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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #66
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    Ich wechsle mal das Thema:

    Was macht ihr eigentlich in euren Kliniken wegen Corona?

    Bei uns:

    - Stärker hypofraktionieren (wir haben vorher schon viel hypofraktioniert, jetzt tun wir es umso mehr)
    - Hoffen, dass nie allzu viele Mitarbeiter gleichzeitig ausfallen, sonst wird's eng (v.a. bei den MTRAs)
    - Nachsorgen absagen, tlw. telefonisch abhalten
    - Alles was geht auf Sommer verschieben: ProstataCa/ MammaCa kriegen erstmal ADT/AHT (wenn indiziert) und fangen später an
    - Langsam spüren wir auch weniger Anmeldungen, da eben auch die anderen Disziplinen "stillstehen". So manche "fragliche" palliative Indikationen (nicht wirklich schmerzende Knochenmetastasen) werden doch nicht angemeldet und natürlich je weniger operiert wird, desto weniger Patienten landen dann im postoperativen Tumorboard. Ich denke mal, dass wenn die restlichen Kollegen ihre Nachsorgen verschieben, manche Rezidive erst später erkannt werden (PSA-Anstiege bei ProstataCa usw). Aktuell haben wir noch gut zu tun und haben nicht so viele COVID-Fälle im Klinikum, also ist das Motto: "Alles jetzt kurz aber gut bestrahlen, denn wir wissen nicht, wie es in 2 Wochen ausschaut".
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  2. #67
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    Zitat Zitat von OP-Ende Beitrag anzeigen
    Was ist eigentlich dein Ziel? Du bist Assistent bei Prof. Stuschke und möchtest während deiner Weiterbildung auch mal ans Protonenzentrum und dann wieder an die Uniklinik? Das würde ich spätestens im Jahresgespräch anregen, an einer Uniklinik für einen Teilabschnitt der Weiterbildung die Abteilung oder an ein akademisches Lehrkrankenhaus zu wechseln, ist problemlos möglich. Du musst dich nur organisatorisch darum kümmern.

    Wenn standardmäßig keine Rotation ins Protonenzentrum besteht (wäre natürlich schön für die Weiterbildung), warum sollten sich zwei voneinander organisatorisch getrennte Zentren dann eine Weiterbildungsbefugnis teilen? (...) Außerdem ist es z.B. für einen Chefwechsel sehr hilfreich, wenn eine CA-freie Zeit überbrückt werden muss.
    Ziel ist Facharzt werden, habe vor kurzem den Job gewechselt, dabei wäre es eine Option gewesen ans Protonenzentrum zu gehen (leider gibt es keine Rotation, so dass dies nicht in Frage kam).
    Nein ich bin nicht Assistent bei Prof. Stuschke und möchte es auch nicht werden. Meiner Meinung nach bietet die Strahlentherapie der Uniklinik Essen keine gute Weiterbildung im Fach Strahlentherapie momentan, aber es kann sich natürlich jeder sein eigenes Bild machen.
    Veränderung von der ÄK zu erwarten ist unrealistisch, ist wahrscheinlich nur Energieverschwendung. Somit wird die Rotation dort vllt erst kommen, wenn jmd. dort in Pension geht (Februar 2025).

    Zitat Zitat von alex1 Beitrag anzeigen
    Ich wechsle mal das Thema:
    Hmm wir haben aktuell 60 Covid Patienten (Anfang März ca. 10-20), allerdings Uniklinik ca. 1400 Betten (und viel Kapazität nach oben, manche Stationen sind schon länger geschlossen)

    - Nachsorgen werden soweit es geht telefonisch gemacht, wir machen rel. Nachsorge mit CT, bei Progress oder neuen Befunden machen wir die Nachsorge persönlich

    - Besprechungen sollen reduziert werden, nur wer Pat. /Pläne vorstellt, sollte kommen. Das ist inzwischen wieder aufgehoben, in der Besprechung sitzen alle mit 2 m Abstand

    - alle Tukos sind inzwischen als Telefon/Videokonferenz gestaltet, man kann die Doku der Tuko und Radiologie Bilder auf den Bildschirm projezieren, das Video bringt eigentlich nix

    - Alle Mitarbeiter und ca. 95% der Patienten tragen Mundschutz

    - Fortbildungen fallen erstmal aus (vllt demnächst auch als Telekonferenz?)

    - Unnötige Treffen sollen vermieden werden, jeder soll an seinem Arbeitsplatz bleiben

    - Glücklicherweise hypofraktionieren wir schon seit längerer Zeit auch mit 4Gy oder 5 Gy Einzeldosis insb. bei palliativen Fällen oder auch Hauttumore bei älteren PAtienten. Insgesamt hat sich nicht viel geändert. Insgesamt hat sich nicht soviel geändert.

    - Glücklicherweise momentan wenig - mäßig Ausfälle von Mitarbeitern wegen Covid19 zum jetzigen Zeitpunkt. Wir waren bis jetzt auch gut personell aufgestellt.

    - ja ist richtig: Knochenmetastasen kommen zur Zeit etwas weniger als Anmeldung, sonst gibt es aber auch viel, was man nicht wochenlang aufschieben kann. Für manchen HNO Tumor braucht man eh einige Zeit Vorlaufzeit (PET-CT, Zahnschiene, ggfs. Sammelurin /Echo/Audiometrie (kann man bei fitten Patienten auch notfalls nachreichen meiner Ansicht nach)

    - Mitte März bis Ende März gab es kurz HomeOffice für einen Teil der Mitarbeiter, dies wurde aber wieder beendet, leider kann man nicht zu Hause das Strahlentherapieinformationssystem nutzen und auch keine Konturen machen
    Geändert von daCapo (12.04.2020 um 00:12 Uhr)



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  3. #68
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    Danke für die Infos.

    Ich möchte mal gucken, wieviel Kliniken nun wirklich zu "Standard" ED 2.66 Gy Mamma (inkl. LAW) oder 5 x 6 Gy Teilbrust übergehen werden. Auch 20 x 3 Gy Prostata ist halb so lang wie die 2 Gy ED Konzepte.
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  4. #69
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    Bei LAW machen wir weiter 2 Gy ED, wird seitens der AGO auch so empfohlen; sonst natürlich 40,05; https://www.ago-online.de/fileadmin/...diotherapy.pdf
    Errinnere mich an einen negativen Fallbericht, wo 2,67 ED bei LAW gewählt wurde mit nachfolgender Nervenschaden.
    Teilbrust machen wir nicht. Bin auch gespannt, ob sowas wie FAST TRACK kommt bei Mamma

    20 x 3 Prostata haben wir ab und zu mal gemacht, aber dabei gab es mehr Akut Tox. Somit momentan weiter bei uns Standard 2 Gy ED. War eine Diskussion dieses Jahr auf der Erlanger Fortbildung, ob 3 Gy ED nun der neue Standard ist.

    Wenn man ehrlich ist, gibt es in Deutschland auch keinen Strahlentherapiemangel. Die Studien stammen aus GB / Canada, wo Patientinnen, für diese Standardbehandlung stundenlang unterwegs waren, weil es weniger Kapazitäten in diesen Ländern gibt.


    Bei palliativen, insb. bettlägerigen Patienten nimmt glücklicherweise die Hypofraktionierung zu. Meist ist damit allen geholfen.



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  5. #70
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    Zitat Zitat von daCapo Beitrag anzeigen
    Bei LAW machen wir weiter 2 Gy ED, wird seitens der AGO auch so empfohlen; sonst natürlich 40,05; https://www.ago-online.de/fileadmin/...diotherapy.pdf
    Errinnere mich an einen negativen Fallbericht, wo 2,67 ED bei LAW gewählt wurde mit nachfolgender Nervenschaden.
    Meines Erachtens darf auch LAW hypofraktionieren, lediglich bei Mammaria interna wäre ich etwas vorsichtig.
    Eine hohe Tangente aber ist auch hypofraktioniert erlaubt, die ASTRO-Guideline gibt das auch so frei, solange keine "Zusatzfelder" angewendet werden.
    https://www.practicalradonc.org/cms/...0d0f6/mmc1.pdf
    Frühere Fallserien mit LAW waren oft 2D-geplant, d.h. unklar was füe Einzeldosen am Plexus ankam, heutzutage wissen wir das besser.

    Teilbrust machen wir nicht. Bin auch gespannt, ob sowas wie FAST TRACK kommt bei Mamma
    Teilbrust ist super. FAST TRACK kommt sicherlich auch irgendwann.

    20 x 3 Prostata haben wir ab und zu mal gemacht, aber dabei gab es mehr Akut Tox. Somit momentan weiter bei uns Standard 2 Gy ED. War eine Diskussion dieses Jahr auf der Erlanger Fortbildung, ob 3 Gy ED nun der neue Standard ist.
    Ich habe auch etwas mehr Toxizität, v.a. in der Blase gesehen. Darm war gleich nach meinem Gefühl. Ein gewisser "Bias" ist sicherlich (und das sah man auch in den Studien), dass wir die Toxizität während der Therapie in kürzerer Zeit dafür etwas mehr sehen, während bei Normofraktionierung das sich einfach länger auf mittleren Niveau zieht. Das heisst, die AUC der Toxizität ist vermutlich ähnlich, bloss anders verteilt.

    Wenn man ehrlich ist, gibt es in Deutschland auch keinen Strahlentherapiemangel. Die Studien stammen aus GB / Canada, wo Patientinnen, für diese Standardbehandlung stundenlang unterwegs waren, weil es weniger Kapazitäten in diesen Ländern gibt.
    Patientenkomfort und Kosten sind aber auch wichtig. Wir sollten das nicht unterschätzen, wenn die Therapie gleich gut ist.
    Und die Frage ist, was mit COVID wird (das war eigentlich auch meine Frage). Wenn man nicht mehr genug MTRAs hat oder ein Gerät alleine für COVID-Patienten betreiben muss, das stundenlang desinfiziert wird, kommen wir in einen Engpass.
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