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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #6
    tachykard Avatar von Absolute Arrhythmie
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    Atosil ist bei einem hoch aggressiven Patienten vielleicht auch ein bisschen niedrig gestapelt?
    Spätestens als er fixiert werden musste, wäre eine vernünftige Sedierung auch im sinne des Patienten gewesen.

    Du scheinst ja richtig gehandelt und das Problem frühzeitig bemerkt und kommuniziert zu haben! Da tut es mir leid, dass die Situation für dich so äußerst beschissen ausgegangen ist.

    Prinzipiell habe ich bei desorientierten Patienten immer versucht, deren "Fluchtwünschen" weitestgehend nachzukommen. Also frühe Mobilisation zB in einen Mobi-Stuhl (am besten mit fixierbarer Tischplatte ). Da dann Frühstück mit Kaffee, das hat die Leute echt oft abgelenkt und beruhigt.
    Ich hab ja in der Kardiochirurgie auf Intensiv gearbeitet, wo etwa 30% der Patienten Post Op durchgängig sind. Wir haben dementsprechend von Anfang an Auf frühzeitige Mobi (auch intubiert auf die Bettkante, min einmal am Tag auf die BK oder in den Mobi Stuhl). Das fördert die Vigilanz und beugt Komplikationen wie Pneumonien vor.
    Wenn ein Patient unruhig wach geworden ist, gab es 3 x tgl Haldol i.v. Atosil hab ich noch nie nem ITS Patienten gegeben, eher dann Dormicum oder Propofol, wobei wir das selten gemacht haben weil es das Problem nur vertagt.

    Was ich nicht gut finde: du wurdest als junger Kollege (Kollegin?) eingeteilt dich um drei (!?!?) Patienten zu kümmern, davon einer unruhig. Spätestens als der Typ aggressiv wurde, hätte jemand auf die Idee kommen können sich für dich (und den Patienten) einzusetzen und eine adäquate Sedierung zu fordern. Von der Eskalation hatte ja niemand was.
    Wie lange hast du Examen?

    Ansonsten gebe ich Brutus recht: Eigenschutz geht vor! Wer fremdaggressiv wird, der wird aggressiv sediert! Alles andere ist gefährlich und auch für den Patienten eine echt schlimme Erfahrung!



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  2. #7
    Registrierter Benutzer Avatar von papillon92
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    Prinzipiell habe ich bei desorientierten Patienten immer versucht, deren "Fluchtwünschen" weitestgehend nachzukommen. Also frühe Mobilisation zB in einen Mobi-Stuhl (am besten mit fixierbarer Tischplatte ). Da dann Frühstück mit Kaffee, das hat die Leute echt oft abgelenkt und beruhigt.
    Ich hab ja in der Kardiochirurgie auf Intensiv gearbeitet, wo etwa 30% der Patienten Post Op durchgängig sind. Wir haben dementsprechend von Anfang an Auf frühzeitige Mobi (auch intubiert auf die Bettkante, min einmal am Tag auf die BK oder in den Mobi Stuhl). Das fördert die Vigilanz und beugt Komplikationen wie Pneumonien vor.
    Ja,ansonsten bin ich auch für frühe Mobilisation. Allerdings hatte dieser Patient eine bescheidene Gerinnung und sollte Bettruhe einhalten nach der Coro, das war das Problem.
    Zudem sollte er nüchtern bleiben, falls eine Re-Coro erforderlich sein sollte.

    du wurdest als junger Kollege (Kollegin?) eingeteilt
    Kollegin ;)

    Wie lange hast du Examen?
    Ich hab mein Examen erst seit September 2016, befinde mich also auf dieser Station auch noch in der Probezeit...

    Was ich nicht gut finde: du wurdest als junger Kollege (Kollegin?) eingeteilt dich um drei (!?!?) Patienten zu kümmern, davon einer unruhig.
    Tja, der liebe Personalmangel Die Station lag voll (12 Pat), wir warn inkl. mir zu viert im Frühdienst, und hatten zu dem Zeitpunkt viele beatmete Patienten, die ich noch nicht betreuen durfte. Zudem stand ein Kollege kurz vor seiner Prüfung der Fachweiterbildung und betreute deswegen nur einen Pat.(seinen Prüfungspat für den nächsten Tag).



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  3. #8
    tachykard Avatar von Absolute Arrhythmie
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    Moment? Du bist seit Oktober dort und "darfst" noch keine beatmeten Patienten betreuen? Mit welcher Begründung das denn?
    Ein beatmeter, sedierter Patient ist im Normalfall deutlich einfacher zu betreuen als ein Hochaggressiver deliranter Patient!
    Die Einarbeitung ist doch dafür da, das du lernst unkomplizierte beatmete Patienten zu betreuen, wann sollst du es denn sonst lernen? In der Fachweiterbildung?
    Schon komisch, wie das auf manchen Stationen läuft!
    Ich finde es unverantwortlich, dich mit so einem Patienten zu belasten!
    Also du hast auf jeden Fall nichts falsch gemacht, die Entscheidung über die Medikamente und auch über die Mobilisation triffst ja nicht du, sondern die Ärzte!



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  4. #9
    Endgegner besiegt Avatar von WackenDoc
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    Fixieren- wenn man die Manpower hat- und das sind mind. 2 starke Männer, 3-4 Mann insgesamt. Im Bett schwierig, auf dem Boden einfacher. Sonst soll er halt raus laufen. Weit wird er schon nicht kommen.
    Sedierung: Viel hilft viel und bevor ich mich beissen lassen, geht´s halt i.m.
    Midazolam wäre mein Favorit. Wenn Atosil bevor es eskaliert, aber nicht in den homöopathischen Dosen, die die Neuros manchmal empfehlen.

    Wo man aufpassen muss: Es gibt ein Krankheitsbild, was excited delirium heisst. Ursachen sind u.a. Stoffwechselstörungen des Gehirns. Die Patienten sind motorisch massiv unruhig und entwickeln ungeahnte Kräfte. Das Problem ist, dass durch die massive Muskelaktivität die Temperatur steigt und der Patient übersäuert. Führt immer wieder zu Todesfällen.
    Bekannt sind einige Beispiele auf Videos (vor allem aus den USA)- das sind z.B. Patienten, die nackt auf Straßen rumlaufen. Die Todesfälle werden oft der Polizei angelastet, weil die Patienten eben oft nach dem Kampf bzw. nach der Fixierung sterben. Das Problem ist aber, dass der Prozess von Überhitzung und Übersäuerung ab einem Punkt irreversibel ist, an dem der Patient noch lebt.
    Mittel der Wahl ist Midazolam oder Tasern für die Polizei.
    This above all: to thine own self be true,
    And it must follow, as the night the day,
    Thou canst not then be false to any man.
    Hamlet, Act I, Scene 3



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  5. #10
    Administrator Avatar von Brutus
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    Zitat Zitat von WackenDoc Beitrag anzeigen
    Sedierung: Viel hilft viel und bevor ich mich beissen lassen, geht´s halt i.m.
    Midazolam wäre mein Favorit.
    Warum? M.E. brauchst Du da mit der 5mg Ampulle, die leider in den Krankenhäusern und nochmal leider auch auf den Autos wieder vermehrt zu finden sind, gar nicht anzufangen. Habe ich einen Zugang, dann ja, da können 5mg schon mal helfen... bis man die 2. Ampullen aufgezogen hat.
    Ansonsten bin ich ja schwer für Propofol. Früher auch gerne das Diazepam, eben weil es auf dem Auto war.

    Mittel der Wahl ist Midazolam oder Tasern für die Polizei.
    Wobei ja beides nicht so wirklich gut gegen agitierte Menschen wirkt. Gibt ein nettes Video, wo ein Schwarzer trotz Taser lustig weiter auf seine Ex und die Polizei zugeht...
    Was spricht denn gegen ein gutes kurzwirksames Muskelrelaxans?
    I'm a very stable genius!



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