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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
    Registrierter Benutzer
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    Hallo zusammen,

    ich bin seit relativ kurzer Zeit fertig mit dem Studium, hatte danach aber noch eine Weile mit meiner Diss zu tun. Das ging dann jetzt am Ende doch wiederum schneller als gedacht, sodass ich ein wenig früher als geplant eine Stelle suche.

    Das Drumherum ist aber eigentlich gar nicht so wichtig, meine Frage ist folgende: Ich würde gerne Auge beginnen, bin aber (für ca. 1 Jahr) örtlich hier in einer mittelgroßen Stadt gebunden, wo keine stationäre ophtalmologische Station / Uniklinik realistisch für den Arbeitsalltag erreichbar ist. Ich habe ein paar Hospitationen in Praxen gemacht und mir wurde jetzt von einer großen überregionalen Praxis mit einigen Niederlassungen, OPs und ziemlich breitem Spektrum eine Stelle angeboten. Man kann ja meines Wissens 36 Monate ambulant machen, aber ich hätte zumindest gerne stationär angefangen, auch, um nicht die ganze Stationsarbeit zu verlernen, und nach einem halbwegs entspannten Praxis-Arbeiten in den stressigen Klinikalltag zu wechseln ist vielleicht auch schlechter als umgekehrt... Gibt bestimmt noch viel mehr Pros und Contras, vielleicht auch was Pro Praxis am Anfang?

    Andererseits habe ich auch keine große Wahl zurzeit, wenn ich nicht in einer anderen Fachrichtung anfangen möchte.

    Würde mich über Einschätzungen freuen!



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  2. #2
    Summsummsumm Avatar von Feuerblick
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    Laut neuer WBO könnte man auch die komplette Zeit ambulant machen. Da müsstest du dich bei der für dich zuständigen Ärztekammer erkundigen.
    Grundsätzlich halte ich es für wenig sinnvoll, in der Praxis zu beginnen. Denn
    1. ist die Betreuung in der Praxis schon aus rein organisatorischen Gründen (mehr Patientendurchlauf, weniger Zeit für Erklärungen) gerade für einen Anfänger, bei dem man eigentlich jeden Befund nochmal nachschauen müsste, in aller Regel nicht ausreichend
    2. ist deswegen in der Praxis die Gefahr, relevante Befunde zu übersehen sehr hoch
    3. gerät ein Anfänger in der Praxis sehr schnell in die Fehleinschätzung, total viel zu können und die Dinge perfekt im Griff zu haben.
    4. ist häufig auch der Wechsel zwischen verschiedenen Niederlassungspraxen vorgesehen. Und plötzlich sitzt der Anfänger ganz alleine in der Praxis...
    5. ist der Übergang von Praxis nach Klinik auch bei großem Spektrum in der Praxis in aller Regel ein Kulturschock. Und damit meine ich weniger den Stress im Klinikalltag sondern vielmehr das oft komplett andere Arbeiten. Häufig wird in Praxen sehr eindimensional (löbliche Ausnahmen gibt es, keine Frage) gearbeitet. Alles, was von „haben wir schon immer so gemacht“ oder „machen wir so, weil das Gerät bezahlt werden muss“ bzw. „schreibt uns die KV so vor“ abweicht, führt besonders bei den älteren Fachärzten zu Unverständnis. Oft erlebt man auch, dass die Fachärzte deutlich weniger up to date sind im Vergleich zu Fach- und Oberärzten an einer Klinik. Sprich: Man lernt einfach deutlich weniger und in der Klinik wird man irre angeschaut, weil man die wichtigen Dinge nicht weiß.
    Ja, es mag Praxisverbünde geben, die das zumindest auf dem Papier besser machen. Aber es bleiben Zweifel...

    Wenn es nach mir ginge, müsste jeder Weiterbildungsassistent mindestens ein Jahr Station und ein Jahr Ambulanz an einer größeren Klinik hinter sich bringen, BEVOR er auf eine Praxis losgelassen wird. Die komplette Praxisweiterbildung halte ich für völligen Unsinn. Aber gut, ist ja politisch so gewollt.

    Ich habe Kollegen erlebt, die aus großen Praxen in die Klinik kamen. Untersuchen (rein technisch) konnten die meist einigermaßen. Aber sich selbst organisieren, über den Tellerrand schauen, schwierigere Krankheitsbilder erkennen und therapieren - alles ein Problem. Sieh zu, dass du eine Klinikstelle findest. Oder sei dir bewusst, dass du in der Klinik unter Umständen bei knapp über Null anfangen wirst.
    Erinnerung für alle "echten" Ärzte: Schamanen benötigen einen zweiwöchigen Kurs mit abschließender Prüfung - nicht nur einen Wochenendkurs! Bitte endlich mal merken!

    „Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.“ (Matthias Claudius)



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  3. #3
    wieder an Bord :-) Avatar von Muriel
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    Hier auch Veto. Habe da auch nur negative Beispiele erlebt. Und je größer der Praxis Verbund, desto gewinnorientierter und medizinferner läuft es da häufig leider. Keine Ahnung ob das in anderen Fachrichtungen auch so ist, bei Auge ist es teilweise echt widerlich. Was wir da alles an Fehlbehandlung aus monetären Gründen so auffangen müssen, ist wirklich erschreckend.



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  4. #4
    Summsummsumm Avatar von Feuerblick
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    Let the bad times roll!
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    32.371
    Jaja, ich erinnere mich da an mein erstes FA-Vorstellungsgespräch, bei dem mir eine Art Kopfprämie basierend auf der Menge der indizierten Operationen angeboten wurde. Je teurer die OP, desto mehr Kohle für mich oder so... is klar.
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  5. #5
    Diamanten Mitglied
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    Ich würde aus allen oben genannten Gründen auch eher abraten.
    Du könntest das Jahr ja ein anderes Fach in der Klinik machen, es gibt viel interessantes, wofür du später nie wieder Zeit haben wirst.

    Andererseits: aus mir ist auch was geworden, obwohl ich mein erstes Jahr in der Praxis gemacht hab. Damals gab es aber keine klinikstellen wie Sand am Meer, so wie heute, da war mir lieber „den Fuß in der Tür zu haben“.



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