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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #21
    Registrierter Benutzer
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    21.08.2011
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    Zitat Zitat von Fr.Pelz Beitrag anzeigen
    Also das würde ich so nicht stehen lassen. Meines Wissens nach können die meisten Handwerker, wenn sie nicht gerade Havariedienst machen, nachts schlafen. Sie haben keine Verantwortung für andere Menschenleben. Und härter...selbst das ist Definitionssache.
    Ja, das ist wahrlich die Sichtweise eines Mediziners. Erzähl das alles mal dem Inhaber eines Sanitär-Betriebs in einer Kleinstadt, der 365 Tage (und Nächte) im Jahr das lokale "Rohrbruch-Telefon" in Person darstellt, weil er unter dem Fachkräftemangel keine Leute mehr findet, die sich nachts für Kleinschäden wachklingeln lassen wollen. Oder dem Fliesenleger, der von Montags bis Samstags von 7 bis 20 Uhr auf seinen geschrotteten Knien rumschlittert, um irgendwie hinterher zu kommen und am Sonntag dann seine Verwaltung macht. Oder den Typen, die dafür sorgen, dass die Autobahn Montags morgens um 5 wieder freigegeben werden kann.

    Verantwortung für Menschenleben hat mein KFZ-Mechaniker auch. Die Leute, die um fünf Uhr morgens bei Minusgraden mein Flugzeug zum Kongress warten ebenso wie hunderte andere Berufsgruppen auch - das ist nun wahrlich kein Privileg der Ärzteschaft.

    Wer aber tatsächlich schlafen kann und in der Regel wirklich keine Verantwortung für Menschenleben trägt, sind komischerweise oft die, die deutlich mehr als jeder Handwerker oder Arzt verdienen.



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  2. #22
    Platin Mitglied
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    Balkonien
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    568
    Ich könnte mir vorstellen wieder Medizin zu studieren. Aber ich könnte mir auch andere Dinge vorstellen.

    Objektiv betrachtet ist Medizin nach wie vor eine vernünftige Wahl und die meisten Vergleiche hinken dann doch irgendwo...
    - Ja es gibt Berufe in denen man mehr verdient. Aber es gibt kaum Berufe mit praktisch 100%iger Arbeitsplatzgarantie und vergleichbaren Tariflöhnen.
    - Ja, als Arzt trägt man Verantwortung, aber s.o. (oder der LKW-Fahrer bei dem Sekundenversagen ausreicht)
    - Ja, als Arzt arbeitet man oft viel, aber man kann auch eine 38-Stunden Woche vereinbaren - Ärztemangel sei dank (wollen nur irgendwie dann viele doch lieber nicht). Und selbst mit einer 30-Stunden Woche kann man eine Familie ernähren.
    - Ja, man arbeitet am Wochenende. Aber fragt man einen Verkäufer (oder auch viele andere) - viele arbeiten häufiger am Samstag als ich. Dafür habe ich nach einem Donnerstag-Dienst ein richtig langes Wochenende.
    - Ja, man macht Nachtdienste, aber man kann sich auch niederlassen und es bleibt einem erspart. Und ich frage mich immer, wie Leute mit einem 9to5-Job Dinge wie Behördengänge oder Einkaufen ohne Massenandrang so machen...
    - Ja, man macht häufig unsinnige Medizin, nüchtert zum 10. Mal den chronischen Alkoholiker aus oder baut den 20. Stent in den Kettenraucher oder..., aber im Vergleich mit anderen Berufen stehen wir da doch noch recht gut da.

    Dazu kommen noch mehr Vorteile:
    - Medizin ist abwechslungsreich. Wenn man nach 10 Jahren Knochen reparieren keine Lust mehr darauf hat, fährt man Notarzt oder macht einen zweiten Facharzt zum Psychiater.
    - Man lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen, denen man sonst nie begegnen würde. Natürlich nicht nur angenehme, aber wer unterhält sich sonst schon innerhalb von einer Stunde mit einem Botschafter und einem Obdachlosen?
    - Man arbeitet praktisch mit seinen Händen. Welcher andere akademische Beruf hat dieses Privileg schon?
    - Medizin ist cool - in welchem Beruf wird noch die Autobahn in der Rush Hour dafür abgesperrt, dass man mit einem Helikopter eingeflogen werden kann? Gleich nach Astronaut und Feuerwehrmann



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  3. #23
    Diamanten Mitglied
    Mitglied seit
    31.01.2010
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    Elite ohne soziale Fähigkeiten
    Semester:
    Kopfloses Huhn
    Beiträge
    3.600
    Bis jetzt habe ich diese Frage mit ja beantwortet, nach 2,5 Jahre Berufserfahrung setzt sich so langsam der Frust ein. Ich weiß es nicht. Vielleicht? Mir macht mein Fach schon Spaß, mir hat v.a das Studium sehr viel Spaß gemacht, aber die Kehrseiten der Medizin, wenn man die kennenlernt, machen einen schon fertig. Die Arbeitsbedingungen...der Zeitdruck... Arbeit mit Menschen, Menschen helfen etc ist schön, aber eben auch stressig. Ich kann mir immer mehr vorstellen, dass ich genauso oder glücklicher mit z.B Maschinenbau geworden wäre. Ich guck meine Freunde an, die genau so viel verdienen, ohne Nachtdienste, mit Gleitzeit, und haben eben keine Verantwortung über Menschenleben um 6 Uhr morgens nachdem sie schon 22 h nicht geschlafen haben und gegen die Wand laufen, weil sie so müde sind... Manchal wünscht man sich schon sehr, dass man sich jetzt hinterm Computer hinsetzen könnte, da irgendwelche Zahlen eintippen müsste und dann um 5 nach Hause gehen könnte.



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  4. #24
    OP-Sperrer Avatar von Echinococcus
    Mitglied seit
    16.09.2010
    Ort
    Griffinwood
    Semester:
    Ich bin dann mal die Chirurgen ärgern...
    Beiträge
    759
    Ja, ich würde definitiv wieder Medizin studieren.
    Ich bin jetzt sicher nicht repräsentativ für die meisten hier, da ich in einer patientenfernen Disziplin arbeite, aber auch das ist ja eines der möglichen Ziele des Medizinstudiums.

    Viele meiner Freunde sind Verkehrsingenieure, WIngs, Lehrer...ein buntes Sammelsurium durch alle Berufsgruppen. Bis auf die eine Beamtin im höheren Dienst und die Lehrer würde ich nicht einmal daran denken, mit einem von denen tauschen zu wollen. Betrachtet man finanzielle Aspekten und Work/Life Balance stehe ich nicht schlechter da als einer von denen.
    Einen Freund von mir arbeitet tatsächlich bei der großen UB mit dem M und verdient ordentlich Asche, sein Leben will ich aber trotzdem nicht haben.

    Ich gehe tatsächlich fast jeden Tag um 16:00 Uhr nach Hause, und wenn ich mal auf Kongresse etc. fahren muss verdien ich mir sogar noch ordentlich was durch die Vorträge dazu.

    Nun wohne ich natürlich nicht in München und mein sozialer Kreis ist in Berlin und dem Nordosten lokalisiert, aber die Aussage hier, dass ja alle mit viel besserer Work / Life Balance auch mehr verdienen würden als Ärzte...Leute, das glaub ich nun wirklich nicht . Ein paar Verrückte in UB oder IB, die ihr Privatleben dem Business opfern, verdienen sicher mehr als der Assistenzarzt nach Tarif, aber der einfache Maschinenbauer oder WIng geht bei gleicher Berufserfahrung im Schnitt nicht mit dem gleichen Gehalt nach Hause wie wir.

    Und wer sich nach der Assistenzzeit mit dem Tarif und schlechten Arbeitszeiten abspeisen lässt...selber schuld.

    Da mich außerhalb von Infektiologie wenig interessiert, womit ich Geld verdienen könnte, gäbe es am Ende eh kaum Alternativen für mich. Um mit Metal Geld zu verdienen war unsere Band zu scheiße, professioneller Squash-Spieler ist wohl eher eine Ausnahmekarriere, für richtigen E-Sport bin ich diesen einen, kleinen Ticken zu alt und Polizist wäre schön gewesen, aber da sind die Gehaltsaussichten ganz andere als in der Medizin.
    Bliebe noch Paläontologe, aber wieviele davon auf der Welt können sich mit dem Job Brot und Bett verdienen? Eben.

    Für mich war Medizin das richtige, wäre es auch immer wieder, und wenn ihr euren Job so scheiße findet müsst ihr entweder den Arbeitgeber oder die Disziplin wechseln. Und Ingenieure, Juristen und BWLer haben es, wenn sie wirklich Karriere machen wollen, mindestens genauso schwer. Nur, dass dort exzellente Noten und eine herausragende Vita schonmal Voraussetzung für eine bessere Karriere sind, während bei uns jeder Schluffi mit gutem Geld und sicherem Job ausgestattet wird.
    Aber auf der anderen Seite ist das Gras ja immer grüner, und es tut sicher auch mal gut sich richtig auszukotzen. Gehört eben auch dazu
    Geändert von Echinococcus (05.06.2019 um 09:59 Uhr)
    Monkey see and monkey do...evolution was never true. All the lies they feed to you, monkey me and monkey YOU!



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  5. #25
    Registrierter Benutzer
    Mitglied seit
    24.02.2011
    Semester:
    2. WBJ
    Beiträge
    46
    Ja definitiv würd ich nochmal machen. Und das sag ich jetzt, frisch nach meinem zweiten 24h-Dienst seit Freitag und mit noch zweien bis Sonntag. Es macht mir meistens Spaß (nicht jede Sekunde, aber grundsätzlich geh ich zu 90% gern zur Arbeit). Und man kann sagen was man will, aber der Verdienst ist gut. Ich bin alleinerziehend, krieg keinen Unterhalt aber kann meine Tochter völlig problemlos zur Privatschule, Reiten und Klavierunterricht schicken und dabei noch gut was für ihr Studium wegsparen.



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