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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
    derzeit nicht wankelmütig Avatar von Relaxometrie
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    Wie läuft es bei Euch mit den Arztbtriefen? Ich habe inzwischen ja in einigen Kliniken gearbeitet und finde, daß das Arztbriefprocedere immer ein Gewürge für Assistent, Oberarzt und den Patienten ist. Wie es für den Chefarzt ist, weiß ich nicht und ist mir auch egal.
    Mir macht das Brieferstellen eigentlich Spaß und ich finde Briefe wichtig, da sie nicht nur der Informationsweitergabe an nachbehandelnde Ärzte dienen, sondern man den Fall nochmal Revue passieren lässt und auch im Nachhinein noch etwas lernen kann.
    Aber es ist fast immer ein Gewürge, den Brief im Alltag zu diktieren. Man macht das ja oft nachmittags und es kommt andauernd zu Unterbrechungen (Angehörigengespräche, sonstige Unterbrechungen). Das Schreibbüro kommt auch oft nicht nach und die Korrektur des Oberarztes ist oft ein Gewürge, weil der auch 1000 andere Dinge zu tun hat.
    Das Arztbriefprocedere in meiner aktuellen Klinik ist eh unterirdisch und ein merkwürdiges Hin-und-her zwischen Assistenzarzt, Schreibbüro und Oberarzt. Da gibt es dann zum Ende hin einen Schritt, in den der Assi zwar nicht mehr eingebunden ist; aber da ist der Brief im System schon gesperrt und nur das Schreibbüro darf Änderungen am Brief vornehmen. Der Oberarzt muß die gewünschten Änderungen handschriftlich in ein gedrucktes Exemplar einfügen und der Schreibdienst führt diese Änderungen durch. Ich bin ja echt vom Hocker gefallen, als ich das gehört habe. Ich weiß gar nicht, wie die Oberärzte das mit den Änderungen schaffen, weil wir massenhaft nicht-Muttersprachler haben (80% der Assis), die ziemlich schlecht Deutsch sprechen.
    Dann ist das Procedere noch so, daß man als Assi den Brief, den das Schreibbüro geschrieben hat, im PC korrigiert (das ist ja völlig richtig so) und dann am Morgen der Entlassung des Patienten den Oberarzt informiert, daß er den Brief korrigiert und die vorläufige Fassung des Briefs zum Ausdruck und für die Aushändigung an den Patienten freigibt. Aber Oberärzte haben vormittags auch 1000 Dinge zu tun und keine Zeit für die Briefe von mindestens drei Assis, die sie betreuen. Es ist also ein ständiges Gewürge: der Brief ist noch nicht fertig/ der Oberarzt versucht aber, die Korrekturen zeitnah anzufertigen oder den Brief überhaupt erstmalig zu lesen/ die Pflege fragt, wo der Brief ist, weil der Patient fragt.
    Das kann es doch irgendwie nicht sein. Briefe sind wichtig, kosten aber Zeit, so lange der Patient nicht nur für einen kurzen 0-8-15-Aufenthalt da war.

    Gibt es bettenführende Abteilungen, in denen das Briefprocedere gut und reibungslos von statten geht?
    Geändert von Relaxometrie (20.07.2019 um 12:45 Uhr) Grund: Rechtschreibung



  2. #2
    wieder an Bord :-) Avatar von Muriel
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    Bei uns war zur Entlassung jeder Brief vorbereitet. Bei der E-Visite morgens mit mehreren Oberärzten und Chef habe ich es so gehandhabt, dass ich die letzten Änderungen direkt eingepflegt und dann ausgedruckt habe, OA bekam den Brief zur Unterschrift direkt vorgelegt, bei Änderungswünschen habe ich die dann sofort eingearbeitet und wieder gedruckt und dann hat die anwesende Pflegekraft ihn an sich genommen zum Vertüten. Damit hatten wir trotz eigentlich täglich zweistelliger Entlassungszahl die Station unsererseits um neun leergefegt. Das lief aber tatsächlich nur dann, wenn konsequent gut vorgearbeitet wurde und auch jemand mit flinken Fingern bei der Visite dabei saß.
    Ambulanzbriefe hingegen waren der Obergraus schlechthin. Von uns diktiert, einige Tage später im Fach, dort entweder korrigiert oder aber unterschrieben ins Fach des OAs, von ihm entweder unterschrieben zurück ins Schreibbüro oder aber mit Korrekturen und dann eben immer hin und her. Hat manchmal fünf Anläufe gebraucht und war für alle Beteiligten ein Graus. Und wenn ich als Niedergelassene nun auf einen Brief warte, nervt es gewaltig.



  3. #3
    Summsummsumm Avatar von Feuerblick
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    Ich habe zum Glück nur eine Abteilung erlebt, wo diktiert und von einem Schreibbüro geschrieben wurde.
    Alles andere haben wir selbst getippt, selbst geändert, wenn die OÄ was zum Verbessern gefunden haben und bei den Stationsbriefen habe ich es meist so gehandhabt wie Muri.
    Erinnerung für alle "echten" Ärzte: Schamanen benötigen einen zweiwöchigen Kurs mit abschließender Prüfung - nicht nur einen Wochenendkurs! Bitte endlich mal merken!

    „Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.“ (Matthias Claudius)



  4. #4
    derzeit nicht wankelmütig Avatar von Relaxometrie
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    Zitat Zitat von Muriel Beitrag anzeigen
    Bei der E-Visite morgens mit mehreren Oberärzten und Chef habe ich es so gehandhabt, dass ich die letzten Änderungen direkt eingepflegt und dann ausgedruckt habe, OA bekam den Brief zur Unterschrift direkt vorgelegt, bei Änderungswünschen habe ich die dann sofort eingearbeitet und wieder gedruckt und dann hat die anwesende Pflegekraft ihn an sich genommen zum Vertüten.
    Das klingt nach einem runden und tollen Konzept. Wie hat das rein praktisch ausgesehen? Habt Ihr (Pflege, OÄ, Chef und Du) alle an einem Tisch gesessen, die Entlassungen besprochen, hattet einen PC vor Ort und einen Drucker in der Nähe?



  5. #5
    wieder an Bord :-) Avatar von Muriel
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    Augenheilkunde halt... Der Patient wurde vom OA angeschaut, ich saß am daneben stehenden Schreibtisch und hatte den Brief dort geöffnet und konnte also noch direkt etwas eintragen. Meist war ja vorher klar, wie es weitergeht und es fing nur um Kleinigkeiten.



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