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  1. #1
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    Hallo liebes Forum,

    ich war hier seit einiger Zeit "Mitleser" und möchte mich zunächst einmal sehr für die Informationen bedanken, die ihr hier zur verfügung stellt.

    Zu meiner Situation: ich habe in England Economics studiert und 6 Jahre gearbeitet u.a. als Investment Banker (verprügelt mich ruhig!). Nach dem gymnasium, das ich in Deutschland absolviert habe, hatte ich immer die Idee BWl/VWL oder Medizin zu machen. Nun, leider ändert man auch seine Präferenzen im Zeitablauf und ich bin nicht mehr dieselbe Person, die ich vor 10 Jahren war.

    Ich bin 31 und möchte unbedingt das restliche Berufsleben als Arzt arbeiten. Bei dem Gedanken daran, noch weitere 25-30 jahre in "business" zu arbeiten wird mir schlecht. Meetings organisieren, stupides Outlook checken (!!), powerpoint präsentationen erstellen oder komplexe finanzmodelle in excel errechnen bringt mir auf Dauer keine Zufriedenheit. Mir hat es zunehmend Spaß gemacht, anderen Menschen zu helfen, so war ich auch in sozialen Vereinen aktiv. Ich habe kein Problem mit Ekel oder "blut sehen" und war sehr gut in Bio und im Auswendiglernen ;)

    Wirtschaftlich ist das natürlich ein totalschaden, es entgeht mir vielleicht EUR 1million an Einkommen flöten. Genau hab ich diese "opportunitätskosten" nicht ausgerechnet, aber ihr seht schon, dass ich das nicht wegen des Geldes, sondern aus Überzeugung machen will.

    Was haltet ihr von meinem Vorhaben? Denkt ihr in dem Alter gibt es Probleme bei Bewerbungen für PJ/Assistenzarzt oder Schikane durch Professoren? Ich hätte mittlerweile 24 Wartesemester. Gibt es bei hochschulstart eine maximalzahl oder wäre ich damit ziemlich sicher drin? Habe mich zum WS19 als Wartezeitler beworben.

    Viele Grüße!



  2. #2
    Diamanten Mitglied
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    Nein, es gibt kein Maximum an Wartesemestern, ja, du wirst mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen Studienplatz in der Wartezeitquote bekommen. Außer du hast deine Ortspräferenzen schlecht gewählt und das Häkchen nicht gesetzt.

    Ich hab etwas älter als du mit dem Medizinstudium angefangen und bin jetzt fast fertig - es gab kein einziges Mal irgendwelche Probleme wegen meines Alters. "Schikane" schon gar nicht. PJ-Plätze bekommt man an Lehrkrankenhäusern der eigenen Uni sowieso garantiert, aber ich hatte auch sehr viele Optionen bzgl. Auslands-PJ. Und Jobangebote hab ich jetzt schon mehr als genug.

    Trotzdem würde ich dir raten, mal ein paar kurze Hospitationen in Krankenhäusern und bei niedergelassenen Ärzten zu machen, damit du weißt, worauf du dich einlässt.



  3. #3
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    Danke für die hilfreiche Antwort, davo!

    Werde im Rahmen eines 30 tägigen Pflege Praktikums hoffentlich KH Luft schnuppern kann.


    Hast du es zwischen durch oder jetzt bereit diesen Schritt gemacht zu haben? Hast du vorher etwas anderes studiert? Wenn ja wie würdest du den Aufwand und Schwierigkeitsgrad im Vergleich einschätzen?

    Sorry die Fragen wurden in diesem Forum sicher schon mal gestellt, aber du könntest mir und anderen ‘oldies’ sicher besser darüber Auskunft geben ;)

    VG



  4. #4
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    soweit ich weiß sammelt man während eines auslandsstudiums keine wartesemester, oder?



  5. #5
    Diamanten Mitglied
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    @asdff:

    Das Pflegepraktikum ist halt recht speziell. Mit der Tätigkeit als Arzt hat es nichts zu tun. Deshalb würde ich dich ganz explizit ermutigen, kurze ärztliche Hospitationen zu machen, bevor du deine Entscheidung triffst.

    Bis jetzt habe ich es noch nicht bereut Aber ich bin ja auch noch nicht fertig Hin und wieder denke ich mir schon, dass ich jetzt schon seit ein paar Jahren meine Wohnung abbezahlt hätte, mir ein gemütliches Leben mit hohem Lebensstandard hätte machen können, usw., aber das war mir ja schon vorher bewusst. Ja, ich hab vorher bereits studiert, mein Erststudium auch erfolgreich abgeschlossen (Wiwi, mit Schwerpunkt auf VWL). Die Vorklinik hat zum Teil (z.B. beim Bewegungsapparat) einen deutlich größeren zeitlichen Aufwand als mein Erststudium erfordert, genau wie auch die Lernphasen für Physikum und Hammerexamen, aber intellektuell war mein Erststudium anspruchsvoller, und auch das Niveau, das bei Referaten, Hausarbeiten usw. gefordert wurde, war eindeutig höher. Der klinische Studienabschnitt hat deutlich weniger zeitlichen Aufwand erfordert als mein Erststudium. Einfach so mit Altfragen durchzukommen ohne den Stoff wirklich zu verstehen hätte in meinem Erststudium nie funktioniert - ich hatte damals kaum MC-Klausuren, meist offene Fragen, viele Rechenbeispiele, viele mündliche Prüfungen, usw. Im Medizinstudium kann man, sobald man verstanden hat, wie der Hase läuft, meist schon sehr billig bestehen.

    @Shaadraz:

    Jedes Semester nach dem Erlangen der HZB, in dem man nicht an einer deutschen Hochschule studiert hat, zählt als Wartesemester. Also auch alle Semester, die man an einer ausländischen Universität studiert hat.



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