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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
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    Hallo!

    Ich bin seit knapp einem halben Jahr in meiner zweiten Assistenzarztstelle, und zwar in einer kleineren Chirurgie in einem größeren Haus in einer sehr großen und beliebten Stadt. Meine erste Stelle war recht komfortabel und ich war darauf eingestellt, dass es an meinem neuen Haus wahrscheinlich nicht so zugeht, aber ich dachte mir, wenn es wirklich mies wäre, würde ja keiner dort arbeiten. Was mich erwartet hat, hat mich dann doch schockiert:

    Es gibt einen festen Stationsarzt für eine Station mit 30-40 Patienten. Der kümmert sich um Visite, Arztbriefe, Entlassungen, Angehörigengespräche, Überbringen schlechter Diagnosen, weiteren Papierkram etc. Außerdem wird im Tagesprogramm für jeden OP-Saal (1-3 je nach Wochentag) ein Assistent eingeplant, dazu noch einer (oder an guten Tagen zwei) für elektive Aufnahmen (1-6 pro Tag), Notfälle, Konsile und die Patienten auf der ITS. Wer mit seinen Aufgaben fertig ist, soll dem Stationsarzt bei der Stationsarbeit helfen. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass das meistens nichts wird. Die Stationsarbeit ist bis Feierabend niemals erledigt, der Stationsarzt sitzt dann noch zwei bezahlte und auch einige unbezahlte Arbeitsstunden auf der Station, vieles fällt hinten runter, die Patientenversorgung ist miserabel. Auch Aufnahmen und ITS/Notfälle können mal länger dauern, nicht selten sitzen abends um 8-9 Uhr noch drei Assistenten auf der Station, der Dienstarzt will meist auch keine alten Aufgaben vom Tag übernehmen. Die Oberärzte sowieso nicht. An schlechten Tagen - entweder weil Überstunden abgebaut werden müssen, einer im Urlaub oder krank ist - sind überhaupt nur zwei oder drei Leute im Haus, die das gesamte Tagesprogramm stemmen müssen. OP-Assistenzen fallen da als erstes raus, dann operieren die Ober- und Fachärzte alleine.

    Mir wurde also schnell klar, warum in diesem Sommer insgesamt drei Stellen neu besetzt wurden und bald die nächste frei wird. Meine vermutlich auch. Was mir aber nicht klar ist, ist, warum immer noch drei alte Assistenten dort arbeiten, die diese Bedingungen schon so lange mitmachen. In meiner vorherigen Stelle und im PJ habe ich so etwas noch nie erlebt. Die Kollegen kennen es vielleicht nur so. Was sind eure Erfahrungen, ist das heutzutage immer noch so üblich? Liegt es daran, dass es ein kleineres Fach mit wenig konkurrierenden Kliniken in einer beliebten Stadt ist? Wie kann man was ändern, wenn die Altassistenten sich nie beschweren, die Oberärzte alles abblocken und der Chefarzt nichts mitbekommt?



  2. #2
    Platin Mitglied
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    Gibt viele Gründe, weshalb das Leute mitmachen - du hast ja schon einige genannt. Und dann sind die Prioritäten ja vielleicht auch unterschiedlich, es gibt Leute die das für ihr Ego brauchen 80 Stunden zu arbeiten und das dann hinterher als Heldentat zu stilisieren. Oder die ihre Kinder und den Ehepartner nicht mögen und froh über jede Minute auf der Arbeit sind...
    Während des Studiums habe ich in einer Herzchirurgie famuliert: Dort gab es drei Assistenten die sich alle Dienste (24h) geteilt haben. Waren alle schon über 10 Jahre dort, hatte aber ihren OP-Katalog noch lange nicht voll...



  3. #3
    Registrierter Benutzer
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    138
    In der Inneren am Uniklinikum, wo ich gerade PJ mache, werden die täglichen 1-2 Überstunden noch nicht mal durch Freizeit ausgeglichen, geschweige von bezahlt.



  4. #4
    Diamanten Mitglied
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    Fertig!
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    @JumpRopeQueen: Da muss ich halt wirklich ganz ehrlich sagen - selbst schuld. Es gibt im PJ keine Überstunden. (Deshalb werden sie ja auch nicht bezahlt.) Wer da länger bleibt, ist selbst schuld. Haben erschreckend viele meiner Kommilitonen regelmäßig gemacht - ich nicht. Darf man sich einfach nicht gefallen lassen. Man geht pünktlich und das wars, ganz egal was irgendwer sagt.

    @philber: Auch hier gilt meines Erachtens - solange sich die Assistenzärzte das gefallen lassen, wird sich nichts ändern.



  5. #5
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    Zitat Zitat von davo Beitrag anzeigen
    @JumpRopeQueen: Da muss ich halt wirklich ganz ehrlich sagen - selbst schuld. Es gibt im PJ keine Überstunden. (Deshalb werden sie ja auch nicht bezahlt.) Wer da länger bleibt, ist selbst schuld. Haben erschreckend viele meiner Kommilitonen regelmäßig gemacht - ich nicht. Darf man sich einfach nicht gefallen lassen. Man geht pünktlich und das wars, ganz egal was irgendwer sagt.

    @philber: Auch hier gilt meines Erachtens - solange sich die Assistenzärzte das gefallen lassen, wird sich nichts ändern.
    Ich glaube bzw hoffe, dass JumpRopeQueen ihre betreuenden Ärzte meint bzgl den Überstunden. Als PJler ist man wie du richtig sagst selber dafür verantwortlich, rechtzeitig rauszukommen. Meine Ärztinnen (Innere und Chirurgie) kommen immer früh genug heim, die kriegen sogar "Ärger", wenn sie Überstunden machen.



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