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Interview mit einem Ulmer PJ- Studenten

Kein obligates Hakenhalten dafür eigenständige Koloskopien

MEDI-LEARN (Redaktion)

 

Wie hat dir das Arbeitsklima in der chirurgischen Abteilung der Uniklinik Ulm gefallen?

Das Arbeitsklima hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Mein Chirurgie-Tertial an der Uniklinik Ulm war in zwei Abschnitte aufgeteilt: Zwei Monate habe ich in der allgemeinchirurgischen Spezialambulanz verbracht, zwei weitere Monate in der Abteilung für Endoskopie. So hatte ich mit verschiedenen Ober- und Assistenzärzten sowie Pflegern und Schwestern zu tun. Der Umgang untereinander war aber sowohl in der Allgemeinchirurgie als auch in der Endoskopie sehr freundlich und ich hatte zu allen Kollegen ein gutes Verhältnis.

Gab es für dich Weiterbildungsangebote?

Zweimal wöchentlich fand ein PJ-Seminar statt. An sich halte ich das für eine gute Sache.
Inhalte und Gestaltung ließen jedoch manchmal etwas zu wünschen übrig und so würde ich die ganze Veranstaltung im Nachhinein als eher mittelmäßig beurteilen. Das Seminar war nicht ausschließlich für uns PJler gedacht, sondern wurde auch von Blockpraktikanten des 8. Semesters besucht.

Kannst du etwas zur Forschung dort sagen?

An Unikliniken wird ja immer geforscht. Ich als PJler der Chirurgie hatte damit aber eher wenig Berührung, für mich stand der Ambulanzalltag natürlich im Vordergrund. Wenn man als Assistenzarzt an einer Uniklinik anfangen will, muss man natürlich ein gewisses Interesse an Forschung mitbringen – frei nach dem Motto: Wer nicht forscht, wird nix!
Wie sahen deine Arbeitszeiten während des Chirurgie-Tertials aus?

Die Arbeitszeiten in der allgemeinchirurgischen Spezialambulanz waren echt klasse. Es gab immer eine Mittagspause und zwei Nachmittage die Woche hatte ich frei. Das ließ mir natürlich viel Zeit für Freizeitaktivitäten, aber auch dazu, noch mal ein Chirurgiebuch in die Hand zu nehmen und Krankheitsbilder nachzuschlagen, die mir während des PJ-Alltags so begegneten.
In der Endoskopie war es eigentlich ähnlich. Morgens und vormittags war dort wegen der vielen Untersuchungen und dem Patientenverkehr schon Stress angesagt, aber Nachmittag wurde es ruhiger, weil dann der ganze Verwaltungskram erledigt wurde. Zweimal wöchentlich fand die sog. „Prokto-Sprechstunde“ statt.

Wurdest du als PJler bezahlt?

Nein. Als ich mein PJ in der Chirurgie der Uniklinik Ulm absolviert habe, war eine Vergütung noch unüblich. Zum Glück geht die Entwicklung ja mittlerweile in eine andere Richtung. Das finde ich nur gerecht, denn als PJler ist man den Ärzten ja durchaus eine Hilfe! Für mich war während des PJs nur das Mittagessen kostenlos.

Wie beurteilst du die Ausbildung in der Chirurgie?

Die Ausbildung war sowohl in der allgemeinchirurgischen Spezialambulanz als auch in der Endoskopie sehr gut. Selbstständige Patientenbetreuung war erwünscht und wurde durch Ober- und Assistenzärzte sehr gefördert. Das ist durchaus nicht in jedem Krankenhaus selbstverständlich, aber ich denke, so lernt man als PJler am meisten. Im zweiten Abschnitt meines Chirurgie-Tertials habe ich viele Gastroskopien, Koloskopien und Interventionen sogar selbstständig durchführen dürfen!

Wer war dein Ansprechpartner während des Tertials?

Ich hatte nicht nur einen einzigen Ansprechpartner, sondern konnte mich während des gesamten Tertials mit Fragen immer an alle Assistenzärzte wenden. Die waren wirklich sehr hilfsbereit. Auffällig war auch die generell immer ziemlich entspannte Stimmung. Das liegt wahrscheinlich an den coolen Arbeitszeiten der Ärzte und daran, dass niemand in den OP muss!

Wie lautet dein Fazit?


Sowohl die allgemeinchirurgische Spezialambulanz als auch die Abteilung für Endoskopie kann ich aus mehreren Gründen uneingeschränkt weiter empfehlen: Das Personal ist total freundlich und der Umgang unter den Kollegen wirklich nett. Ich hatte während des gesamten Tertials viel Freiraum und konnte oft selbstständig arbeiten. Außerdem habe ich dank des guten Teachings viel gelernt und hatte wegen der tollen Arbeitszeiten viel Freizeit!