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  1. #1
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    Ich habe neulich zugesehen, wie Kollegen bei klar erkennbarem Rechtsschenkelblock trotzdem nach MONA verfahren sind und sublingual Nitro verabreicht haben. Bei durchgehendem Blutdruck-Monitoring zwar, und es kam auch zu keinem bedenklichen Abfall. Gleichwohl hat es mich aber sehr gewundert, weil die Leitlinien eigentlich was anderes sagen. Ich kannte die Kollegen nicht und konnte sie nicht direkt fragen, sie wirkten auf mich jedenfalls sehr kompetent. Weiß hier also jemand, warum die trotzdem das Nitro eingesetzt haben könnten?



  2. #2
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    Weil ein Rechtsschenkelblock kein typisches Zeichen für einen Rechtsherzinfarkt ist.
    Mal davon abgesehen fage mich mich eher, warum überhaupt Nitro gegeben wurde. Das Zeug ist saugefährlich.

    Wo hast du denn Kollegen zugesehen, die du so gar nicht kanntest und die du so gar nicht fragen konntest?
    This above all: to thine own self be true,
    And it must follow, as the night the day,
    Thou canst not then be false to any man.
    Hamlet, Act I, Scene 3



  3. #3
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    Infarkt UND Block sollte das heißen. Hatte ich immer als krasse Kondition verstanden, weil totale Insuffizienz immanent. Nitro ist riskant, das stimmt. Aber ältere Kollegen scheinen immer mal gerne darauf zurückgegriffen zuhaben. In einer solchen Situation hat's mich aber doch überrascht.

    Ich war nur zufällig anwesend, nicht Teil des Teams. Konnte aber einen Blick auf das EKG werfen.



  4. #4
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    Es gibt da keine Kontraindikation für Nitro. Es ist sicher bei Rechtsherzbeteiligung Vorsicht geboten, da die Patienten sehr vorlastsensibel sind

    Aber erstens ist ein richtiger Rechtsherzinfarkt selten und erfordert für die Diagnosestellung mindestens ein erweitertes EKG oder ein TTE, zum anderen ist Nitro dann zwar doof, aber der Spuk ist nach kurzer Zeit auch wieder vorbei

    Nitrate sind sicher aus der Mode, sie sind da aber weder kontraindiziert, noch "saugefährlich". Das ist bei Jahrzehnten Erfahrung ohne schlimme Zwischenfälle wirklich übertrieben
    Und man ist auch kein schlechter Notarzt, wenn man beim ACS weiterhin Nitro gibt, symptomatisch wirksam ist es ja definitiv.
    Und nicht zuletzt ist für die nicht-ärztlichen Kollegen im Rettungsdienst die Medikation anhand von Algorithmen vorgegeben, da ist wenig mit eigenen Entscheidungen



  5. #5
    Endgegner besiegt Avatar von WackenDoc
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    Ich halte Nitro für weitgehend obsolet.
    Nur noch mit Zugang und auf keinen Fall beide Hub auf einmal beim ACS.
    Der Blutdruck kann einfach viel zu schnell abrauschen. Und im schlimmsten Fall macht man aus einen stabilen NSTEMI innerhalb von Minuten einen instabilen STEMI. Systolischer Druck von 160 auf unter 90- so schnell konnte man gar nicht schauen.

    Und es bleibt das Problem, dass man nicht mit allen Patienten ausreichend kommunizieren kann, um Viagra/Cialisgebrauch auszuschließen und wer die Frage rein sprachlich versteht, lügt auch mal gerne,.
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