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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
    Registrierter Benutzer
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    08.10.2012
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    Hallo zusammen,
    nach endlich überstandener FA-Prüfung Innere Medizin werde ich mich nun in das Feld der ambulanten-hausärztlichen Versorgung begeben. Die Frage ist nur noch, wie... Hatte zuletzt in mehreren Praxen hospitiert; letztlich sind drei in der engeren Auswahl mit aber ganz unterschiedlichen "Herangehensweisen".

    1. Angestellt für ca. 32h/Woche, Gehalt 80% vom FA-Gehalt (weil ja auch nur 80% von 40h-Woche: 5 Vormittage, 2 Nachmittage), also ca. 4600€/Monat; geplant ist eine Übernahme der Praxis in einigen Jahren; Praxis hat etwa 1000 Scheine; 1 Chef + 1/2 Sitz für Angestellten (2 ganze Sitze würden von den Räumen her gehen)
    Praxis ist für meinen aktuellen Wohnort sehr gut gelegen

    2. Angestellt als WB-Assistent Allgemeinmedizin, FA-Gehalt 5800€/Monat; nach WB Übernahme eines Sitzes;
    Praxis liegt etwas weiter entfernt als die anderen zwei (aber immer noch in ca. 20 Min zu erreichen); 1200 Scheine, 1 Chef, aktuell noch ein WB-Assistent

    3. Direkte Praxisübernahme ab Anfang des nächsten Jahres; Praxislage ähnlich wie Nr. 1 sehr gut von mir zu Hause aus zu erreichen. Chef würde noch 1 bis max 2 Quartale nebenbei mitarbeiten für Fragen etc., 1 Angestellter Arzt würde weiterhin in der Praxis arbeiten; insgesamt könnte man die Praxis noch auf insgesamt 3 Sitze erweitern.
    Umsatzzahlen/Reingewinn/Investitionskosten etc hatte ich mir angeschaut und - rein finanziell - sieht das schon auch sehr gut aus.

    Ich frage mich nun, was eine sinnvolle Vorgehensweise wäre. Jede der drei Alternativen hat Vor- und Nachteile. Die "sichere Bank" wäre vermutlich eine Anstellung als FA mit dann halt weniger Geld, deutlich mehr Freizeit als bisher, aber ohne Risiko und mit der Möglichkeit, mich in die ambulante Medizin einzuarbeiten. Eine spätere Übernahme des Praxis wäre angedacht.
    Sollte ich mich für eine weitere FA-Ausbildung zum Allgemeinmediziner entscheiden, wird es vermutlich anfangs auch nicht so stressig werden, Gehalt als FA wäre auch okay - zumal ich das als Poolarzt mit KV-Diensten ja noch aufbessern könnte; ich hätte Zeit für Zusatzweiterbildungen, würde vom chirurgisch versierten Chef sicherlich einiges lernen können und würde vermutlich ideal auf eine Praxisübernahme hingeführt werden.
    Finanziell am besten wäre aber sicherlich die direkte Übernahme der o.g. großen Hausarztpraxis, zumal diese auf dem aktuellen Stand ist und auch unter Berücksichtigung eines gewissen Patientenschwundes noch immer sehr rentabel ist... NUR: von dem ganzen Abrechnungs-/Buchhaltungs-/BWL-Zeug habe ich leider noch mehr oder weniger keine Ahnung. (DIe MFAs sind zumindest sehr firm mit den ganzen DMP/HzV/Abrechnungen-Gedöhns) Die Frage ist natürlich, ob die vom Praxisabgeber angedachten 1-2 Quartale ausreichen, um sich einigermaßen sicher in den Betrieb einzuarbeiten. Naja, außerdem nimmt zwar die Innere Medizin schon einen großen Teil der Allgemeinmedizin ein, ist aber ja beileibe nicht alles, sodass ich da durchaus auch Defizite aufweise...

    Alles in allem bin ich sehr unentschlossen. Rein vom Gefühl her scheue ich schon den großen ungewissen Schritt in die sofortige Selbstständigkeit (der Wechsel Klinik -> Praxis ist ohne viel Vorkenntnisse auch bestimmt nicht sooo easy und unriskant). Vielleicht stelle ich mir das aber auch etwas zu kompliziert vor (kann ja auch sein, wenn ich mir so anschaue, wer alles schon auch ohne Einarbeitung eine Praxis übernommen hat)...

    Was sind eure Erfahrungen? Ist auch eine recht kurze Einarbeitung ausreichend, sich in den Praxisbetrieb einzuarbeiten oder wäre der "sichere Hafen" WB-AM oder Anstellung die bessere Wahl?

    (Anm.: Natürlich gibt's nicht DIE EINE ideale Wahl für alle, aber mich würden eure Meinungen doch schon sehr interessieren!)



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  2. #2
    Diamanten Mitglied Avatar von vanilleeis
    Mitglied seit
    08.08.2013
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    war mal AC
    Beiträge
    2.147
    3 würde ich nicht machen. Dazu birgt die Niederlassung, insbesondere in der hausärztlichen Versorgung, doch zu viele Fallstricke. 1 ist bequemerer als 2. Wichtig ist noch das Bauchgefühl in den Praxen: Wo hast Du Dich besser gefühlt? Mit welchem Chef warst Du auf einer Ebene?



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  3. #3
    verfressen & bergsüchtig Avatar von Evil
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    31.05.2004
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    Westfalenpott
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    14.113
    Wenn Du bereits FA für allgemeine Innere bist, kannst Du Dir die Weiterbildung Allgemeinmedizin sparen, da verkaufst Du Dich unter Wert.
    Das bißchen Chirurgie kriegst Du bei Einarbeitung durch erfahrene Allgemeinmediziner recht schnell mit (kleine Wundversorgung und OP-Nachbehandlung), dazu ein bis zwei Kurse für Wundmanagement, und das isses dann auch.
    Bei Frakturverdacht mußt Du Patienten eh weiterschicken zum Rö, und die BGen sind mittlerweile so restriktiv, daß das praktisch wegfällt.
    Wichtig ist noch Psychosomatik, aber die Kurse für die Grundversorgung kannst Du auch so machen und Dich dann für die entsprechenden Abrechnungsziffern bewerben.
    Also Möglichkeit 2 halte ich für unsinnig.

    Möglichkeit 3 hat wahrscheinlich die besten finanziellen Aussichten, da wirst Du aber eine sehr anstrengende Zeit haben und Dich sehr unsicher fühlen. Geht bestimmt, wird aber wahrscheinlich heftig, wie vanille schon schrieb. Wenn Du anstrengende Herausforderungen magst, dann mach ruhig.

    Ich denke, Möglichkeit 1 ist die sinnvollste Lösung, und dann übernimm die Praxis in einigen Jahren als hausärztlicher Internist.
    Weil er da ist!
    George Mallory auf die Frage, warum er den Everest besteigen will



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  4. #4
    Registrierter Benutzer
    Mitglied seit
    26.10.2014
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    59
    Möglichkeit 4: bei 1 oder 2 zuschlagen und dann überlegen, ob man dort wirklich alt werden will. Ansonsten parallel Alternativen suchen - in den nächsten Jahren sind sicherlich weiterhin Praxen wie 3 auf dem Markt...



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  5. #5
    wieder an Bord :-) Avatar von Muriel
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    26.811
    Eine Freundin in der Gyn ist Weg 3 gegangen aber komplett ohne jede Übergabezeit. Die alte Praxis war total heruntergewirtschaftet, keine 200 Scheine. Sie hat den Sitz übernommen und neue Räumlichkeiten gekauft (bzw ihr Mann, der sie an sie vermietet, steuerlich wohl günstiger) und hat ohne ambulante Erfahrung mit neuem Personal neu anfangen. Ihr Fazit: Was Besseres hätte sie nicht machen können. In alle betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und KV-Dinge hat sie sich eingearbeitet, insgesamt hatte sie acht Monate Zeit von Zuschlag der KV bis Start. Ihre Argumente für diesen Weg: Sie hat ihr Ding gemacht, ihre Struktur und Organisation hochgezogen, ohne auf "das haben wir immer schon so gemacht" oder aber durch den Vorgänger erlernte und übernommene vielleicht nicht so günstige Strukturen zurückzugreifen. Wenn anfangs manches nicht rund lief, hat sie sich hingesetzt, das überdacht und auch mit Hilfe von irgendwelchen Praxisorganisationskursen verbessert. Es läuft rund, nach zwei Jahren ist sie bei 1100 Scheinen und guter P-Quote angekommen.
    Ohne Interesse und Motivation, sich viel selber anzueignen an Kenntnissen, die wir alle nicht mitbringen aus dem Studium, wird das natürlich nichts, aber dann ist wohl generell der Weg der Niederlassung schwierig, wenn man nicht alles bezahlt auslagern möchte.



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