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  1. #1
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    Hey Leute,

    ich bin Dermatologe und arbeite aktuell in Hamburg in einer Gemeinschaftspraxis. Mein Traum war, ist und wird es immer sein, in den USA zu praktizieren. Nun wollte ich einfach mal interessehalber fragen, wie man als deutscher Arzt so aufgenommen wird von den Leuten in den USA. Stehen die Amis einem eher skeptisch oder offen gegenüber? Wo hat man es als Auswanderer in den USA generell leicht oder schwer? Ich freue mich auf eure Beiträge und bin gespannt, was hier so alles zusammen kommt?

    lg



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  2. #2
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    Juni 2017 schriebst du hier:
    Zitat Zitat von Anton87 Beitrag anzeigen
    Hallo, Mein Abi ist leider nicht ganz so gut ausgefallen und ich muss leider einige Semester warten um Medizin studieren zu können. Habe mich jetzt für die Wartezeit für eine Ausbildung zum Medizinischen Fachangestellten Bewerben. Meint ihr das wird mir im späteren Verlauf helfen können?
    Das ging dann alles doch ziemlich schnell. Hut ab.



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  3. #3
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    Hi, bin zwar noch Student, aber hab durch das Lernen auf die Steps etwas Ahnung von der Materie.
    Damit du als Arzt in den Staaten arbeiten kannst, musst du die Steps (amerikanische Staatsexamina, namentlich Step 1, Step 2 Clinical Knowledge und Step 2 Clinical Skills, eine praktische Prüfung die Anamnese und Untersuchungsskills testen soll) absolvieren. Es gibt noch einen Step 3, den schreiben viele ausländische Ärzte auch noch um ihre Bewerbung zu verbessern, wird aber von den Amerikanern typischerweise in der Residency (=Assistenzarztzeit) geschrieben.
    Du müsstest in jedem Fall deine Assistenzarztzeit wiederholen, da die Amerikaner ausländische klinische Erfahrungen für gewöhnlich nicht anerkennen (Ausnahmen sind Kanada oder wenn du eine international bekannte Koryphäe auf deinem Gebiet bist).
    Zu den Steps: Die Punktzahl ist enorm wichtig, sie ist nämlich einer der ausschlaggebenden Faktoren dafür, welchen Facharzt du später machen darfst. Beliebt sind in den USA vor allem Fächer wie Neurochirurgie, Derma, Ortho, HNO, Plastische, Uro, Radio und Strahlentherapie, entweder aufgrund ihres Statuses als "Lifestyle-Fach" oder wegen $$$.
    Entsprechend kompetitiv sind diese Fächer. Ich möchte nicht entmutigend wirken, aber als Ausländer hat man in o.g Fächern leider nahezu 0% Chance, einen Platz zu ergattern. Ausländische Ärzte findet man in den USA vor allem in Fächern wie Innere, Päd, FM (Family Medicine bzw. Allgemeinmedizin) und Psych (wobei das Fach auch deutlich beliebter geworden ist).
    Die Frage, wo man es als Auswanderer einfacher hat, stellt sich für die Zeit deiner Residency eigentlich nicht, da anders als hier in Deutschland die Bewerbung auf Assistentenstellen zentral abläuft. D.h man bewirbt sich bei Krankenhäusern, wird dann zum Interview eingeladen oder eben nicht und listet dann die Häuser auf einer Rangliste und kriegt, sofern erfolgreich, eine Zusage von der höchstgelisteten Stelle.
    Zu deinen Chancen: Als Ausländer hast du von Beginn an einen Nachteil gegenüber deinen Mitbewerbern. Entsprechend gut musst du die Steps absolvieren, um überhaupt eine Chance zu haben. Hinzu kommt, dass oft von ausländischen Bewerbern klinische Erfahrung in den Staaten erwartet wird um zu sehen, ob man überhaupt in der Lage ist, im amerikanischen Gesundheitssystem zu arbeiten. Dies geschieht für gewöhnlich in Form von Famulaturen oder im Rahmen des PJs. Da du kein Student mehr bist und amerikanische Krankenhäusern Ausländern diese clinical experience (wenn überhaupt) nur Studenten anbieten, hast du darauf keinen Zugriff. Man kann zwar noch Observerships (=Hospitationen) machen, hier wirst du aber genau 0 am Patienten machen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, über Forschungsarbeit dort an Empfehlungsschreiben zu kommen. Hier gilt: Arbeiten darfst du diesbezüglich gerne, aber um die Finanzierung darfst du dich kümmern. Ohne Stipendium also mMn keine Alternative.

    Abschließend meine Meinung hierzu: Will man als Arzt in die Staaten, muss man eigentlich das Ganze schon im Studium planen, allein schon weil man mit Studentenstatus noch Zugriff auf bestimmte Ressourcen hat. Bei deiner Ausgangslage würde ich dir ehrlich gesagt davon abraten, weil der Prozess ordentlich Geld kostet und die Chance auf Erfolg doch eher begrenzt ist.

    LG

    Edit: Sehe gerade, dass der Threadersteller nicht ganz ehrlich mit seinen Angaben ist. Soviel Mühe für nichts..



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  4. #4
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    Ja, Rahmspinat hat vollkommen Recht. Habe Step 1 und 2 belegt und kenne mich ein wenig aus. Die FA-Ausbildung (absolviert in DE) wird NICHT in den USA anerkannt. Kenne zwei Ärzte, einer von ihnen ist Dermatologe, die die FA-Ausbildung in den Staaten nochmal gemacht haben. Derma ist zudem das allerkompetitivste Fach und dort wird einiges an Forschung, Publikationen und Engagement erwartet, um überhaupt eine Assistentenstelle zu bekommen. Das ist für Inländer schwierig genug, geschweige denn für jemanden, der in DE studiert hat. Die USA können sich aber diese Selektivität erlauben.

    Wie Rahmspinat erklärt hat, spielen die Ergebnisse (Punkte) eine enorme Rolle. Es ist also nicht so wie in DE, wo in den allermeisten Fächern man als CA froh ist, überhaupt IRGENDWELCHE Bewerber mit deutscher Approbation + Deutschkentnissen zu haben.

    Ach ja, und man muss bedenken, dass zumindest Step 2 (ungefähr das M2-Äquivalent) an einem einzigen Tag geschrieben wird, also alle 320 Fragen, die "wir" hier verteilt auf drei Tage beantworten, bearbeitet man da an einem Tag.

    Und auch hat er/sie Recht, dass man als "Ausländer" bzw. eher jemand, der außerhalb der USA studiert hat, erstmal dort kostenlos Praktika, Hospitation etc. belegen muss, um Kontakte zu knüpfen und realistische Chancen zu bekommen.

    PS:
    Zitat Zitat von Rahmspinat Beitrag anzeigen
    Du müsstest in jedem Fall deine Assistenzarztzeit wiederholen, da die Amerikaner ausländische klinische Erfahrungen für gewöhnlich nicht anerkennen (Ausnahmen sind Kanada oder wenn du eine international bekannte Koryphäe auf deinem Gebiet bist).
    Kanada erkennt den deutschen FA auch nicht generell, nur in sehr kleinen und wenigen Ausnahmen. Es ist also jetzt nicht so, dass man als FA nach Kanada geht und dort überall und wo man will praktizieren darf.
    Geändert von escitalopram (16.05.2018 um 13:03 Uhr)



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  5. #5
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    Zitat Zitat von escitalopram Beitrag anzeigen
    J
    PS:


    Kanada erkennt den deutschen FA auch nicht generell, nur in sehr kleinen und wenigen Ausnahmen. Es ist also jetzt nicht so, dass man als FA nach Kanada geht und dort überall und wo man will praktizieren darf.

    Wollte damit eigentlich sagen, dass die USA die kanadische Ausbildung als äquivalent anerkennt. Kanadier haben allerdings aufgrund der Visumpflicht trotzdem einen Nachteil gegenüber amerikanischen Graduates.



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