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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #66
    Registrierter Benutzer
    Registriert seit
    14.04.2019
    Beiträge
    172

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    Ich glaube, dass es da noch was anderes gibt. Ich glaube sogar, dass das Leben hier iwie nur eine Art Zwischenzeit ist.
    Ich denke jedes Leben hat einen Sinn, jedes Leben ist gleich viel wert und ich glaube auch, dass manche Begegnungen „geplant“ sind und dass es eine Art Engelwesen gibt. Aber wieso was passiert, weiß ich nicht, das werde ich irgendwann einmal hoffentlich erfahren.
    Diese ganze Tierdiskussion hab ich gar nicht angeschaut, sie sind schließlich genauso Lebewesen wie wir und sie haben mit Sicherheit einen freien Willen.

    Ob das zu beneiden ist, bin ich mir nicht sicher- schließlich gelte ich deshalb unter meinen Mitmenschen als Spinner und man wird gemobbt und auch jeder hier im Forum wird mich deswegen auslachen, was schon weh tut. Ich erzähle deshalb grundsätzlich nichts davon.
    Hab oft gezweifelt, aber dann passieren immer so Dinge, die mir die Zweifel nehmen.
    So was wie Liebe und Gewissen etc. ist jedem Menschen ins Herz gelegt bzw man erfährt es durchs Umfeld, egal ob man glaubt oder nicht. Naja, zu glauben, dass da noch was anderes ist, hilft Vlt schon manchmal, in Trauer als auch Freude, und nur so kann ich Leid auf der Welt überhaupt „verkraften“.

    Mitglied in der Kirche bin ich auch nicht mehr, aber religiös und gläubig sind eh zwei paar Schuhe.



  2. #67
    Platin Mitglied
    Registriert seit
    10.01.2002
    Ort
    Kiel
    Semester:
    Beiträge
    569
    Die Frage, ob es einen Gott gibt, lässt sich nicht lösen. Man kann nur für sich die Existenz oder die Nicht-Existenz wahrscheinlicher halten. Ich persönlich halte meist die Existenz für wahrscheinlicher, weil es Phänomene in der Welt gibt, die mich daran glauben lassen, dass es einen Gott gibt und dazu gehört neben Liebe die Wahrnehmung von Ewigkeit und von Geborgenheit und auch die Tatsache, dass offenbar ein Großteil der Menschen schon Gotteserfahrungen welcher Art auch immer gemacht hat. Trotzdem gibt es Tage, an denen ich zweifle, genauso wie es umgekehrt auch Nicht-Gläubige gibt, die an ihrem Nicht-Glauben immer wieder zweifeln (mit einem davon bin ich verheiratet).
    Welcher Gott nun der richtige ist - nun ja. Ich persönlich bin mit dem Glauben an den christlichen Gott groß geworden und der ist es auch, der mir am nächsten ist. Die Kernaussage ist in meinen Augen übrigens nicht Mitleid oder Nächstenliebe oder so, sondern dass wir erlöst sind. Erlösungsbedürftig werden wir durch dieses Problem mit dem freien Willen und dass wir, obwohl der Mensch von sich aus sicher gut sein will, es nie völlig sind.
    Ich fühle mich in meiner Kirche sehr wohl, erlebe - trotz Katholizismus - auch kein "die da oben - wir hier unten", sondern freue mich immer sehr, dort auf Menschen zu treffen, die ähnlich denken und leben wie ich und ähnliche Fragen stellen.

    Mir hilft der Glaube auch im Alltag sehr. Klingt komisch, aber ich versuche jeden Patienten als Jesus anzusehen. So nervig, blöd, anstrengend er auch ist "ich habe gehungert und Du hast mir zu Essen gegeben". Seit ich das versuche umzusetzen, komme ich mit vielem und vielen besser klar.
    Gerade als Arzt stößt man doch so oft an die Grenzen des Lebens, da drängt sich die Frage doch unweigerlich auf. Ich bin sehr froh, sie meist mit "ja" beantworten zu können. Das gibt Sinn. Ich kenne übrigens sehr viele gläubige Ärzte, die scheinen überzufällig häufig zu sein.
    si tacuisses, philosophus mansisses



  3. #68
    Diamanten Mitglied Avatar von Fr.Pelz
    Registriert seit
    10.06.2005
    Ort
    schmeißt die Kuh von Deck- wir legen ab!
    Semester:
    Die ausführliche Anamnese des Patienten bitten wir freundlicherweise als bekannt voraussetzen zu dürfen.
    Beiträge
    9.473
    Zitat Zitat von Espressa Beitrag anzeigen
    Ich denke Gott will, dass Menschen sich dafür entscheiden können, ihn zu lieben, denn nur dann ist es wertvoll. Wenn sie müssten weil sie nicht anders können, wäre das doch ziemlich langweilig, oder?

    .
    Ok, das Argument habe ich jetzt verstanden -aber im umkehrschluss hiesse das ja immer noch nicht, dass nur weil wir einen freien Willen haben, es Gott geben muss.

    Ich glaube auch an einen freien Willen, auch bei den höheren Wirbeltieren -da gibt es einfach zu viele Dinge, die sich nicht mit Trieben erklären lassen (hab ja auch Katzen ) Zb von Elefanten und Haustieren weiß man, dass sie trauern beim Verlust eines Verwandten oder des Besitzers...
    aber das heißt ja wiederum nicht, dass es Gott nicht gibt.
    Mein Glaube ist der: ja er ist da, ja er beschützt uns und trägt uns- und stellt uns auch vor Prüfungen und Herausforderungen- leider verhindert sein Wirken nicht all das Unrecht auf der Welt.
    Vielleicht gerade WEIL die Menschen einen freien Willen haben, entscheiden sie sich leider auch oft gegen den Weg, den Gott ihnen zeigen möchte.



  4. #69
    Registrierter Benutzer
    Registriert seit
    06.12.2017
    Semester:
    OA Psychiatrie/Psychosomatik
    Beiträge
    200
    Zitat Zitat von hiddl Beitrag anzeigen
    Mir hilft der Glaube auch im Alltag sehr. Klingt komisch, aber ich versuche jeden Patienten als Jesus anzusehen. So nervig, blöd, anstrengend er auch ist "ich habe gehungert und Du hast mir zu Essen gegeben". Seit ich das versuche umzusetzen, komme ich mit vielem und vielen besser klar.
    Wow, danke für deinen Mut!



  5. #70
    OP-Sperrer Avatar von Echinococcus
    Registriert seit
    16.09.2010
    Ort
    Griffinwood
    Semester:
    Ich bin dann mal die Chirurgen ärgern...
    Beiträge
    826
    Interessantes Thema. Ich bin sehr überzeugter anti-theistischer Agnostiker und habe mir auch schon viele Gedanken um die Themen Moral / Gut / Böse und freier Wille gemacht.


    Gott für den Gedanken des freien Willens heranzuziehen ist für mich merkwürdig. Alleine die Widersprüche im Abrahamitischen Religionsdunst was Sünde, Erschaffung des Menschen nach Gottes Abbild und freien Willen angeht ist recht abstrus.
    Gott schafft Wesen nach eigenem Bilde, die sich von den Engeln durch ihren freien Willen unterscheiden, und eine der ersten Entscheidungen dieser Wesen ist dann die Frucht der Erkenntnis zu essen. Anstatt sich an der Neugierde seiner neuen Kinder zu erfreuen (die mit freiem Willen einhergehen sollte!) werden sie aus dem Paradies verbannt. Dabei haben sie sich das noch nicht einmal selbst überlegt sondern wurden dazu von jemandem verleitet, der sauer auf Gott war weil er Wesen mit eigenem Willen geschaffen hat. Ziemlich dumm gelaufen für ein angeblich omnipotentes Wesen.

    In die Diskussion um den freien Willen gehören für mich ganz andere Mitspieler: Nämlich Laplace's Dämon und Quantenphysik. Ich hab jetzt hier nicht die Zeit das Konzept im Detail zu erklären, aber kurz gefasst: In einem Universum mit festen physikalischen Regeln ist eigentlich ALLES vorbestimmt, freier Wille hat dort keinen Platz. Lest euch mal etwas über den Dämon durch, regt zum Nachdenken an.

    Ich finde die Rolle eines "freien Willens" in einem deterministischen Universum für extrem spannend und aktuell ist für mich die einzige Lösung für das Problem in der Quantenphysik zu finden. Ich liebe es, wenn Physik und Philosophie aufeinandertreffen.

    Was für mich die Vermittlung von moralischen Werten angeht sehe ich überhaupt keinen Grund, religiöse Gestalten ins Spiel zu bringen.
    Moral und auch Ethik sind dynamische Konstrukte, von Konzepten wie "böse" und "gut" sollte man sich bei jeder ernsten Diskussion schnell entfernen.

    Generell sind Handlungsweisen innerhalb von Gesellschaften dann zu akzeptieren, wenn sie das System nicht langfristig destabilisieren. Kinder zu essen und sich das Eigentum seiner Nachbarn ungefragt anzueignen sind in den meisten Gesellschaften z.B. ungern gesehene Dinge, weil sie der Gesellschaftsstabilität nicht sonderlich zuträglich sind. Viele dieser Konzepte wie Mord, Ehebruch, 200 km/h vor Kindergärten zu fahren sorgen für massive Probleme in der Gesellschaft und werden deshalb universell gescholten, weil sie in fast jedem System für Ärger sorgen. Das macht sie aber nicht allgemein "böse", es gab durchaus auch Gesellschaften in denen viele Dinge die heute als verwerflich gelten akzeptiert waren.

    Wenn ich dann irgendwann vielleicht doch Kindern Werte vermitteln muss würde ich mich in dieser Hinsicht tatsächlich an Kant halten: Ich würde den Kindern beibringen sich so zu verhalten, wie sie es auch von anderen erwarten. Das ist generell für mich das Maß, an dem ich mein eigenes Verhalten messe. Vor "fragwürdigen" Handlungen frage ich mich, wie sehr ich mich über andere Aufregen würde, wenn sie das tun würden und entscheide dann anhand dieser Analyse, ob ich es tue oder nicht ;)

    Die Frage nach dem Göttlichen im Allgemeinen kann ich nicht beantworten, auch wenn ich eine bewusste Entität oder ein Pantheon welches das Universum aktiv lenkt für sehr, sehr unwahrscheinlich halte.
    Absolut sicher bin ich mir jedoch darin, dass alles, was die aktiven Religionen erzählen kompletter Müll ist. Den / die Gott / Götter, die in den heiligen Schriften der aktiven Sekten auf dem Planeten beschrieben werden existieren nicht. Das ist alles ein Machtspiel, und die Leute fallen auf die Versprechen für ein besseres Leben nach dem Tod herein und helfen den Kirchen jedweder Art ihre Machtposition zu erhalten. Wozu der Konflikt dann führt, sehen wir ja auch jeden Tag auf der Welt. Organisierte Religion ist für mich eines der wichtigsten Geschwüre, die es zu entfernen gilt.
    Geändert von Echinococcus (09.12.2019 um 09:15 Uhr)
    Monkey see and monkey do...evolution was never true. All the lies they feed to you, monkey me and monkey YOU!



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