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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
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    Liebes Forum,

    ich stehe vor einer nicht ganz einfachen Situation und ich bin für jeden Rat dankbar.
    Ich stehe gerade am Ende von 1,5 Jahren, die ich mir für eine experimentelle Dissertation genommen habe, davon ein Semester (plus Ferien) studienbegleitend und ein Jahr Vollzeit. Nun stünde, ab Juni, die Examensvorbereitung (M2) an.

    Obwohl das Projekt anfangs einen guten Eindruck gemacht hat war die Situation in der Gruppe haarsträubend (dass ich da nicht rechtzeitig die Zeichen gesehen habe und abgesprungen bin ist der Hauptfehler, den ich mir vorwerfen muss). Ich hatte lange gar keine Betreuung, und später war diese dann zwar da, aber immer noch recht schlecht. Ich musste meine Experimente fast durchgehend alleine und mit wenig Hilfe planen, auch in vivo-Experimente.

    Das Ganze hat natürlich nicht funktioniert. Ich habe zwar ein paar Daten, über die ich nun eine Diss schreiben könnte, allerdings sind diese quantitativ und qualitativ sehr schlecht. Das zu publizieren halte ich für komplett unrealistisch, weswegen ein „cum laude“ die Obergrenze bei der Benotung sein dürfte.

    Das einzig Positive, das ich der Sache abgewinnen kann, ist, dass ich dadurch jetzt halt einiges an Laborerfahrung habe und da nun sehr selbstständig bin, eben auch, weil ich weitestgehend auf mich allein gestellt war. Ich würde inzwischen das, was ich bisher gemacht habe, auch deutlich besser machen und viele Fehler vermeiden.

    Ich hatte mir eigentlich zum Ziel gesetzt, später als forschender Arzt an einer Uniklinik tätig zu sein. Der Job, den da ein Oberarzt ausübt (klinische Tätigkeit, Tätigkeit als Arbeitsgruppenleiter) hatte ich mir für meine längerfristige Zukunft eigentlich als „Traumjob“ vorgestellt (man braucht ja irgendwo eine Perspektive bzw. ein langfristiges Ziel, finde ich). Ich finde die Forschung nach wie vor sehr spannend und kann mir eigentlich nicht mehr vorstellen, rein klinisch tätig zu sein, da würde mir immer etwas fehlen.

    Nun habe ich das Gefühl, mir das durch diese schlechte Diss verbaut zu haben bzw. mir den Weg so schwer gemacht zu haben, dass er sich eigentlich nicht mehr lohnt. Bzgl. der Akquise von Forschungsgeldern, Postdocstellen usw. dürfte die Diss ja eigentlich der ausschlaggebende Faktor sein.

    Ich erwäge deshalb, mein aktuelles Projekt abzubrechen und mir stattdessen noch ein halbes bis ganzes Jahr mehr zu nehmen, um in einer anderen Gruppe neu anzufangen. Mein aktuelles Projekt zu verlängern und vernünftig zu Ende zu bringen ist leider keine Option, da die Gruppe demnächst aufgelöst wird (mein Doktorvater hat, um das Elend perfekt zu machen, die Klinik gewechselt).

    Nun weiß ich aber eben auch, dass es längst nicht garantiert ist, in einer so kurzen Zeit noch mal etwas Neues zu finden und erfolgreich abzuschließen, selbst in hervorragenden und gut organisierten Gruppen. Zudem kann ich mir vorstellen, dass die Zeit besser in die Forschung investiert ist, wenn man bereits promoviert ist, weil man die Publikationen dann ja auch für Habilitation nutzen kann.

    Aber irgendwie sind das doch alles schlechte Optionen. Ich bin etwas ratlos und stehe vor der bitteren Einsicht, in meinen Ambitionen bereits im ersten Schritt gescheitert zu sein. Bin, wie gesagt, für jeden konstruktiven Impuls dankbar.
    Geändert von WiWi18 (06.05.2019 um 05:23 Uhr)



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  2. #2
    Summsummsumm Avatar von Feuerblick
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    Die Frage ist doch, in welcher Fachrichtung und welcher Klinik du forschen willst. In den meisten Fächern und Kliniken sind die Chefs froh, wenn überhaupt einer beim Gedanken an Forschung nicht gleich ab durch die Mitte ist... Denen ist dann herzlich egal, wie die Doktorarbeit aussah und benotet wurde. Hauptsache, sie finden nen Trottel, der seine Freizeit in Forschung steckt
    Erinnerung für alle "echten" Ärzte: Schamanen benötigen einen zweiwöchigen Kurs mit abschließender Prüfung - nicht nur einen Wochenendkurs! Bitte endlich mal merken!

    „Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.“ (Matthias Claudius)



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  3. #3
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    Ist ein forschungsnahes Fach (Hämato-Onko), bei uns hier in der Abteilung wird schon erwartet, dass man forscht...



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  4. #4
    ehemals Medicus93
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    vielleicht kannst du ja mal dort anfragen, wo du später arbeiten möchtest, ob die nicht eine neue doktorarbeit für dich hätten und dann auch gleich den ganzen verlauf erläutern mit der schlechten betreuung usw, denke das wird jeder chef verstehen!
    YOLO



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  5. #5
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    Bei uns ist es gar kein Problem teilweise in die Forschung miteinzusteigen, die Diss hat da noch keiner angeschaut. Direkt von der Diss Forschungsgelder einzuwerben ist denke ich so oder so nicht ganz realistisch.



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