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  1. #1
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    Im Krankenhausalltag erhält man vom Labor ja neben dem Krea-Wert immer auch einen berechneten GFR-Wert. Natürlich ist der nicht so genau wie ein direkt gemessener Wert, aber er ja schon eine sinnvolle Näherung. Und es ist dann eben zumindest das Alter, je nach verwendeter Formel noch andere Faktoren, berücksichtigt.

    Nun gibt es aber immer wieder Leute, ziemlich viele sogar, die sich mehr oder teils sogar hauptsächlich für den Krea-Wert interessieren.
    Von einigen Oberärzten kommt z.B. auf die Frage "Soll Patient xy mit einer GFR von 45 trotzdem Kontrastmittel bekommen?" die Rückfrage "Wie ist denn das Krea?". In meinen Augen ist diese Rückfrage vollkommen unnötig, es sei denn der Oberarzt ist der Ansicht, auf die Schnelle im Kopf den Krea-Wert nach einer genaueren Formel als der vom Labor verwendeten in eine GFR umrechnen zu können, was ich für ziemlich unrealistisch halte. Einen Kreatinin-Wert ohne Berücksichtigung des Alters zu bewerten macht imho überhaupt keinen Sinn, erst recht nicht wenn man sogar schon einen altersgewichteten Wert in Form des errechneten GFR-Wertes mitgeliefert bekommt.

    Meiner Meinung nach bräuchte man den Kreatinin Wert, bis auf wenige Sonderfälle, gar nicht auf dem Laborblatt aufzuführen.

    Wo liegt der versteckte Nutzen dieses Wertes, den einige zu sehen scheinen?



  2. #2
    Dr. ml. Winselstute Avatar von Eilika
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    Die errechnete GFR kannst Du sooooo oft in die Tonne kloppen. Alte oder untergewichtige Patienten fallen da total raus!
    Denken ist allen erlaubt, vielen bleibt es erspart. (Curt Goetz)



  3. #3
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    Zitat Zitat von Eilika Beitrag anzeigen
    Die errechnete GFR kannst Du sooooo oft in die Tonne kloppen. Alte oder untergewichtige Patienten fallen da total raus!
    Natürlich ist die GFR bei einem stark untergewichtigen Patienten mit kaum Muskulatur falsch hoch. Undzwar weil der Krea-Wert falsch niedrig ist. Warum sollte es dann besser sein, den Kreawert nach Gefühl nach oben zu korrigieren und dann altersabhängig zu bewerten, anstatt die errechnete GFR, die zumindest das Alter schon mal berücksichtigt, nach unten zu korrigieren?



  4. #4
    Dr. ml. Winselstute Avatar von Eilika
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    Weil der Krea Wert der reelle Wert Deines Patienten ist. Und mit dessen Hilfe kannst Du zum Beispiel nach Cockroft Gault eine ziemlich genaue GFR ausrechnen
    Die eGFR unseres Labors berücksichtig nicht mal das Alter, geschweige denn Größe, Gewicht, Geschlecht, Hautfarbe. Deswegen gehört meiner Meinung nach eben genau diese eGFR NICHT aufs Laborblatt. Die wiegt viel zu oft in falscher Sicherheit. Aber da rede ich bei unseren Chirurgen gegen Windmühlen. Die Internisten überlesen den Wert eh
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  5. #5
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    Zitat Zitat von Eilika Beitrag anzeigen
    Weil der Krea Wert der reelle Wert Deines Patienten ist. Und mit dessen Hilfe kannst Du zum Beispiel nach Cockroft Gault eine ziemlich genaue GFR ausrechnen
    Die eGFR unseres Labors berücksichtig nicht mal das Alter, geschweige denn Größe, Gewicht, Geschlecht, Hautfarbe. Deswegen gehört meiner Meinung nach eben genau diese eGFR NICHT aufs Laborblatt. Die wiegt viel zu oft in falscher Sicherheit. Aber da rede ich bei unseren Chirurgen gegen Windmühlen. Die Internisten überlesen den Wert eh

    Dass euer Labor das Alter nicht berücksichtigt, kann ich mir ehrlich gesagt fast nicht vorstellen. Was rechnen die denn? Multiplizieren die einfach den Krea-Wert mit einem festen Faktor? Dann wäre der Wert in der Tat vollkommen überflüssig. Würde mich aber ehrlich gesagt sehr wundern, wenn das tatsächlich ein Labor so macht.

    Mit der Cockroft Gault Formel kann man einen genaueren Wert für die GFR ausrechnen, das stimmt, und das wäre einer der relativ wenigen Fälle, in denen man den Krea-Wert tatsächlich braucht. Aber wie oft passiert das? Ich habe in drei Jahren als Ärztin bisher kein einziges Mal mitbekommen, dass das jemand gemacht hat. Ich bin keine Internistin, aber ich glaube auch nicht, dass die Internisten das regelmäßig machen. Bei uns im Haus jedenfalls nicht. Auf einer nephrologischen Station mag das anders sein. In der weiten Mehrheit der Fälle wird die ganze Auflistung der Laborwerte innerhalb von vielleicht einer Minute gesichtet und bewertet. Und ich würde jede Wette eingehen, dass ein errechneter GFR-Wert im Schnitt genauer ist als ein vom Internisten innerhalb von Sekunden anhand des Krea-Werts geschätzter Wert. Beide Werte müssen in Sonderfällen wie starkem Untergewicht korrigiert werden, der errechnete GFR-Wert aber auch dann eben um einen Faktor weniger.

    Es gibt natürlich noch andere Fälle, in denen man den Krea-Wert braucht. Die Definition eines akuten Nierenversagens basiert ja z.B. auch u.a. auf dem Krea-Anstieg. Rein für die übliche Bewertung der Nierenfunktion eines Patienten zu einem gegebenen Zeitpunkt bringt der Krea-Wert aber meiner Meinung nach keinerlei Informationsgewinn gegenüber dem errechneten GFR-Wert.
    Geändert von GelbeKlamotten (04.08.2019 um 23:32 Uhr)



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