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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #31
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    Zitat Zitat von anignu Beitrag anzeigen
    Werden Assistenzärzte strukturiert angeleitet? Manchmal? Selten? Im Idealfall gelegentlich. Bekommt man eine vollständige theoretische Ausbildung inklusive Simulation von fast allen möglichen Notfallszenarien? Schwachsinn. Dann kommt doch wieder in die Notaufnahme irgendwer mit irgendeiner Krankheit von der man auch nur annähernd im Studium mal gehört hat. Soll den Patienten aber nach fachärztlichem Standard versorgen...
    Ist halt schlecht, muss sich ändern. Und im Zweifel sollte man Patienten eben so behandeln, wie sie sich vorstellen und über die Nacht bringen und nicht kausal behandeln. Weil wir jetzt so schön in der Luftfahrt sind: Wenn ein Triebwerk brennt, repariert der Pilot das auch nicht in der Luft, sondern schaltet es erst mal ab und schaut, dass das Flugzeug nicht abstürzt. Und dann mal weiter schauen.

    Zitat Zitat von anignu Beitrag anzeigen
    Ich bin inzwischen von diesen Vergleichen Medizin-Luftfahrt in Bezug auf Fehlermanagement echt genervt weil es so vollkommen sinnlos ist. Da stellen sich Leute hin, die in Bezug auf Fehlermanagement im maximalen Luxus leben, und zeigen mit dem Finger auf die Anderen und erklären denen wie einfach ein sinnvolles Fehlermanagement wäre... ist ähnlich wie die Aussage von Marie Antoinette. Wisst schon, das mit dem Brot und dem Kuchen. Wir reden von Fehlern bei den Ärzten im Sinne des täglich Brot und zu empfiehlst uns ein Kochbuch für Kuchen. Bist dann aber beleidigt wenn man schreibt dass Äpfel und Birnen nicht das Gleiche sind, CRM ohne Infrastruktur nicht funktioniert etc.
    Man braucht nicht über Fehlermanagement diskutieren wenn nicht mal annähernd genug Personal da ist um die eigentliche Arbeit zu machen. Geschweige denn dass Personal für die gleiche Arbeit gedoppelt (!) vorhanden ist. Und Schulungen! Wann gibt es schon Schulungen.
    Ich bin vielleicht ein bisschen beleidigt, weil ich mich einfach unverstanden und nicht gehört empfunden habe. Das finde ich menschlich. Ich weiß auch nicht, ob tatsächlich ein Pilot großmächtig den Medizinern was aufs Auge drücken wollte oder ein Arzt mal mitbekommen hat, was in der Luftfahrt so läuft und das dann auch auf die Medizin anwenden wollte. Wie ich das gehört habe, haben die Fluggesellschaften laut Gesetz das sechsfache Personal, das sie brauchen, damit die anderen trainieren können, regenerieren usw. Und wenn es keine Schulungen gibt, ist das schlecht und muss verbessert werden. Nicht sofort auf "jeder Mitarbeiter, jedes Jahr, 30 Tage Fortbildung", sondern graduell, bis man das Ideal mal erreicht.

    Zitat Zitat von anignu Beitrag anzeigen
    Analog dazu dürfen ab sofort in meine Notaufnahme nur noch Patienten kommen mit Platzwunden im Bereich der behaarten Kopfhaut. Dann arbeite ich meine Checkliste mit "Bewusstlos? Kopfschmerzen? Übelkeit? Erbrechen? TAH? Antikoag? Allergien? Tetanusschutz?" ab und mach dann ggf. ein cCT, ggf. eine stationäre Überwachung und tackere die Wunde bei Allergien gg. Lokalanästhetika oder nähe sie klassisch... Passt. Damit komme ich zurecht, das hab ich gelernt, da fühle ich mich ausreichend drauf vorbereitet. Muss man halt bei anderen chirurgischen Problemen in eine andere Klinik in Deutschland gehen, dafür dürfen alle Kliniken Deutschlands die Patienten mit Platzwunden im Bereich der behaarten Kopfhaut zu mir schicken. Also jetzt nicht mehr als 4 pro Stunde. Aber dafür alle.
    Das hört sich ja verdächtig nach diesem Modell
    https://www.der-postillon.com/2019/0...perklinik.html an.
    Es geht ja nicht um komplettes Spezialistentum. Es fliegen mehr als 2 Leute in Deutschland ne A380. Aber so wie man die Analogie zwischen Flugzeugtyp und Facharzt ziehen kann, so vielleicht zwischen einzelnem Flug und Patienten. Jeder ist ein bisschen anders und es heißt nicht, dass man überall vorher schon war/jedes Krankheitsbild schon mal gesehen hat. Aber dafür haben Piloten Karten und Ärzte uptodate.
    Und ich weiß auch echt nicht, wo das große Problem mit Checklisten ist. Sind doch eine gute Merkhilfe, wenn man mal durchn Wind ist oder noch nicht so erfahren...



  2. #32
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    Viele Ärzte sind leider so betriebsblind, dass sie gar nicht in der Lage sind zu sehen, was alles schief läuft.



  3. #33
    verfressen & bergsüchtig Avatar von Evil
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    Checklisten machen durchaus Sinn bei repetitiven Prozeduren, die man standardisieren kann, z.B. Impfungen, einfache OPs, kardiopulmonale Rea, o.ä. Da solche aber in der ärztlichen Tätigkeit sicherlich weniger als 50% ausmachen, ist es logisch, dass man damit auch nur maximal die Hälfte der ärztlichen Prozessqualität verbessern kann.
    Weil er da ist!
    George Mallory auf die Frage, warum er den Everest besteigen will



  4. #34
    Endgegner besiegt Avatar von WackenDoc
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    CRM und Fehlermanagement in der Luftfahrt ist aber deutlich mehr als Checklisten abhaken.
    Es heisst ja auch nicht, dass man nie-niemals von den Checklisten, Algorithmen etc. abweichen darf. Sie können halt eine Hilfe sein.
    CRM ist übrigens deutlich mehr Kommunikation und Führung als alles andere- und da sieht es grausam aus in der Medizin.

    Ich hab vor einigen Jahren das Lufthansa Flight Training mitgemacht. Hat mit Fliegen nichts zu tun- ist ein reiner CRM/Führungslehrgang. Hat doch ein ein oder anderen AHA-Moment gegeben.
    Beim ACLS war Kommunikation und Algorithmen nochmal DAS Schwerpunkt- und Prüfungsthema. Seit dem hab ich mich auch mit der Thematik angefreundet.
    This above all: to thine own self be true,
    And it must follow, as the night the day,
    Thou canst not then be false to any man.
    Hamlet, Act I, Scene 3



  5. #35
    Diamanten Mitglied
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    Zitat Zitat von Evil Beitrag anzeigen
    Checklisten machen durchaus Sinn bei repetitiven Prozeduren, die man standardisieren kann, z.B. Impfungen, einfache OPs, kardiopulmonale Rea, o.ä. Da solche aber in der ärztlichen Tätigkeit sicherlich weniger als 50% ausmachen, ist es logisch, dass man damit auch nur maximal die Hälfte der ärztlichen Prozessqualität verbessern kann.
    Es geht ja nicht nur um Checklisten. Es geht um ganz triviale Aspekte des Fehlermanagements, die in jedem Krankenhaus tagtäglich etliche Male missachtet werden. Zum Beispiel, dass Anweisungen, die nur mündlich entgegengenommen wurden, vom Empfänger meist weder wiederholt noch aufgeschrieben werden. Usw. Da steht die Medizin wirklich erst ganz am Anfang.



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