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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von Hein81
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    Hallo zusammen, ich habe vor kurzem im Spiegel einen Erfahrungsbericht einer Ärztin im Bereitschaftsdienst gefunden. Ihr Name ist geändert und Sie berichtet wie folgt:

    Eine Wespe hat den Mann in die Zunge gestochen, er bekommt keine Luft mehr. Kathrin Hansen* ist die einzige Ärztin auf Station. Sie muss blitzschnell entscheiden, wie der Patient behandelt werden soll. Hansen legt dem Mann einen venösen Zugang, gibt ihm Medikamente, lässt ihn beatmen. "Wenn in diesem Moment ein zweiter Patient in einer ähnlichen Notlage eingeliefert worden wäre, der hätte das nicht überlebt."

    Ist es oft so, dass quasi zeitgleich wirkliche Notfälle in die Notaufnahme kommen und man als einzige Person dann entscheiden muss, wen ob man den einen Notfall weiterbehandelt, oder den genau so ernsten 2. Notfall behandelt? Im Extremfall kann ja der Diensthabende auch noch eilig auf die Intensivstation gerufen werden, die ja immer vorrang hat.
    Muss man sich-bewusst etwas heftig formuliert-entscheiden, wem der 3 Patienten man das Leben rettet, und wer evtl. verstirbt?

    Solche Situationen müssen doch der Horror schlechthin sein. Und als absoluter Anfänger, kann man doch leicht in so einer Situation überfordert sein. In der Uni wird man darauf ja eher weniger vorbereitet



  2. #2
    gern geschehen Avatar von Kackbratze
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    Muryevo
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    Ober-Unarzt
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    Es ist SpOn, es ist im realen Leben nicht so. Und man ist nicht alleine im Krankenhaus. Es gibt noch mehr Personal mit Fähigkeiten wie Zugang legen, Medikamente geben oder Reanimation.
    Mach ein Praktikum in einer Notaufnahme, da lernst Du mehr als in einem Spiegelartikel.
    Und die Entscheidung "wer lebt und wer stirbt"... ALTER. Schau weniger Hollywoodfilme.

    Kacken ist Liebe!
    Salmonella ist Kacken!


    Sie werden von Jahr zu Jahr dümmer!



  3. #3
    Endgegner besiegt Avatar von WackenDoc
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    24.01.2009
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    Bauschamane
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    14.665
    Spannend wird es erst, wenn man mehrere ACS zeitgleich in der Notaufnahme hat, ein EKG-Programm was nicht richtig funktioniert, EKGs mit so vielen Artefakten, dass man es nicht richtig auswerten kann, Pflegepersonal, was einem nicht den Rücken frei hält, dann noch ne Station die alle 2 min wegen irgendwelchem Bullsh** anruft.... Und dann der Hintergrund verweigert, reinzukommen.
    This above all: to thine own self be true,
    And it must follow, as the night the day,
    Thou canst not then be false to any man.
    Hamlet, Act I, Scene 3



  4. #4
    Dunkelkammerforscher Avatar von freak1
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    02.10.2010
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    WBA
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    Das würde ich dann aber namentlich mit Zeit und Zeugen so in der Akte notieren. Im Kunstfehlerprozess wird es dann sehr ungemütlich für den OA.



  5. #5
    Diamanten Mitglied
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    7.699
    Ich habe bisher naturgemäß erst sehr wenig Arbeitserfahrung als Arzt, aber trotzdem ein paar Anmerkungen:

    Einen Zugang kann jede Pflegekraft legen. Auch wenn in Deutschland oft so getan wird, als wäre das ein Ding der Unmöglichkeit. War bei uns an der Uni in der ZNA auch Standard.

    Und die ZNA sollte normalerweise ohnehin separat besetzt sein.

    Außerdem gibt es selbst in kleinen Krankenhäusern mehrere Ärzte. Man kann also immer einen Kollegen anrufen falls einmal eine außergewöhnliche Häufung von Notfällen auftritt.

    Als Anfänger hat man in der ZNA (oder auch auf der Intensivstation) IMHO sowieso nichts zu suchen. Wenn das so ist, zeugt das IMHO von Organisationsversagen. Ich bin zur Zeit weder für die ZNA noch für die Intensivstationen zuständig, und das ist auch gut so.

    Ich hab im Rahmen des Innere-PJ vier Dienste in der ZNA absolviert - da gab es keinen einzigen Notfall, der der im Artikel beschriebenen Situation geähnelt hätte. Geschweige denn zwei zur selben Zeit. Außerdem waren da immer mindestens zwei Ärzte in der Innere-ZNA, plus mindestens ein PJler. Und im Fall des Falles hat man halt die Kollegen um Hilfe gebeten - ist z.B. einmal passiert als ein Patient mit Magenruptur eingeliefert wurde und die Chirurgen alle im OP oder sonstwo waren. War auch kein Problem. Haben wir halt mal Anamnese gemacht, Zugänge gelegt, Labor abgenommen. Die STEMIs kamen dort direkt auf die CPU, d.h. mit denen hatte man sowieso nichts zu tun. Und alle zwei Minuten hat da zum Glück auch nie wer angerufen.

    Auch in meinen ersten 2,5 Arbeitswochen als Arzt gab es noch nie einen Notfall im engeren Sinn auf der Station. Und falls man mal das Gefühl hat, mit der Situation nicht zurecht zu kommen, dann ruft mal halt wen anderen an.

    In der Nacht kann das natürlich anders sein, und davor habe ich auch Respekt. Aber dadurch, dass ich einem sehr großen Haus arbeite, gibt es auch in der Nacht viele Kollegen im Haus, die im Fall des Falles bereit wären, zu helfen. Und das finde ich durchaus beruhigend.

    Ein ZNA-Praktikum wäre wahrscheinlich wirklich nicht schlecht... die Realität ist meist deutlich weniger spektakulär als Spiegel Online



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