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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #11
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    Mir ist auch aufgefallen, dass alle Ärzte einem damals vom Studium abrieten, aber ich bin froh, dass ich nicht auf sie gehört habe. Ich fand das Studium nicht besonders schwer, es ist nur viel Arbeit. Je nachdem, wie leicht einem das Lernen fällt, kann man das Studentenleben auch durchaus genießen. Auch ich habe zunächst gehadert, ein anderes Studium begonnen und dann gemerkt, es führt nicht zu dem, was ich (damals) machen wollte. Und dann das Beste an der Entscheidung: unendliche Möglichkeiten! Gefällt dir ein Fach nicht, kannst du etwas völlig anderes machen und findest aller Wahrscheinlichkeit nach auch eine Stelle. Wenn die Arbeitsbedingungen mißfallen, kann man sich umorientieren, es gibt viele Stellen zu besetzen. Ich arbeite momentan in der Psychiatrie, und dort arbeitet man sich nicht tot. Aufgrund der Mangelbesetzung kann man oft auch noch was extra für sich rausverhandeln, ob es jetzt Gehalt ist oder Lebensqualität. Ich als Ärztin hier bemitleide eher die PiAs, die sich hier als Ein-Euro-Jobber verdingen und teilweise einen Stationsarzt ersetzen sollen (minus der Dienste).
    Dienste finde ich persönlich nicht sehr belastend, ich bin froh, auch mal unter der Woche frei zu haben. Und ich gehe immer aufs Klo wenn ich muss. Und trinke und esse genug. Das ist aber sicherlich individuell sehr unterschiedlich, was man als Belastung empfindet, es ist eben nächtliche Arbeit und es ist Verantwortung.
    In der Psychiatrie speziell hat sich auch verdiensttechnisch eine Nische eröffnet, hier werden auch Assistenzärzte als Honorarkräfte mit Stundenlöhnen ab 72 € eingestellt. Wenn man örtlich gerne flexibel ist und gerne was anderes sieht, kann man sich da gerade ein goldenes Näschen verdienen. Es ist aber unklar, ob das noch so sein wird, wenn du fertig bist.



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  2. #12
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    Zitat Zitat von schnix25 Beitrag anzeigen
    Das Phänomen, dass manche Ärzte dauernd davor warnen Medizin zu studieren ist mir schon im Studium aufgefallen. Dabei kam es mir so vor, dass manche auch einfach nur besonders "hart" wirken wollen, was für einen schlechten Job sie doch haben, und, dass sich sie das auch noch antun. Wenn einem ein Beruf meiner Meinung nach so stark missfällt, dass man anderen davon abrät Medizin zu studieren, dann sollte man sich doch selber was anderes suchen und nicht ständig rumjammern. Den meisten gefällt der Beruf nämlich gut bis sehr, nur hängt es nicht jeder an die große Glocke, wenn einem etwas Spaß macht. Insofern fallen natürlich nur diejenigen besonders auf, die sich ständig beklagen. Und bezüglich solcher Arbeitsbedingungen wie auch hier beschrieben: jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Jeder kann sein Fach frei wählen. Und wer solche Arbeitsbedingungen wie hier eben beschrieben toleriert, hat wohl kein allzu großes Problem damit. Es sollte aber auch klar sein, dass es viele Kliniken gibt mit guten Arbeitsbedingungen und wo es selbstverständlich ist, dass Überstunden aufgeschrieben werden und niemand ein Problem damit hat.
    hatte ich schon im anderen Thread geschrieben, aber hier gerne nochmal: sobald man ein gewisses Alter überschritten hat, nicht mehr ungebunden ist und gewissen Verpflichtungen unterliegt, sind deine Sätze nett aber wertlos. Dann kann man nämlich nicht mal eben auf der Suche nach annehmbaren Arbeitsbedingungen durch die halbe Republik ziehen sondern muss mit dem was man hat klarkommen. Und das lange Studium steht für mich aktuell in keinem Verhältnis zu dem, was man danach bekommt und zu leisten hat. Ich würde nicht wieder Medizin studieren und kann es auch niemandem empfehlen.



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  3. #13
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    Naja in München gibt es auch mehrere Kliniken, kandra und in der Umgebung erst recht... Man muss ja nicht nach Flensburg ziehen, aber etwas pendeln geht immer. Pädiatrie ist doch kein kleines Fach wie z.B. Rechtsmedizin. Notfalls muss der Partner eben auch den Job wechseln/weiter pendeln. Du klingst ja wirklich sehr frustriert. Oder erstmal Praxis?

    Ich habe das Studium und den Beruf nicht eine Sekunde bereut. Ich mache Innere und bin im 3. Jahr. Ich habe auch schon die Stelle gewechselt und habe auch das nicht bereut. So Sachen wie unbezahlte Überstunden hatte ich aber nie und würde ich auch nie tolerieren. In so einer Klinik würde ich gar nicht erst anfangen. Dafür ist mir meine Lebenszeit zu schade. Aber es gibt Kollegen, die tolerieren schlechte Bedingungen, obwohl es in der gleichen Stadt bessere Alternativen gibt... unverständlich für mich. Man macht dadurch die Bedingungen für alle kaputt.
    Mein Vater hat bis weit über das normale Rentenalter als Arzt in seiner Praxis gearbeitet und auch mein Bruder ist sehr zufrieden als Hausarzt. Man muss sich eben was gutes suchen.



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  4. #14
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    Zitat Zitat von EVT Beitrag anzeigen
    Naja in München gibt es auch mehrere Kliniken, kandra und in der Umgebung erst recht... Man muss ja nicht nach Flensburg ziehen, aber etwas pendeln geht immer. Pädiatrie ist doch kein kleines Fach wie z.B. Rechtsmedizin. Notfalls muss der Partner eben auch den Job wechseln/weiter pendeln. Du klingst ja wirklich sehr frustriert. Oder erstmal Praxis?
    Wenn man die Unikliniken und die Neos in Geburtshäusern und das Herzzentrum wegrechnet gibts in München genau eine Kinderklinik und die nächsten Kliniken außerhalb sind Minimum 30km entfernt, 80 wenn man die volle Weiterbildungszeit will. Soviel schonmal zur vollen Auswahl ;)
    Mein Freund hat einen sehr gut bezahlten Job mit tollen Arbeitsbedingungen, ich würde nie im Leben fordern, das aufzugeben. Irgendwer muss ja schließlich irgendwann mal auf unser Kind aufpassen, ich werds ja nicht sein ;)
    Wenn ich mir die Arbeitsbedingungen von Freunden ansehe bzw was die in der Zeit, in der ich nach abgeschlossener Ausbildung und abgeschlossenem FH-Studium noch Medizin drangehängt habe, alles erreicht haben, dann bin ich frustriert, ja. Denn die verlorene Zeit steht in keinem Verhältnis zu meinem Verdienst und meinem aktuellen Leben. Vllt wirds später in der Praxis besser, das werden wir sehen, aber bis dahin hab ich noch ein bisschen. Meine Arbeitsstelle gehört vermutlich eher zu den besseren was die Arbeitsbedingungen angeht, v.a. in München wo sich die Kliniken ihre Leute ja tatsächlich noch aussuchen können. Zu viel Zeit in der Klinik verbringe ich trotzdem.



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  5. #15
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    Auch ich kann vieles hier geschriebenes leider bestätigen und bin mir selbst, obwohl ich das Fachliche nach wie vor sehr interessant finde, nicht sicher ob ich Medizin nochmal studieren würde.

    Die Arbeitsbedingungen als Assistenzarzt sind, selbst in meinem (wie so oft angenommen) "entspannten patientenfernen" Fach der Radiologie teils katastrophal. Musste schmunzeln, als ich den Post von "GelbeKlamotten" las, die im gleichen Fach tätig zu sein scheint. Keine (Pinkel-)Pausen in den Diensten, durchzechte Nächte, Minusstunden durch Dienste und unbezahlte tägliche Überstunden, ohne die das gesamte System zusammenbrechen würde sind leider vielerorts, auch bei mir, Usus.

    Obendrein nicht zu vergessen das hohe Stresslevel, die große Verantwortung, die Tatsache, dass man oftmals aufgrund von Zeitdruck den einzelnen Patienten nicht hinreichend gerecht werden kann, dadurch gemachte Fehler, die einem aufgrund der Konsequenzen länger im Hinterkopf bleiben und psychisch belasten, die lange Ausbildung in Form eines in Regelstudienzeit > 6 Jahre dauernden Studiums. Und all das für lächerliche (umgerechnet) 10€ netto die Stunde, während vergleichbare studierte Nicht-Mediziner aus dem Bekanntenkreis bereits mindestens das doppelte, wenn nicht sogar das dreifache pro Stunde verdienen, bei deutlich weniger Verantwortung, stets freien Nächten und Wochenenden und einer relativ stabilen 40 bis maximal 45h-Woche.

    Ich glaube keiner hätte ein Problem damit, nachts oder am Wochenende zu arbeiten, wenn er anständig entlohnt würde und/oder Freizeitausgleich bekäme. Gelegentlich anfallende bezahlte Überstunden wären für die Wenigsten ein Drama. Die bittere Realität in vielen deutschen Kliniken sieht leider anders aus.

    Und ja, natürlich kann man die Klinik wechseln, es gibt allerdings Fächer abseits von Innere und Chirurgie, in denen die in Frage kommenden Kliniken und offene Stellen sehr begrenzt sind, insbesondere wenn familiär bedingt die geographische Mobilität eingeschränkt ist.



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