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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #26
    Jodelschnepfe Avatar von Hoppla-Daisy
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    Nachdem im Kotz-Thread eine kleine Diskussion über den Einsatz, Falscheinsatz oder Nichteinsatz von Antibiotika aufkam, dachte ich mir, dass es vielleicht sinnvoll sein könnte, einen entsprechenden Thread zu eröffnen.

    Idee ist, dass hier Kollegen aller Fachrichtungen ihre häufig eingesetzten Antibiotika einstellen, und zwar immer leitliniengerecht. Heißt, gibt es eine Änderung, wäre es schön, wenn man das dann auch entsprechend hier eintragen würde. Ziel von uns allen sollte ja sein, die Anwendung von Antibiotika auf ein sinnvolles Maß und vor allem vom "Gießkannenprinzip" auf Kurzanwendung herunter zu schrauben, um den selektiven Druck heraus zu nehmen. Oder, wenn es möglich ist, auch mal drauf zu verzichten und den Verlauf abzuwarten. Okay, im Krankenhaus vielleicht nicht wirklich durchführbar (MDK lässt grüßen...), aber der ein oder andere Kollege hat ja auch ambulante Notfälle, die er zu versorgen hat.

    Natürlich soll das hier kein Ersatz für das Lesen von Leitlinien sein, aber mal ehrlich, wann hab ich zuletzt ne Leitlinie außerhalb meines eigenen Fachbereichs gelesen? Eben! Es geht auch vielmehr um die Diskussion, was sinnvoll ist und was eben nicht mehr sinnvoll ist. Einfach damit wir uns selbst im Umgang mit diesen sensiblen Medikamenten ein wenig schulen.

    Und da wir ja hier auch Mikrobiologen unter uns haben, erhoffe ich mir regen In- und Output .
    Um einen guten Einstieg zu finden, habe ich einfach mal die Beiträge aus dem Kotz-Thread nach hier verschoben.

    Auf eine rege Diskussion!

    Hoppla-Daisy
    Es ist einfacher, ein Loch zu graben, als einen Turm zu bauen

    Auch weiterhin gilt: "Krisen müssen draußen bleiben!"



  2. #27
    verfressen & bergsüchtig Avatar von Evil
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    Gute Idee.
    Was man meiner Ansicht nach beim Einsatz von Fosfomycin bedenken sollte, daß es gegen viele 3-MRGN-Keime das letzte oral wirksame Antibiotikum darstellt, deswegen setze ich es nicht gerne first-line ein.
    In unserer Gegend sind die Resistenzraten gegen Cotrim noch oder wieder relativ gering, erstaunlicherweise gilt das sogar auch öfter für Amoxicillin bei gleichzeitiger Cefuroxim-Resistenz.
    Weil er da ist!
    George Mallory auf die Frage, warum er den Everest besteigen will



  3. #28
    Kognitive Sollbruchstelle Avatar von Sebastian1
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    Orales Cefuroxim ist eh - auch wenn noch häufig verschrieben - obsolet. Die Bioverfügbarkeit liegt günstigstenfalls bei 50%, es erhöht den Selektionsdruck im MDT, was auch ein Problem der oralen Fluorchinolone ist. Cefuroxim habe ich dabei im Übrigen noch nie wirklich in seinen Darreichungsformen verstanden: I.v. gibst du 3x1,5g, also 4,5g/Tag, die verfügbar sind. Oral liegst du bei 3*500 mg, davon wird maximal die Hälfte resorbiert, also 750 mg/d....

    In diesem Zusammenhang übrigens noch interessant und klinisch bedeutsam: Zum 1.1.19 wird die Definition von "I" für "intermediär" neu definiert, siehe http://www.nak-deutschland.org/tl_fi...I_20180913.pdf

    Zitat:
    "I - Sensibel bei erhöhter Exposition: Ein Mikroorganismus wird als Sensibel bei erhöhter Exposition* kategorisiert,
    wenn bei erhöhter Exposition des Infektionserregers gegenüber der Substanz eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen therapeutischen Erfolg besteht, z.B. durch Erhöhung der Dosierung/geänderte Verabreichungsform oder durch Konzentrierung am Infektionsort."

    Bedeutet übrigens auch, dass viele Mibis ihre MRGN-Klassifikationen ändern, indem nicht mehr I+R als resistent herangezogen werden, sondern nur noch R...

    Zitat Zitat von Evil Beitrag anzeigen
    Gute Idee.
    Was man meiner Ansicht nach beim Einsatz von Fosfomycin bedenken sollte, daß es gegen viele 3-MRGN-Keime das letzte oral wirksame Antibiotikum darstellt, deswegen setze ich es nicht gerne first-line ein.
    Das stimmt, ist ja nicht umsonst Reserve-AB. Zählt nichtdestotrotz hier First-Line. Da du ja eure lokalen Resistenzen kennst und entsprechend reagierst, top. Ich bezweifle aber, dass die entsprechende Awareness bei allen Kollegen so ausgeprägt ist...



  4. #29
    Jodelschnepfe Avatar von Hoppla-Daisy
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    Wann immer wir ein "I" im Antibiogramm finden, wird automatisch gesagt "hm, zu haarig.... was ist sensibel?". Laut unserem Mibi-Labor hieß es auf Nachfrage zwar immer "wenn E. coli und "I", dann kann man das ruhig geben". Meine OÄ sahen das bisher aber immer anders. "Dann können sie auch gleich "S" schreiben!" Und - zack - wurde - ein anderes Antibiotikum aus der Liste ausgewählt.

    Ach ja, und leider wird hier WAS immer wieder als Single-Shot Antibiose intraoperativ gewählt? Genaaaaaauuuuuu, Cefuroxim! Und gar nicht so selten haben wir dann postoperativ Fieber. Kooooomisch aber auch....

    Cefuroxim oral geben wir übrigens immer im 12-Stunden-Intervall (2 x 500 mg). Und auch i. v. nur bei schwereren Verläufen 3 x täglich, sonst zweimal täglich.
    Geändert von Hoppla-Daisy (19.12.2018 um 10:59 Uhr)
    Es ist einfacher, ein Loch zu graben, als einen Turm zu bauen

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  5. #30
    Kognitive Sollbruchstelle Avatar von Sebastian1
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    Genau das Verhalten hat ja dazu geführt, dass man gesehen hat, das man die Definition von "I" ändern muss.
    Bis das allerdings in allen Köpfen angekommen ist (und entsprechend gehandelt wird), wird es noch dauern. Aber es ist schon wichtig, die neue Definition zu kennen.

    Bei 2x500 mg oral hast du dann mit Glück halt 500 mg tägliche Wirkdosis. In unseren Hausleitlinien, die grade neu sind (ok, Krankenhausverbund mit eigenem Institut für ABS....), wirst du Cefuroxim nicht mehr finden.



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