teaser bild
Ergebnis 1 bis 3 von 3
Forensuche

Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
    Registrierter Benutzer
    Registriert seit
    26.07.2019
    Beiträge
    1

    - Anzeige -

    Interesse an einer Werbeanzeige hier?
    mehr Infos unter www.medi-a-center.de

    Schönen Abend!
    Ich hatte im Rahmen meiner Ausbildung kürzlich einige Dienste am NEF "als Dritter". Dabei hatten wir unter anderem einen Patienten mit einer atrioventrikulären Reentrytachykardie (mit WPW-Syndrom) - orthodrome Form. Wir haben den Patienten dann mit Metoprolol therapiert und ins KH gebracht. Mal ganz abgesehen davon, dass man schon relativ viel EKG-Erfahrung braucht, um hier das akute Problem (so genau) zu diagnostizieren, habe ich mir dann nach dem Einsatz einige Fragen bezüglich der Therapie gestellt:

    - Warum wird hier primär mit einem Betablocker therapiert? Der ERC-Tachykardie-Algorithmus empfiehlt bei regelmäßiger Schmalkomplextachykardie, nach erfolglosem Vagusmanöver, eindeutig Adenosin.

    - In der Fachinformation lese ich, dass unser Adenosin-Präparat eine Zulassung "Zur Therapie von paroxysmalen supraventrikulären Tachykardien (AV-Reentry- und AV-Knoten-Reentrytachykardien), [...]" hat.

    - Arznei-telegram hingegen warnt vor dem Einsatz von Adenosin bei AVRT bei WPW ("Schwere zum Teil letal verlaufende ventrikuläre Rhythmusstörungen sind bei Patienten aufgetreten, [...]"), auch mein vorgesetzter NA hat ähnliches gesagt.

    Woran soll man sich jetzt halten? Ist das eine Schwachstelle im ERC Algorithmus? Lässt sich eine orthodrome AVRT überhaupt durch Adenosin therapieren (von den Nebenwirkungen mal ganz abgesehen)?

    Vielleicht kann mir hier jemand helfen, ein bisschen Klarheit zu schaffen, wäre sehr dankbar!

    VG Michael



  2. #2
    Kognitive Sollbruchstelle Avatar von Sebastian1
    Registriert seit
    04.04.2002
    Semester:
    OA
    Beiträge
    10.804
    Ich nutze bei so etwas Adenosin. Dass ich das bisher ohne Komplikationen getan habe, heisst nix, können halt auftreten. Daher zumindest auch unter der Bereitschaft, ggfs eine eCV/Defibrillation vornehmen zu müssen. Die befürchtete Komplikation sind atriale Reize, die dann über akzessorische Bahnen ggfs auf die Kammern übergeleitet werden und dann Kammerflimmern verursachen. Wie gesagt, persönlich nie erlebt, aber eben möglich.

    Ansonsten Besonderheit der Präklinik: Du musst nicht jeden Zustand definitiv therapieren, insbesondere dann nicht, wenn er stabil ist (keine hämodynamische Instabilität etc). Und das umso mehr, desto unsicherer du dir ggfs bist bei dem spezifischen Krankheitsbild.

    Ich würde vermuten, dass der Erfolg von Metoprolol begrenzt war (bei WPW hätte ich persönlich wenn nicht Adenosin als Second Line Ajmalin verwendet), aber solange der Patient dann in eine korrekte Zielklinik kommt, ist ja erstmal alles gut.



  3. #3
    Endgegner besiegt Avatar von WackenDoc
    Registriert seit
    24.01.2009
    Semester:
    Bauschamane
    Beiträge
    14.493
    Ich geh sogar so weit, dass ich vor der Adenosingabe zusehe, dass ich die Defipads schon aufgeklebt habe, der Patient irgendwo liegt, wo viel Platz ist, falls ich reanimieren muss, sonst alles für eine Reanimation griffbereit bereit steht. Und der Patient natürlich aufgeklärt.

    Aber wenn der Patient stabil genug ist (Frequenz muss zum Herzalter passen und der Patient muss die Frequenz halt tolerieren) kann man sich wie Sebastian schon schrieb, auch für den Transport ohne Therapie entscheiden. AVRT sind ja oft auch selbstlimitierend.
    This above all: to thine own self be true,
    And it must follow, as the night the day,
    Thou canst not then be false to any man.
    Hamlet, Act I, Scene 3



MEDI-LEARN bei Facebook

Die Webseite von MEDI-LEARN wird unterstützt von

     © MEDI-LEARN, Dorfstraße 57, 24107 Ottendorf 1996-2019