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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
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    Hallo!

    Ich melde mich wieder 3 Wochen nach dem Arbeitseinstieg. Ich bin jetzt zuhause von der Arbeit und kann überhaupt nicht abschalten. Mir gehen dauernd alle PatientInnen von heute durch. Habe ich alles richtig gemacht? Vor allem aber: Habe ich alles richtig dokumentiert, sodass mir im Fall des Falles nichts "passieren" kann?

    Ich musste heute mehr oder weniger alleine die chirurgische Ambulanz schmeißen und muss mir diesbezüglich etwas von der Seele schreiben, dass mich jetzt nicht los lässt.
    Die Schwester ist zu mir hereingekommen und hat mir gesagt, dass draußen eine Patientin mit stark blutender Wunde sitzt, die wir weiterschicken werden weil wir keine Unfallchirurgen im Haus haben. Ich habe sie also zu mir hereingeholt (zu dem Zeitpunkt waren ca. 15 Personen in der Ambulanz, manche von ihnen schon seit 3 Stunden) und mir die Wunde angesehen. Beim Herunternehmen des provisorisch angelegten Verband musste ich wohl ein Gefäß verletzt haben, denn es spritzte sofort Blut, was sich aber nach ausreichend Druck wieder legte. Mit Druckverband setzten wir sie in einen Stuhl & sie hat gesagt dass sie mit dem Taxi in das nächste unfallchirurgische Krankenhaus fahren würde.
    Ich habe sie zwar den Revers unterschreiben lassen, aber nicht dokumentiert, dass sie hämodynamisch stabil war, dass es sonst keine Verletzungszeichen gab, dass sie grob neurologisch auch unauffällig ist (Sie hat sich nicht den kopf gestoßen).

    Tja und jetzt sitze ich hier und würde am liebsten im Krankenhaus anrufen, ob die Patientin sicher dort angekommen ist und alles ok mit ihr ist. Ich habe in dem Fall auf die Schwestern vertraut, die ja schon mehr Erfahrung als ich haben.ABer ich mache mir dennoch Vorwürfe, ob ich die Patientin trotz Zeitdruck nicht doch besser untersuchen hätte sollen.

    Was sagt ihr zu meinem "Verhalten"? Was kann ich prinzipiell besser machen? Und vor allem, wie kann man am Ende vom Arbeitstag abschalten?



  2. #2
    verfressen & bergsüchtig Avatar von Evil
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    Zitat Zitat von LisaLisa Beitrag anzeigen
    Was sagt ihr zu meinem "Verhalten"? Was kann ich prinzipiell besser machen? Und vor allem, wie kann man am Ende vom Arbeitstag abschalten?
    Diese Fragen sind grundsätzlich an den weiterbildenden Arzt zu richten, nicht an ein Online-Forum. Hast Du sie oder ihn schon gefragt?
    Wenn Du keinen solchen Ansprechpartner hast, spricht das gegen Deinen Ausbildungsort.
    Weil er da ist!
    George Mallory auf die Frage, warum er den Everest besteigen will



  3. #3
    The Dark Enemy Avatar von morgoth
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    Ich schließe mich Evil an.

    In meinem Fach (Psychiatrie) ist es vielleicht ein wenig übermäßig ausgeprägt, dass man über alles und jedes sich stundenlang Gedanken macht und Fälle bespricht.
    Aber gerade die von dir aufgeworfenen Standard 08/15-Dienstfragen müssen einfach durch Kollegen/Einarbeitung/Hausstandards/Vorgesetzte/Hintergrund glasklar zu beantworten sein.
    Für mich als fachfremden Leser erschließt sich das Konstrukt Chirurgische Ambulanz <-> keine Unfallchirurgen im Haus ehrlich gesagt nicht ganz. Und auch das "Wegschicken" aber gleichzeitig Dokumentieren ist problematisch
    Und der Revers (sofern auch in Eurem Haus damit dieser Vordruck "Ablehnung der Behandlung gegen ärztlichen Rat gemeint ist) scheint mir nicht ganz passend zu sein: Deine Patientin wollte ja explizit eine Behandlung, also wozu sie unterschreiben lassen, dass sie bei Verweigern verbluten kann?



  4. #4
    Registrierter Benutzer
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    139
    die meisten chirurgischen fachabteilungen müssen zur facharztausbildung eine chirurgische basisweitebildung durchlaufen.
    daher sollten allgemeine chirurgische probleme, wie etwa blutende wunden auch in jeder chirurgischen klinik und von jedem chirurgen, der die basisweiterbildung durchlaufen hat zu lösen sein.
    jetzt ist natürlich die frage, ob das eine eine einfache wunde war oder ob eine gefäßverletzung vorlag und somit (dringlich) eine spezialisierte chirurgische versorgung notwendig war.
    offenkundig warst du nicht in der lage mangels ausbildung und supervision diese einschätzung zu treffen und das ist der hauptknackpunkt.
    in beiden fällen hätte übrigens bei euch gehandelt werden sollen, so wie der fall bisher geschildert wurde.
    eine 'einfache' wunde sollte auch vom 'wald-und-wiesen-chirurg' versorgt werden können, unabhängig von der exakten fachrichtung dahinter, bei einer schwereren verletzung (größeres gefäß) hätte zumindest eine initiale stabilisierung, ein assessment der exakten wundsituation, eine vorbereitung der verlegung mit kontaktierung der weiterversorgenden klinik und ein transport über ein nicht-öffentliches verkehrsmittel, sprich mindestens über den krankentransport erfolgen müssen.

    um solche fälle korrekt zu beurteilen, gehört dir aber ein facharzt zur seite gestellt. eigenmächtiges arbeiten in der ambulanz als jungassistent ist offensichtlich kein tragbares weiterbildungsmodell und auch nicht der weg eine suffiziente patientenbehandlung zu garantieren.



  5. #5
    Endgegner besiegt Avatar von WackenDoc
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    Du bist da offenbar heillos überfordert und ein Anfänger gehört (deswegen) auch nicht alleine in die Ambulanz. Normalerweise lernt man irgendwo auf ner Station "laufen"- da liegen die Patienten erstmal trocken und warm und man kann mal nachfragen. Wenn man was vergessen hat, fällt es früher oder später auf und meist kommt es nicht zu irgendwelchen schwerwiegenden Folgen. dafür hat man ja das sicherheitsnetz um den Anfänger.

    Ja, das passiert, dass man was übersieht oder was nicht bedenkt, wenn man 1. Anfänger ist und 2. allgemein überfordert. Das Gefäß hast übrigens auch nicht du lädiert, das war vorher schon kaputt. Hört sich an wie ne KoPlaWu- da blutet es schnell recht heftig. Und ja, in dem Fall wäre auch ein RTW oder KTW (ist aber auch abhängig von den Gegebenheiten bei euch) gerechtfertigt gewesen. Eine KoPlawu (ode rsonstige "normale" Wunde) solltet ihr in einer Chirurgie schon versorgt bekommen. Ihr schneidet ja auch Menschen auf und macht das Loch wieder zu.

    Und noch ein Rat: Man soll zwar die Meinung der Pflege respektieren bzw. sich deren Meinung anhören. Aber auf keinen Fall blind vertrauen. Es ist DEINE Approbation und im Zweifel wird sich die Pflege nicht erinnern dir irgendwas gesagt oder geraten zu haben.
    This above all: to thine own self be true,
    And it must follow, as the night the day,
    Thou canst not then be false to any man.
    Hamlet, Act I, Scene 3



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