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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #6
    Toastbrot im Regen
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    Wir behandeln auf unserer ITS/IMC hin und wieder anorektische PatientInnen, wenn sie zu mager für unsere Psychosomatik sind. Und zwar nur so lange, wie nötig, d.h. in unserem Fall: BMI>13, kein Refeeding, keine Elektrolytverschiebungen. Dann verlegen wir auf die Psychosomatik oder müssen entlassen, wenn ersteres nicht gewünscht. Ich verstehe deinen Wunsch, sehe da aber mehrere Probleme und kann dir nur ans Herz legen, dir das anzuhören, deine Freundin aber dahingehend zu motivieren und zu bestärken, dass sie da bleibt, aus Folgenden Gründen:
    1. Medizinisch: in solchen Fachkliniken ist man auf das Krankheitsbild spezialisiert, du würdest ja auch keine Appendizitis vom HNO-Arzt operieren lassen , oder?
    2. Sozial: auf internistischen Stationen wird sich wenig Möglichkeit für Austausch mit anderen Patienten finden, sind doch die meisten alt und mit sich selbst beschäftigt... Und man bleibt ja doch lange stationär mit solch einem Krankheitsbild.
    3.Personell: auf internistischen Stationen ist die individuelle Betreuung, Erstellung und Einhaltung von Essplänen, Krisenbewältigung, etc. nicht gegeben, dafür gibt es in den wenigsten Fällen genügend Kapazitäten beim medizinischen Personal
    4. es liegt in der Natur des Krankheitsbildes, dass deine Freundin um jede Regel, jede Essportion, etc.diskutiert - auch wenn sie motiviert ist: das Gehirn ist bei solch einem BMI auf Dauersparflamme. Sie wird vermutlich sehr eingeengt auf die Thematik sein. Anorexie ist da leider heimtückisch.

    Überdies erscheinen mir die Regeln eigentlich recht normal, meiner (geringen) Erfahrung nach kommt man anders auch nicht weiter, die meisten AnorektikerInnen sind ja auch dran gewöhnt, sich selbst strenge Regeln aufzuerlegen.



  2. #7
    Vögelchen
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    Danke für eure Antworten!

    Das sehe ich unbedingt genau so, dass rein die Erhöhung des BMI überhaupt selten weiter bringt.

    Ich wollte nur mal nachfragen, ob es auch positive Erfahrungen diesbezüglich gibt.

    Allerdings sehe ich es schon als Problem, dass es für erwachsene Patienten mit Anorexie nicht unbedingt entsprechende Therapiekonzepte gibt, sondern es ist vielfach sehr "von oben herab" und nichts mit "gleichberechtiger Patient" und Aufklärung.
    Zwar sind die meisten jugendlich, ich denke aber, dass man mit Erwachsenen, die die Krankheit schon 10- 20 Jahre haben, eine andere Therapieform entwickeln müsste, die es meinem Eindruck nach noch nicht so richtig gibt,



  3. #8
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    Zitat Zitat von xyl15 Beitrag anzeigen
    ich denke aber, dass man mit Erwachsenen, die die Krankheit schon 10- 20 Jahre haben, eine andere Therapieform entwickeln müsste,
    Wozu? Ihr Gehirn ist mindestens genauso krank wie die der jugendlichen Pat. und sterben tun sie mit einem BMI von 11 genauso elend.



  4. #9
    Diamanten Mitglied
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    Was wir im Studium gelernt haben damals wird es eben durch die strenge Regeln versucht das Gehirn aus dem Einfluss der Krankheit rauszukommen. Bis zu einem BMI von 13 kenne ich auch so, dass eher die internistische Station zuständig ist, aber vermutlich wird sie in der Fachklinik mitbetreut?



  5. #10
    off-label use Avatar von erdbeertoertchen
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    ich brauche keine Medikamente, ich bin nicht krank!
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    Mit einem BMI von 11 sind anorektische Patienten nicht klar denkend, daher brauchen sie enge Strukturen. Es wird von diesen Patienten sehr oft alles oder vieles der Therapie in Frage gestellt. Daher gibt es oft den Versuch der Diskussion seitens der Patienten über Kleinigkeiten. Zumindest bei uns und ich denke auch in anderen Kliniken wird sich auf keine Diskussion eingelassen.
    Die Regeln sind am Anfang sehr streng und je höher der BMI wird, desto lockerer wird es. Manche Regeln sind für Patienten und auch aussenstehende nicht nachvollziehbar.
    ZB das mit dem Schalverbot beim Essen kann sein, weil manche Magersuechtige zB Butter reinschmieren, um Fett zu vermeiden. Daher diese Regel. Keine Dinge, die nach Essen riechen, der richtige Umgang mit Essen und das Hungergefuehl muss wieder erlernt werden, und zwar in der Therapie.
    Man muss sich klar machen, dass die ue Therapie nicht gegen den Patienten geht, sondern gegen die Magersucht und gerade diese ist sehr heimtückisch. Die Patienten nehmen sich als zu dick war und reden sich ein, sie können es ambulant schaffen, dem ist nur bis zu einer gewissen Krankheitseinsicht so.
    Ich kenne deine Freundin nicht und ich habe nur stationär Erfahrung, aber bis jetzt konnten sich alle Patientinnen, die ich hatte, mit so einem BMI nur sehr schwer auf die Therapie einlassen und haben mit allen Mitteln versucht Kalorien zu vermeiden oder wollten entlassen werden. Und bei deiner Freundin hört es sich für mich ähnlich an.
    Geändert von erdbeertoertchen (05.01.2019 um 19:18 Uhr)



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