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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
    Registrierter Benutzer
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    11.06.2018
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    Hallo,

    in etwa zwei Wochen habe ich mein Abitur und wähle jetzt meinen zukünfitgen Weg ...

    mein Bauchgefühl sagt mir, dass der Arzt-Beruf und das Studium das Richtige für mich sind. Das hat mich in den letzten Monaten dazu bewegt, mich umfassend mit dem Studium und Beruf auseinanderzusetzen

    Gleichzeitig gibt es viele Dinge, die ich am Arztberuf auszusetzen habe.

    Schon lange fühle ich mich in Krankenhäusern gar nicht wohl, was vielleicht auch an meinen eigenen Erfahrungen damit liegt. Schon allein der typische Geruch in Krankenhäusern erweckt in mir dieses Unwohlsein

    Ich weiß jetzt schon, dass wenn ich Arzt werde, ich keine OPs machen will, weil ich mich für so etwas nicht wirklich beeindrucken kann und für mich da einfach zu viel Verantwortung dran hängt. Wenn ich da nicht wirklich 100% für brenne, will ich nicht das Schicksal eines anderen dafür aufs Spiel setzen. Da sollen nur die Profis ran, genauso wie ich es bei mir selbst auch haben wöllte.

    Die einzige Tätigkeit, die ich mir als Arzt sehr gerne vorstellen kann, wäre in einer Praxis. Darauf hätte ich schon ziemlich Lust.

    Ein weiterer Grund ist, dass ich mich ungerne mit schweren Schicksalen konfrontiere. Nicht, weil ich dafür eine Abneigung verspüre, sondern weil ich sehr emphatisch bin und bei so etwas viel Mitleid verspüre und nicht 100% objektiv sein kann, wenn es sich herausstellt, dass ein junges Mädchen Leukämie oder eine Mutter von drei Kindern einen Gehirntumor hat. Vor allem würde ich solchen Menschen dann gerne viel mehr Zeit/Zuneigung schenken. Aber als Arzt hat man ja (vor allem in der Praxis) nur sehr wenig Zeit für seine Patienten. Häufig ist es dann, wie am Fließband. (wenn man als Kassenarzt etwas verdienen will) und das finde ich moralisch nicht ok. Ich gucke deshalb auch keine Notfall-Medizin Dokus an, weil ich ungerne von zu Hause aus zur Unterhaltung zugucken will, wie ein Mensch, den ich nicht kenne, fast am sterben liegt


    Dann ist da noch ein weiterer Grund.

    Als Medizin-Student muss man ja unheimlich viel lernen und auswendig lernen. Das ist klar und ist mir völlig bewusst und ich wäre da vermutlich auch bereit zu. Aber in der Medizin gibt es eine einmalige Sache, die in fast keinem anderen Studiengang zu finden ist. Während man als BWL oder Ingenieurstudent 80% der Dinge nach dem Studium getrost wieder vergessen kann, sollte ein Medizin-Student lieber die vielen Bücher im Kopf behalten - denn davon könnte das Leben eines Menschen abhängen. Anatomie bei einer Notfall OP (da kann man nicht mal eben das Buch aufschlagen) bis hin zu Biochemie und Physiologie, wenn man schnell entscheiden muss, mit welchen Medikamenten und wie genau man einen Krebspatienten zu behandeln hat. Denn: Ein zweites Mal gibt es für einen Mediziner nicht. Ein Informatiker kann das Programm neu starten. Im Umkehrschluss heißt das, dass ich mcih mit dem Wissen nicht nur die 6 Jahre im Studium herumschlagen muss, sondern mein gesamtes Leben. Und das finde ich nicth sehr verlockend.

    Was mir auch nicht zuspricht, ist das heutige Gesundheitssystem. Als Kassenarzt muss ich mich an Vorschriften halten, wie viele Patienten ich wie lange behandeln kann und wie ich Medikamente etc. zu verschreiben habe. Sonst gibt es Kostenabstriche. Das steht häufig im Widerspruch zu den moralischen Pflichten eines Arztes. ICh möchte nicht teil eines solchen Fließband-Systems sein.

    Als Privatarzt trage ich dazu bei, dass gerechte Behandlung ein Privileg für die Wohlhabenden ist.

    Ich persönlich bin dagegen, dass man Patienten ohne Ende Medikamente beschreibt und setze mich dafür ein, auch die tägliche Ernährung als Medikament zu nutzen. Aber das wird von der Schulmedizin oft belächelt. Krebspatienten im Krankenhaus bekommen trotzdem Fleischwurst mit Butter auf Weißbrot und dazu einen Schokopudding zum Frühstück.


    Ich habe Angst, dass ich mich als Arzt diesem System unterordnen muss und es dann nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann und total unglücklich werde.


    Die Gründe weshalb ich Arzt werden will sind, dass ich mich für NaWis interessiere und gerne Menschen helfe und darin eben einen Schnittpunkt sehe und weil ich mir erhoffe ein besserer Arzt sein zu können als die, die wir heute zum Teil haben.... Außerdem ist es ein sicherer Beruf.

    Naja ich wollte das loswerden, bevor ich mir die ganze Mühe für Ham-NAT und schließlich den steinigen Weg des Medizinstudiums gehe und wollte gerne wissen, was ihr davon hält.

    LG



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  2. #2
    Göttingen Registrierter Benutzer
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    2. WBJ
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    Hast du schon einmal ein Praktikum im Krankenhaus gemacht?
    Anfänger operieren nicht alleine (und nicht alle Ärzte müssen operieren) und man kann durchaus ein paar Sekunden oder auch Minuten nachdenken, bevor man ein Medikament verschreibt. Für Fragen gibt es Oberärzte und Nachschlagewerke. Man muss auch nicht jedes Detail jedes einzelnes Faches immer im Kopf haben.

    Mit der übermäßigen Empathie ist schön schwieriger finde ich. Müsste man später dann schauen, wie ausgeprägt es noch wäre und welches Fach dann in Frage käme.



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  3. #3
    ECHOnaut
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    Beiträge
    9.030
    Nur so für mich als interessierten Laien „Krebspatienten im Krankenhaus bekommen trotzdem Fleischwurst mit Butter auf Weißbrot und dazu einen Schokopudding zum Frühstück.„ warum sollte man das als Krebspatient nicht bekommen?



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  4. #4
    Endgegner besiegt Avatar von WackenDoc
    Mitglied seit
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    Rettungssöldner
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    13.141
    Werd halt Heilpraktiker. Da brauchst keine Ausbildung, kannst mit irgendwelchen Ideen Geld verdienen, hast eigentlich keine Kontrolle und Vorgaben mehr. Kannst als honorar das verlangen, was deine Patienten bereit sind zu bezahlen.
    This above all: to thine own self be true,
    And it must follow, as the night the day,
    Thou canst not then be false to any man.
    Hamlet, Act I, Scene 3



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  5. #5
    Kind des Höchsten
    Mitglied seit
    09.02.2015
    Ort
    Ruhrpottwiese
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    zwischen forschen und studieren
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    Zitat Zitat von WackenDoc Beitrag anzeigen
    Werd halt Heilpraktiker. Da brauchst keine Ausbildung, kannst mit irgendwelchen Ideen Geld verdienen, hast eigentlich keine Kontrolle und Vorgaben mehr. Kannst als honorar das verlangen, was deine Patienten bereit sind zu bezahlen.
    Ich finde diese Aussage ziemlich unangepasst. Immerhin macht sich der Themenersteller Gedanken über viele Aspekte.
    Dann zu sagen, er solle doch einfach Heilpraktiker werden (denn da müssen die Krebspatienten kein Weißbrot und Schokopudding essen (??was ist, wenn sie das aber wollen!?)), finde ich schon sehr seltsam.
    Insbesondere unter dem Gesichtspunkt, dass du diese "Schwurbelmedizin" nicht unterstützt (Ps. ich auch nicht.)

    Vielleicht sehe nur ich das so, aber du musst einfach berücksichtigen, dass es sich hier um einen 19-jährigen handelt, der gerade sein Abi gemacht und und vielleicht bisschen "die Welt verbessern" will. Aussagen wie "werde doch Heilpraktiker, dann kannst du ganz toll empathisch Zeug verkaufen" bringen nämlich genau eines: Ärger und Unsicherheiten.

    Just my two cents.
    Geändert von Cantabile (13.06.2018 um 00:35 Uhr)
    Ich träume davon in einer Welt aufzuwachen, in der ich weiterschlafen kann.



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