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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
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    Liebe Alle,

    Dürfte ich um ein paar Meinungen/Ratschläge bitten:

    Wo stehe ich:
    In ca 2 Jahren mit Fachinternisten fertig an Uniklinik. Schon im Studium Wissenschaft (Grundlagen/Labor) und dann PhD in USA in einschlägigen Top Uni. 2 grosse Top Publikationen die jede für sich 4 bis 5 Jahre Arbeit waren.

    Was will ich:
    Bevor ich schon in die Wissenschaft gegangen bin wollte ich eigentlich primär in die Niederlassung. Hauptsächlich weil ich gerne unabhängig bin, gerne selbst organisiere und weil ich gerne wirtschaftlich denke. Außerdem mag ich die work-life balance bzw freie Zeiteinteilung gerade mit Familie, keine Dienste und das bei meist größerem Verdienst.

    Wie ich zur Wissenschaft stehe:
    Ich wurde mehr oder weniger in die Wissenschaft rein gezogen weil sich mir Chancen geboten haben und ich sehr ehrgeizig und leidensfähig bin. Und mitten in einem Projekt gebe ich dann natürlich auch nicht auf und ziehe die Dinge durch.
    Das mag jetzt Paradox klingen aber eigentlich hat es mich nie so richtig begeistert oder Spass gemacht auch wenn ich round the clock daran gearbeitet habe - und es liegt aber nicht nur an den Arbeitsbedingungen sondern wirklich dass ich eher Generalist mit vielen Interessen bin, am liebsten mit Patienten rede und mich nicht für 1 Molekül das ganze Leben interessieren kann.

    Mein Problem:
    An der Uniklinik wurde ich natürlich vom Chef mit Handkuss eingestellt mit der Vision richtig viel gute Wissenschaft weiter zu machen. Ich wurde von Anfang an maximal gefördert sowohl im Labor als auch Klinik. Nachdem ich aber eigentlich keinen Spass daran habe habe ich unterbewusst so lange wie möglich vermieden ein neues Projekt zu beginnen dass ich dann wieder abschliessen muss. Anfangs meinte ich ein Jahr in die Klinik rein kommen zu wollen, dann kamen im ca 1,5 Jahresabstand meine 3 Kinder und ich meinte immer momentan schwierig aber ich mach ein was geht nebenher...
    Ich hab quasi 2 Jahre die Zeit genutzt primär kleine Kooperationsexperimente zu machen und Vorarbeiten für ein eigenes Projekt zu machen. Pipettieren muss ich nicht mehr selbst aber jetzt wären Anträge schreiben und Experimente planen dran und ich muss mich fast zwingen das nötigste zu machen.
    Ein Teil von mir denkt...es macht kein Spass, ich will eh in die Niederlassung einfach nichts mehr machen und lieber die Freizeit mit Familie verbringen.
    Andererseits kann ich schlecht zum Chef sagen nach allem was ich schon gemacht habe, dass mir das eigentlich gar keinen Spass macht? Und vor allem nach all dem Geld dass er in mich investiert hat?

    Andere Option ist zumindest noch sich so lange zu zwingen bis Habil durch ist aber das Problem hier liegt daran dass die Habil viele kleine Projekte und eher klinische Projekte belohnt. Ich bräuchte trotzdem noch 4 Erstautorschaften was bei meinen Projekten ca 3 Jahre pro Publikation dauert wobei in gewissen Ausmaß auch 2 bis 3 parallel gehen. Das ist auch Teil dessen was mich nervt dass eigentlich allein 1 meiner früheren Projekte mehr Arbeit war als die meisten Habil mit klinischen Projekten aber das Habil System das nicht wirklich anrechnet.

    Was tun:
    Habil irgendwie durchziehen? Hat man als Niedergelassener doch einige Vorteile bzw kann mehr Privatpatienten oder größere Praxen mit mehreren Kollegen leichter hochziehen?

    Alles in den Wind schießen und noch Stelle wechseln an Haus der Maximalversorgung wechseln und dort noch mal eine andere Perspektive bekommen, ggf noch als Oberarzt Erfahrung sammeln vor Niederlassung?

    Weiter so tun als ob was gemacht wird und mit minimalen Aufwand auf die Klinik konzentrieren? Wenn Habil zufällig ausgeht gut und sonst in 2 Jahren ab in die Niederlassung? Problem ist an so einem Plan nur dass ganz ohne Ziel ich noch mehr das Gefühl habe meine Zeit zu verschwenden und es mich dann noch mehr nervt wenn ich gezwungen bin am WE oder im Urlaub oder nach Dienstschluss was dafür zu machen.

    Danke für eure Ratschläge.

    PS: ich weiss es wäre einfacher gewesen ganz am Anfang auszusteigen aber es klang immer so verlockend und ich dachte ich mache mal alles und kann mich später immer noch entscheiden....



  2. #2
    Dunkelkammerforscher
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    das war mal...
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    Von dem was du schreibst ist die Entscheidung doch eingentlich klar: Die Habil bringt dir in der Niederlassung nix, es macht dir keinen Spass aber an deiner aktuellen Stelle ist es ein "muss". Insofern finde ich deinen Vorschlag:

    "Alles in den Wind schießen und noch Stelle wechseln an Haus der Maximalversorgung wechseln und dort noch mal eine andere Perspektive bekommen, ggf noch als Oberarzt Erfahrung sammeln vor Niederlassung?"

    Hört sich am zielführensten für dich an.



  3. #3
    Summsummsumm Avatar von Feuerblick
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    30.768
    Sehe ich ähnlich. Warum etwas tun, wozu du eigentlich keine Lust hast und was dir für deine Ziele nichts weiter bringen wird?
    Erinnerung für alle "echten" Ärzte: Schamanen benötigen einen zweiwöchigen Kurs mit abschließender Prüfung - nicht nur einen Wochenendkurs! Bitte endlich mal merken!

    „Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.“ (Matthias Claudius)



  4. #4
    Registrierter Benutzer
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    13
    Danke für eure Antworten. Ich hatte vor einem Jahr schon den Impuls und dann letztlich nicht durchgezogen da ich dachte wenn die Kinder älter sind fällt es mir dann leichter.

    Was mich abhält ist das Gefühl, dass ich ja eigentlich schon so viel dafür gemacht habe und es eben viele an meiner Klinik gibt die mit viel weniger Aufwand schon Habil haben und ich dann irgendwie das Gefühl habe ich müsste das noch fertig machen um den bisher geleisteten Aufwand zu rechtfertigen bzw nicht das Gefühl zu haben das nicht geschafft zu habe.
    Außerdem kann sich keiner meiner Freunde richtig rein versetzen weil die mich alle als Elite rund um die Uhr im Labor Kämpfer kennen und mir nicht glauben dass es mir keinen Spass macht sondern denken es liegt daran dass meine Kinder klein sind und ich schon so so viele Dienste etc habe und ich einfach noch bissl durchhalten muss.
    Der dritte Punkt ist dass natürlich in meinem Umfeld viele an ihrer Habil arbeiten inkl. Einzelner die nach Habil in Niederlassung sind und mir sagen sie würden Habil immer wieder machen und dass es ihnen in der Niederlassung auch was bringt um mehr Privatpatienten anzuziehen...



  5. #5
    Summsummsumm Avatar von Feuerblick
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    Let the bad times roll!
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    Willst du ernsthaft dein Leben an dem orientieren, was andere tun und denken? Und deine kleinen Kinder verpassen, weil du für eine Habil arbeitest, die du nicht brauchst, eigentlich auch nicht willst und bei der du die Arbeit dafür nicht magst? Merkste selbst, oder?
    Erinnerung für alle "echten" Ärzte: Schamanen benötigen einen zweiwöchigen Kurs mit abschließender Prüfung - nicht nur einen Wochenendkurs! Bitte endlich mal merken!

    „Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.“ (Matthias Claudius)



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