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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
    Registrierter Benutzer
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    04.09.2018
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    Hallo zusammen!

    Ich bin seit einer Woche in meiner Ambulanz-Famulatur. Es ist eine kleine Abteilung mit Chirurgie und Innere, jeweils ein diensthabender Arzt. Es macht mir bislang voll viel Spaß, die Lehre ist gut und die Stimmung super und ich darf viele Sachen eigenständig machen.
    Am Freitag kam es dann aber zu einem Konflikt und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. In der Ambulanz ist stellenweise recht wenig los. Es können mal zehn Patienten gleichzeitig da sein, aber zeitweise auch mal gar keiner.
    Nun bittet mich die Pflege regelmäßig mal das eine oder andere zu übernehmen - Patient auf Station bringen, Blut ins Labor tragen, auf einen Patienten aufpassen, beim Lagern helfen usw. Bislang habe ich da gerne mitgeholfen, da ich es als Geben und Nehmen sah und es nie mit einer "interessanteren" Aufgabe kollidierte. Am Freitag wurde aber, als gerade gar nichts los war, von der Pflege verlangt, dass ich bei einem Raum die komplette Desinfektion übernehme - eine Aufgabe, die gut und gerne zwei Stunden dauert. Ich habe mich geweigert, da ich das nun wirklich nicht als meine Aufgabe ansehe und man das definitiv von keinem Arzt verlangen würde. Ich habe daraufhin einen Anschiss von der Stationsleiterin bekommen, der sehr ins persönliche ging und mir u.a. Arroganz und Faulheit vorwarf und mir unterstellte, dass ich die angenehmen Sachen sehr gerne mache und mir für die unangenehmen zu fein bin. Ich habe in der ersten Emotion gesagt, dass ich Famulant und nicht Pflegepraktikant bin und mir die Pflege eigentlich gar nichts zu sagen hat. Daraufhin wurde mir von der Stationsleiterin gesagt, dass ich jetzt gehen soll.
    Leider konnte mir von den Ärzten in dem Moment auch keiner helfen (Chirurg mit nur sehr schlechten Deutschkenntnissen, Internistin selbst noch sehr jung), so dass ich ziemlich fertig heim bin.
    Der Chefarzt, mit dem ich die Famulatur ausgemacht habe und mit dem ich bislang sehr gut klarkam, ist gerade im Urlaub, seinen Stellvertreter kenne ich nicht.
    Ich möchte die Famulatur gerne fortsetzen, da ich mir grundsätzlich von sowas nicht die Laune verderben möchte und ich ganz ehrlich auch keinen Bock habe, die Woche bzw. das Semester in den Wind zu schreiben, da ich in den verbleibenden Wochen bis Vorlesungsbeginn keinen Ersatz finden werde.
    Jetzt stellen sich mir zwei grundsätzliche Fragen:
    1. Wie soll ich am Montag vorgehen? Noch mal in Ruhe das Gespräch suchen? Mich bei der ärztlichen Leitung
    beschweren?
    2. Welche Aufgaben haben andere von euch in eurer Famulatur übernommen? Ich weiß: wenn man den kleinen Finger hinstreckt wird man irgendwann die ganze Hand nehmen - den Fehler habe ich gemacht. Aber was kann und darf man von einem Famulanten erwarten? Mir ist grundsätzlich ein gutes Verhältnis zur Pflege und zum ganzen Team wichtig und bevor ich irgendwo nichtstuend rumsitze, packe ich lieber mit an.

    Vielen Dank für alle Ratschläge!



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  2. #2
    Diamanten Mitglied Avatar von Heerestorte
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    31.05.2013
    Ort
    Nebel des Grauens
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    Kliniker
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    3.926
    Ich sehe das ähnlich wie du. Kleinere Sachen, wie eben mal was weg bringen oder auch beim Lagern helfen, das mache ich gerne und habe da auch kein Problem mit, aber 2h putzen, da hätte ich mich auch zu Recht geweigert. Das ist nicht die Aufgabe eines Famulanten und wohl auch nicht der Pflege. Dafür gibt es doch Reinigungspersonal in der Klinik.

    Und ganz ehrlich, so blöd die Situation ist, ich glaube nicht, dass du was schlimmes zu befürchten hast.
    Das ist halt einfach nicht deine Aufgabe und da kann sich die Stationsleitung aufregen wie sie will.
    Wie du die Situation am besten meisterst, das kann ich leider auch nicht genau sagen.
    Gespräch suchen kann was bringen, kanns aber auch nicht bringen, wenn sie dich schon gefressen hat.



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  3. #3
    Diamanten Mitglied
    Mitglied seit
    04.08.2012
    Semester:
    12. (PJ)
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    6.890
    Also ganz grundsätzlich gesehen würde ich schon davon ausgehen dass du, falls du geographisch flexibel bist, noch irgendwo anders was finden würdest - z.B. wenn du am Montag anrufst und dann von 5. 3. bis 4. 4. woanders famulierst (je nach den Regeln deines LPAs!). Müsste eigentlich auch mit den Vorlesungszeiten kompatibel sein. Weitere Alternative: Du splittest, machst dort noch die zweite Woche voll, und den Rest dann woanders. (Da müsstest du erst recht sorgfältig die Regeln deines LPAs prüfen!) Aber ob das überhaupt nötig/sinnvoll ist, ist eine andere Frage.

    Zu deinem Konflikt am Freitag: "dass ich Famulant und nicht Pflegepraktikant bin" hätte ich auch gesagt, ist inhaltlich korrekt und ein guter Grund, diese Aufgabe nicht zu erledigen. "und mir die Pflege eigentlich gar nichts zu sagen hat" war natürlich nicht so schlau zu sagen (selbst wenn formal vielleicht sogar korrekt). Ich an deiner Stelle wäre nicht heimgegangen, aber das kann man jetzt nicht mehr ändern.

    Mit so einer Stationsleiterin zu sprechen wird IMHO nichts bringen. Zur ärztlichen Leitung (im Sinne von ärztlicher Direktor) zu gehen wirkt hysterisch und wird noch mehr Feindseligkeit hervorrufen. Ich würde einfach am Montag zum Oberarzt oder Chefarzt gehen (je nachdem wie die so sind, wer eher in der Ambulanz ist, wer eher Zeit hat, wer eher weiß wie die Stationsleiterin so drauf ist), die Situation erklären, und ihn bitten, mit der Stationsleiterin zu reden, damit so etwas nicht wieder vorkommt. Falls so eine Situation dennoch wieder vorkommt, sagst du einfach freundlich, dass das nicht zu deinen Aufgaben gehört und/oder dass du eine Ambulanzfamulatur machst und deshalb mit der Station nichts am Hut hast.

    Bei sehr kleinen Häusern ist das Problem manchmal auch, dass die Pflege gar nicht weiß, was der Unterschied zwischen Pflegepraktikant, Famulant und PJ-Student ist, bzw. dass die Pflege oft gar nicht weiß, was man ist, warum man dort ist, was man dort tun soll. Ich musste in meinem aktuellen PJ-Haus auch etliche Male erklären, dass ich PJ-Student bin, dass ich noch nicht Arzt bin, und was der Sinn des PJ ist. Könnte also theoretisch auch sein, dass es allein Unwissenheit war, die zu dieser Situation geführt hat - vielleicht hatten sie bisher nur Pflegepraktikanten und sind deshalb davon ausgegangen, dass auch du Pflegepraktikantin bist.

    Das Allerwichtigste: Sobald du dein Famulaturzeugnis hast hinterlässt du eine entsprechende Bewertung auf famulatur-ranking.de und sprichst nochmal mit dem Chefarzt, um sicherzustellen, dass er sich des Problems bewusst ist.



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  4. #4
    Endgegner besiegt Avatar von WackenDoc
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    24.01.2009
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    Bauschamane
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    13.876
    Ich würde es versuchen durchzuziehen. Schult für den Umgang mit der Pflege für später.

    Mein Tipp: Sprich nochmal ruhig mit der Stationsleitung. Du hast einen Konflikt mit ihr, der gelöst werden sollte.
    Dabei ruhig anerkennen, dass du in der Wortwahl wohl über´s Ziel hinaus geschossen bist. Ihre Wortwahl mit den Rosinen war genauso wenig angemessen und das heimschicken stand ihr auch nicht zu. Dann aber klaren Standpunkt vertreten:
    Ihr erklären, was du überhaupt für eine Funktion hast und was deine Aufgaben sind und was das ZIEL ist. Ich denke letzteres ist sehr wichtig.
    Du kannst dich ja auch bereit erklären, als Entgegenkommen weiter Kleinigkeiten zu übernehmen, sofern sie nicht mit deinen Hauptaufgaben kollidieren. (Da würde ich aber auch eine entsprechende Wortwahl erwarten- also nicht Ratsuchende mach mal, sondern ratsuchende, würdest du uns unterstützen.) Und mal drauf achten, ob du und die Ärzte auch umgekehrt Unterstützung von der Pflege bekommen soweit fachlich passend.
    Du könntest dich übrigens auch in Leerlaufzeiten hinsetzen und was lernen oder was üben. z.B. die EKGs der internistischen Patienten nochmal nachlesen etc.

    Aber dann auch sehr klar abgrenzen: Nein, die Desinfektion ist nicht deine Aufgabe. (Kleiner Hinweis- für die Tätigkeit benötigst du eine recht umfangreiche Unterweisung, deswegen macht das sogar eher das dafür ausgebildete Reinigungspersonal). Und etwas vorsichtig mit dem Lagern sein- da kann man viel falsch machen und am Ende hast du die Rückenschmerzen, lass dir auch da genau erklären, worauf du achten musst. Dann hätte es sogar einen positiven Effekt, weil du was für deine spätere Tätigkeit lernst (lagern ist zwar keine ärztliche Aufgabe, aber es gibt immer wieder Situationen wo die Unterstützung gefordert ist).

    Also- nicht persönlich nehmen, davon ausgehen, dass ein Missverständnis (über deine Aufgaben und das Unterstellungsverhältnis) und ein Kommunikationsproblem (eben dass man sowas ruhig und respektvoll klärt) gibt.
    This above all: to thine own self be true,
    And it must follow, as the night the day,
    Thou canst not then be false to any man.
    Hamlet, Act I, Scene 3



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  5. #5
    Endgegner besiegt Avatar von WackenDoc
    Mitglied seit
    24.01.2009
    Semester:
    Bauschamane
    Beiträge
    13.876
    Achso- auch ruhig sagen, dass du das mit der Faulheit und Arroganz unangemessen fandest.

    Falls sie das alles komplett abblockt, dann zum zuständigen Oberarzt. Einen Stationsarzt habt ihr dafür wenn ich das richtig verstanden habe nicht?
    This above all: to thine own self be true,
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    Thou canst not then be false to any man.
    Hamlet, Act I, Scene 3



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