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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
    Registrierter Benutzer
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    Hallo Zusammen,


    ich studiere jetzt im dritten Semester Medizin und ich hoffe auf einen kleinen Austausch mit anderen Studenten, die vielleicht entweder selbst mit dem zu kämpfen haben, was ich gleich hier schildern werde, oder Leuten, die das hinter sich haben. Sonstige Ratschläge oder so sind natürlich auch herzlich willkommen.

    Kurz zu mir: ich hab nach dem Abi erst mal ne Ausbildung gemacht und dann endlich im Herbst 2019 meine Zusage erhalten. Schon während meiner Ausbildug hatte ich mitSelbstzweifel und dergleichen zu kämpfen, ich hatte innerlich immer große Zweifel, ob ich jemals wirklich Medizin studieren könnte. Jetzt ist es soweit und irgendwie...wird es nicht besser. Ich komme dabei insoweit ganz gut klar, dass ich bisher alle Prüfungen im Erstversuch bestanden habe. Ich sehe eigentlich, dass ich längst nicht ,,die Schlechteste" bin, um mich herum wiederholen Kommilitonen ständig irgendwas und das ist ja auch okay. Aber ich habe trotzdem irgendwie immer das Gefühl, nichts zu wissen. Was ich lerne, wird teilweise zu großen Teilen vergessen. Wenn ich mir überlege, wie viel Anatomie ich vergessen habe...klar, vieles ist auch da, aber wenn ich mich mit anderen vergleiche... habe ich das Gefühl gar nichts zu können.

    Ich habe das Glück und das Pech in einer reinen Strebergruppe unterwegs zu sein. Zumindest gehören meine Freunde zu den Besten der Besten, sodass ich diesen einzigen greifbaren Vergleich habe. Und dieser Vergleich zeigt mir dann, wie schlecht ich bin. Ich investiere so viel Zeit, und ernte dabei sehr viel weniger Wissen. Vor allem Wissen, das dann auch bleibt.

    Eines ist für mich klar: mir gefallen die Inhalte dieses Studiums, mir gefällt der Beruf und eine Alternative habe ich nicht. Also bleibt mir nichts anderes, als das auch durchzuziehen. Aber ehrlich gesprochen, spüre ich, wie diese Selbstzweifel und dieser Minderwertigkeitskomplex (sorry, ich finde kein anderes Wort^^) richtig an meiner Psyche nagen, um das mal milde auszudrücken. Dass ich nicht zu den Top Prozenten gehöre, ist okay. Damit komme ich klar. Ich will einfach durch mein Leben gehen und nicht ständig zittern müssen. Nicht ständig 110% geben, und am Ende trotzdem richtig strugglen. Wenn ich an das neue Semester denke, kriege ich Bauchschmerzen, und ein total schweres Herz. Es fühlt sich an, als würde das dritte Semester, das vierte Semester samt Physikum mich verfolgen wie eine Regenwolke.

    Kennt das jemand? Was tun? Ich sag jetzt schon mal "danke"!



  2. #2
    Summsummsumm Avatar von Feuerblick
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    Let the bad times roll!
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    Ganz einfach: Hör auf dich mit anderen zu vergleichen! Mach dein eigenes Ding und sorg dafür, dass DU deine Klausuren bestehst. Und wenn du das Gefühl hast, viel zu lernen, aber es bleibt nichts hängen, dann überprüfe deine Methode...
    Erinnerung für alle "echten" Ärzte: Schamanen benötigen einen zweiwöchigen Kurs mit abschließender Prüfung - nicht nur einen Wochenendkurs! Bitte endlich mal merken!

    „Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.“ (Matthias Claudius)



  3. #3
    Registrierter Benutzer
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    OA Psychiatrie/Psychosomatik
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    @TE: Wofür brauchst du es, dich so zu quälen und dir den eigenen offensichtlichen Erfolg nicht zu gönnen (d. h. nicht anzuerkennen)?



  4. #4
    Diamanten Mitglied
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    Zitat Zitat von sudolas Beitrag anzeigen
    Ich komme dabei insoweit ganz gut klar, dass ich bisher alle Prüfungen im Erstversuch bestanden habe. Ich sehe eigentlich, dass ich längst nicht ,,die Schlechteste" bin, um mich herum wiederholen Kommilitonen ständig irgendwas und das ist ja auch okay.
    Zitat Zitat von sudolas Beitrag anzeigen
    Dass ich nicht zu den Top Prozenten gehöre, ist okay. Damit komme ich klar. Ich will einfach durch mein Leben gehen und nicht ständig zittern müssen. Nicht ständig 110% geben, und am Ende trotzdem richtig strugglen. Wenn ich an das neue Semester denke, kriege ich Bauchschmerzen, und ein total schweres Herz. Es fühlt sich an, als würde das dritte Semester, das vierte Semester samt Physikum mich verfolgen wie eine Regenwolke.
    Erkennst du den Widerspruch?

    Du gehörst ja ganz offenbar zu den besten Studenten - aber fühlst dich trotzdem inadäquat.

    Medizin ist halt ein sehr umfangreiches Fach, das erstens hochspezialisiert ist, mit sehr vielen Fachidioten, und in dem zweitens viele Dingen nach heutigem Wissensstand einfach noch nicht bekannt sind. Es ist also völlig normal, vieles nicht zu wissen, vieles nicht zu verstehen, sich vieles nicht zu merken.

    Man sollte einfach versuchen, möglichst viel aus seinem eigenen Potenzial rauszuholen. Dass es andere gibt, die besser sind, ist völlig normal. Das sollte einen nicht verunsichern oder gar verärgern - man sollte einfach versuchen, sich möglichst viele hilfreiche Ansätze von denen, die besser sind, abzuschauen. Und nie vergessen, dass das Studium nur das Studium ist, der Beruf nur der Beruf - und dass es auch noch ein Leben außerhalb des Krankenhauses gibt



  5. #5
    Registrierter Benutzer
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    186
    Für das Medizinstudium braucht man als erstes und aller wichtigste starke Motivation. Das heißt - Du spürst Freude mit jeder bestandener Prüfung und mit neu gelernten Sachen.
    Wenn du ständig nur denkst "ich war nicht so gut wie meine Freunde" oder "sie hat es schon gelernt, ich hänge noch beim alten Thema" - das macht dich irgendwann fertig.

    Aus meiner Erfahrung (und ich arbeite schon seit 8 Jahren in einem Krankenhaus) es ist sehr schwer zu definieren, was einen guten Arzt ausmacht. Habe schon Ärzte erlebt, die viel Wissen hatten, aber durch Panik vergaßen, was zu tun wäre.
    Oder welche, die zwar super intelligent sind, aber ihren Alltag überhaupt nicht organisieren können

    Ich kenne schon seit 10 Jahren einen Arzt. Er war auch nie der Beste im Studium. 2009 hat er zu mir gesagt :" Ich war nie ein Genie, aber ich mache alles, um ein guter Arzt zu werden". Jetzt ist er schon ein Oberarzt, immer gut organiert, konzentriert und sehr nett zu Patienten und Kollegen. Einer wird Nobelpreis für seine einzige geniale Entdeckung bekommen, der andere Tausende zufriedene Patienten, der dritte einen ruhigen und gutbezahlten Arbeitsplatz als Laborarzt.
    Jeder geht seinen Weg.



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