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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
    Diamanten Mitglied Avatar von annekii
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    Hallo,

    wie schnell ändern sich Spiegel bei Tacrolimus?

    Hintergrund der Frage: Ich betreue einen lebertransplantierten Jugendlichen mit Tacrolimus. Wegen pubertärer Compliance-Probleme gibt es jetzt viele Probleme, u.a. auch die beginnende Abstoßung, die aber mit Prednison wieder im Griff ist. Nun nehme ich alle 2 Wochen Blut ab und schicke die Daten ins Zentrum. Aber der Spiegel ist trotz von mir eingesetztem Pflegedienst, der auch bereits aktiv ist, immer noch zu niedrig. Der Pflegedienst ist noch nicht lange da. Wie lange muss ich warten, bis ich weiß, dass der Spiegel wirklich zu niedrig ist und nicht nur ein Adhärenz-Problem besteht?
    Ich rufe morgen im Zentrum an und frage auch nach. Aber vielleicht weiß ja heute hier schon jemand eine Antwort.

    Viele Grüße
    Annekii
    Ein Standpunkt ist kein Grund, sich nicht zu bewegen.



  2. #2
    Propofolist
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    Wir stellen post OP häufig Patienten auf Tacrolimus ein und messen täglich den Spiegel. Es kann durchaus einige Tage dauern bis man einen stabilen Spiegel hat. Die Dosierungen lassen sich kaum vorhersagen.

    Ich würde mich tatsächlich an Zentrum wenden.
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  3. #3
    Toastbrot im Regen
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    Ich kenne es nur aus der Hämatologie nach allogener Transplantation. Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen, was die (nicht vorhandene) Vorraussagbarkeit des Tacro-Spiegels anbetrifft. Wir starten meistens i.v. um einen Spiegel zu erreichen (aufgrund der unterschiedlichen Bioverfügbarkeit ca 1/10 der oralen Dosis) und oralisieren dann zügig unter umtägigen Spiegelkontrollen. Wenn der Spiegel dann stabil ist, ambulante Kontrollen aller 2 Wochen. Veränderungen der Nierenfunktion, Trinkmenge, andere Medikamente (z.Bsp. ein abgesetztes Azol, welches vorher zur Infektprophylaxe eingesetzt wurde!?) könnte den Spiegel beeinflussen. Manche verstoffwechseln es auch einfach sehr schnell.
    Adäquate Dosisänderungen sollten sich nach 2 Wochen auf jeden Fall zeigen.

    Änderungen der oralen Dosis mache ich meist in 0,5 mg-Schritten, ich weiß allerdings den ZB bei Organtransplantationen nicht.
    Geändert von ninakatharina (09.07.2019 um 07:41 Uhr)



  4. #4
    Diamanten Mitglied Avatar von annekii
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    Das Zentrum hat sich heute nicht zurückgemeldet. Ich hoffe, wir erreichen morgen jemanden.

    Vermutlich ist jetzt 5 Tage adäquate Dosis vor der Spiegelabnahme gewesen. Das reicht vielleicht noch nicht. Es wäre einfach seltsam, wenn das alles nicht mehr stimmt. Denn es war ewig mit 2x2,5 mg Tacrolimus alles gut. Es gibt keine neuen Medikamente und keine Gewichtszunahme. Aber es gibt bestätigt Einnahmeprobleme.

    Diese Familie kostet mich echt Kraft! Ich sehe immer diese schützenswerte Leber vor mir und laufe ihnen hinterher wie sonst keinem Patienten. Grundsätzlich denke ich, dass sie sich schon alle selbst kümmern müssen und bin nicht bereit, da noch mehr Arbeitszeit zu investieren. Aber hier ist es sicher, dass es eine Gefährdung des Lebens gibt, wenn ich dem ganzen nicht hinterherlaufe. Zum Glück zieht mein Personal super mit und es teilt sich etwas auf.

    Zielbereich heißt bei uns 5-6 bei uns, übrigens. Wir sind gerade knapp unter 3. Und ich bekomme auch 0,5 mg-Schritte als Veränderung.
    Ein Standpunkt ist kein Grund, sich nicht zu bewegen.



  5. #5
    Toastbrot im Regen
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    Hmm, ich hätte gedacht, dass eine Woche ausreichen sollte für den Spiegelanstieg. Wie war er denn bei der letzten Kontrolle? Ist das mit 2*2,5 gewesen oder hattest du schon vorher Dosis erhöht?

    Bei anhaltenden Problemen mit der Compliance könnte man auch eine Umstellung auf Advagraf mit dem Zentrum diskutieren.



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