei. Schlimmstenfalls wechselt man die Klinik. Hier ist alle paar Meter eine Psychiatrie und jede einzelne sucht. Da kann man leicht flexibel sein.
    Den Chefarzt sieht man im Alltag nicht. Der ist daher egal für meine Arbeit.
    9. Wie spielt sich konkret die Weiterbildung ab: arbeitest du einfach nur oder gibt es Unterricht durch Ober- und Chefärzte, um den Anforderungen der Weiterbildungsordnung gerecht zu werden? Führst du ein Nachweisheft zur Weiterbildung? Fühlst du dich gut betreut?
    Weiterbildung ist mit elektronischen Logbuch. Da kümmert man sich am besten selber drum. Es gibt ein paar Veranstaltungen von der Klinik aber die sind meistens Schade um die Zeit.
    10. Was sind aus deiner Sicht die Vorteile deines Fachgebietes im Vergleich zu anderen Fachrichtungen? Und andersherum: wo liegen die Nachteile des Gebietes, die man in Kauf nehmen muss?
    Vorteil: Viel Zeit, kein externer Stress, keine echten Notfälle, noch mehr Zeit, interessante Patienten deren Lebensgeschichten man, wenn man das will, erfahren kann, absurd leichtes Fach.
    Nachteil: Wenn man sich nicht für die Patienten interessiert wird es glaub ich sehr schnell langweilig, man ist kein "echter" Arzt.
    11. Wie beurteilst du die Chancen im Hinblick auf deine weitere Karriere nach der Facharztprüfung? Möchtest du eine Kliniklaufbahn anstreben oder dich niederlassen bzw. was hast du vor und wie sieht es dabei speziell für dein Fachgebiet aus?

    Das ist mir im Moment egal. Ich gehe morgens voll Freude zur Arbeit und abends mit einem Lächeln nach Hause. Das Geld stimmt auch. Wen interessiert da die Zukunft...
    12. Stress, Überstunden und lange bzw. häufige Dienste gehören leider immer noch zum Berufsalltag. Fühlst du dich häufig gestresst, machst du viele Überstunden oder schiebst häufig Dienste oder geht es bei dir eher locker zu? Wie gehst du persönlich mit Stress und derartigen Belastungen um?
    Das trifft auf meine Beruf so nicht zu. Ich war bisher in 2 verschiedenen Kliniken und Stress mit der Arbeit gab es in keiner von Beiden. Überstunden habe ich immer nur gemacht, wenn ich das wollte (weil ich wann anders mal kompensieren wollte). Dienste sind noch entspannter als normale Tage. Sind eh nur 1-2 pro Monat. Nachtdienste sind das beste. Geld verdienen im Schlaf. Lol ^^
    13. Auch die Familie darf nicht zu kurz kommen: findest du als Vater oder Mutter Betreuungsangebote für eigenen Nachwuchs oder sonstige Unterstützung für ärztliche Eltern im Berufsleben? Wenn ja, welche? Falls es keine gibt: was konkret könnte dir helfen?
    Keine Ahnung - ich habe keine Kinder, aber wenn könnte ich ja als Wochenendarzt oder Nachtarzt entspannt beides vereinen. Auch Teilzeit ist hier ganz normal. Also richtige Teilzeit wo man dann nur 3 oder 4 Tage kommt und auch entsprechend weniger Dienste hat - statt mehr.
    14. Was möchtest du angehenden Assistenzärzten oder ärztlichen Kollegen als deine zwei wichtigsten Tipps mit auf den Weg geben?
    Chill und bring keinen um.
    15. Heute nochmals vor deine Berufswahl gestellt: würdest du noch einmal den Beruf des Arztes wählen?
    Jaaaa.. Studium fand ich schon geil und Arbeit ist geradezu absurd. Es ist mir unklar warum irgendjemand irgendetwas anderes macht. Neulich mit einem Internisten geredet... Junge, Junge. Die armen Schweine.



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  2. #82
    Registrierter Benutzer
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    05.07.2012
    Ort
    Bern (CH)
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    12.
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    1. In welcher Weiterbildungsrichtung bist du tätig und in welchem Jahr deiner Weiterbildung befindest du dich?
    Ich habe jetzt das erste Jahr der Weiterbildung Allgemeine Innere Medizin in einem kleinen Haus (B-Klinik, in der Schweiz) hinter mir, und werde bald an die Uniklinik wechseln.

    2. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus: wann startest du, wie lange arbeitest du und mit welchen Dingen bist du regelmäßig beschäftigt?
    Station: 7.15 Ankunft (mag am Morgen keinen Stress, und ist angenehm zum Fahren um diese Zeit), Einlesen, Admin vom Vorabend erledigen. 8.00 - 8.45 Röntgenrapport, Übergabe, Weiterbildung. 9.15 Beginn Visite, teilweise nur mit Pflege im Büro und dann allein beim Pat, 2x wöchentlich mit OA, allenfalls Chef mit Pflege beim Patient. Patienten müssen bis ca. 10 Uhr entlassen sein, also allenfalls Unterlagen abgeben (meist 8.45-9.15 oder am Vorabend).
    Ca. 11 Uhr Besprechung aller Patienten mit Oberarzt.
    Ca. 12.15 Mittagessen
    Am Nachmittag Telefone/Administration/Gespräche mit Patienten/Anmeldungen o.ä.
    16.00 Visite mit Spätdienst Pflege
    16.30 Übergaberapport Spätdienst
    Danach noch Administration/Berichte. Meistens ca. 18.30 fertig
    (Schweiz, also 10h Regelarbeitszeit)


    4. Wo liegen bei den unter Frage 2 behandelten Themen die Arbeitsschwerpunkte bei deinen Tätigkeiten?
    Aus persönlicher Freude investiere ich viel Zeit in Patientengespräche und gehe oft Nachmittags noch einmal vorbei bei den kränkeren. Die Admin etc. muss halt sein, aber ist jetzt nicht so besonders spassig. Ich mache auch sehr gerne Palliativmedizin/Sterbebegleitung, wovon wir viel machen bei z.B. wohnortnahen Verlegungen zum sterben.


    5. Was war das absolute Highlight deiner bisherigen Berufslaufbahn, da das du dich auch heute noch gerne und lebhaft erinnerst?
    Eine Reanimation im Ballkleid auf der Strasse. Der Patient ist verstorben (Tumor, der irgendeine Arterie angefressen und rupturiert hat), aber ich fand das sehr schön zu erleben, dass ich auf mich selbst vertrauen kann und fand die Erfahrung für mich selbst extrem wertvoll.

    6. Welche Erfahrungen und Tipps im Umgang mit dem Pflegepersonal kannst du weiter geben?
    a) es sind alles Menschen, geh mit ihnen um, so wie du möchtest, dass mit dir umgegangen wird. (also: sei einfach ein anständiger Mensch) b) viele haben wesentlich mehr Erfahrung als du, lerne daraus. c) sie sind näher an den Patienten dran, wenn sich eine Pflegeperson Sorgen macht, nimm das ernst.

    7. Wie geht man aus deiner Erfahrung geschickt mit den ärztlichen Kollegen aus dem Kreise der Assistenzärzte um? Welche Probleme können hier auftauchen?
    Ich bin im Allgemeinen ein umgänglicher Mensch und kann mit fast jedem, der keine Persönlichkeitsstörung o.ä. hat auskommen und gut zusammenarbeiten. Wenn ich mit jemandem grössere Probleme habe, dann gehe ich denen aus dem Weg, schlicht, weil das dann meiner Erfahrung nach oft auch Leute sind, die mit dem ganzen Team in Konflikt geraten, und ich mich da gerne zurückhalte.

    8. Chef- und Oberärzte als Vorgesetzte lassen sich leider nicht umgehen. Wie sind hier deine Erfahrungen im täglichen Umgang im positiven wie auch im negativen Sinne?
    Ich habe bisher eigentlich fast ausschliesslich positive Erfahrungen. Man geht respektvoll miteinander um, kann auch mal Kritik anbringen, solange sie sachlich ist. Hängt aber auch vom persönlichen Einsatz ab.

    9. Wie spielt sich konkret die Weiterbildung ab: arbeitest du einfach nur oder gibt es Unterricht durch Ober- und Chefärzte, um den Anforderungen der Weiterbildungsordnung gerecht zu werden? Führst du ein Nachweisheft zur Weiterbildung? Fühlst du dich gut betreut? Ich führe mein e-Logbuch regelmässig nach. Wir haben mehrmals pro Woche Weiterbildungsveranstaltungen (gemäss WBO), Teaching findet auf den Visiten, bzw. auch bei den gemeinsamen Patientenbesprechungen statt. Daher: ich lerne Dinge. Nun nach einem Jahr hat sich die Lernkurve deutlich abgeflacht, da wir v.A. recht junge und unerfahrene Oberärzte haben, daher freue ich mich, bald wieder mehr gefordert zu werden.

    10. Was sind aus deiner Sicht die Vorteile deines Fachgebietes im Vergleich zu anderen Fachrichtungen? Und andersherum: wo liegen die Nachteile des Gebietes, die man in Kauf nehmen muss?
    Man behandelt den ganzen Menschen und nicht nur ein Organ(system). Es gibt aber dementsprechend auch viele sehr alte und polymorbide Patienten, das muss man mögen/abkönnen. Mir macht aber gerade End-of-Life-Care sehr viel Spass, also ist das für mich nicht unbedingt ein Nachteil.


    11. Wie beurteilst du die Chancen im Hinblick auf deine weitere Karriere nach der Facharztprüfung? Möchtest du eine Kliniklaufbahn anstreben oder dich niederlassen bzw. was hast du vor und wie sieht es dabei speziell für dein Fachgebiet aus?
    Ich mache jetzt erst einmal den Internisten fertig, dabei möchte ich noch etwas Anästhesie/IPS/Notfall machen. IPS und Notfall wären ebenfalls valable Alternativen langfristig, ich möchte da sehen, ob mir das gefällt. Ansonsten Spitalinternist, ich glaube, eine Niederlassung wäre nichts für mich.


    12. Stress, Überstunden und lange bzw. häufige Dienste gehören leider immer noch zum Berufsalltag. Fühlst du dich häufig gestresst, machst du viele Überstunden oder schiebst häufig Dienste oder geht es bei dir eher locker zu? Wie gehst du persönlich mit Stress und derartigen Belastungen um?
    Wir haben ein Dreischichtsystem, also keine Dienste. Ich mag es ab und an ganz gerne Nachtschichten zu machen, danach hat man immer kompensatorisch frei, und somit wesentlich mehr "Urlaubswochen" als sonst. Überstunden kommen leider teilweise vor, liessen sich sicher (und das ist aktuell geplant) mit administrativem Support noch wesenltich reduzieren. Für mich war es bisher immer im Rahmen.
    Ich habe eine Psychologin, zu der ich sporadisch gehe, um Dinge aufzuarbeiten mit denen ich Mühe habe. Ansonsten habe ich viele Hobbies und Freunde, mit denen ich kompensieren kann.


    13. Auch die Familie darf nicht zu kurz kommen: findest du als Vater oder Mutter Betreuungsangebote für eigenen Nachwuchs oder sonstige Unterstützung für ärztliche Eltern im Berufsleben? Wenn ja, welche? Falls es keine gibt: was konkret könnte dir helfen? Kann ich nicht beantworten, habe noch keine Kinder.


    14. Was möchtest du angehenden Assistenzärzten oder ärztlichen Kollegen als deine zwei wichtigsten Tipps mit auf den Weg geben? Sich zu überlegen, was von der Arbeit tatsächlich sinnvoll ist und nicht sinnvolles weglassen, das spart viel Zeit. Sich Zeit nehmen, um den Menschen hinter dem Patient zu entdecken, das bringt mehr Freude an der Arbeit.


    15. Heute nochmals vor deine Berufswahl gestellt: würdest du noch einmal den Beruf des Arztes wählen?
    Ja, auf jeden Fall. Auch wenn ich irgendwann die Nase voll habe von Patienten gibt es genügend Möglichkeiten einen interessanten Job zu finden.



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