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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #6
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    In der aktuellen Leitlinie der AWMF steht auch MRT hinter Röntgen als zweites Diagnostikmittel der Wahl.

    https://www.awmf.org/uploads/tx_szle...abgelaufen.pdf
    S.18 "radiologisch (Nativ- Röntgen; MRT mit Kontrastmittel)"
    Auf S.10 steht außerdem: "Bei begründetem Verdacht oder auffälligem(..) Röntgenbefund sollte (..) weiterführend eine Magnetresonanztomografie (MRT) erfolgen. Mittels Nativröntgenaufnahmen oder MRT der betroffenen Regionen lassen sich Veränderungen bei (..) einem Osteoidosteom (..) durch jeweils typische radiologische Zeichen bestätigen"

    Ich frage mich wie das Medi Learn Team hier auf CT kommt, das finde ich schon recht eindeutig mit MRT in der Leitlinie. CT macht man eher zur genaueren Therapieplanung, aber MRT zur definitiven Diagnostik und das war ja gefragt.



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  2. #7
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    Hmm.. scheint wirklich für jeden was dabei zu sein. Die Leitlinie ist leider nicht mehr aktuell und an einigen Stellen schon ziemlich vage. Zudem hab ich da nur eine Auflistung der Verfahren gefunden, aber keine Priorisierung. Bei der Frage ging es ja darum, wie man nun die definitive Diagnose sichern kann, das impliziert ja iwie auch die Abgrenzung des Osteoidosteoms von anderen DD. Wenn man ein bisschen sucht und z.B. Pubmed bemüht mit Suchbegriffen wie "Osteoid osteoma imaging" findet man u.a. folgendes:

    Goldstandard bei Verdacht auf einen Knochentumor ist bei ziemlich allen Autoren zunächst das konventionelle Röntgen, danach scheiden sich die Geister.

    Die CT ist von vielen Autoren als Mittel der Wahl angesehen, da die genaue Lokalisation des Nidus möglich ist, was insb. für die OP-Planung wichtig ist. Die Sensitivität der CT ist nicht so hoch wie bei MRT und Szintigraphie, dafür hat das aber CT ne hohe Spezifität und das Osteoidosteom hat ein typisches Erscheinungsbild (sofern es nicht im trabekulären Teil des Knochens lokalisiert ist).
    "CT is excellent at characterizing the lesion and is the modality of choice. It typically shows a focally lucent nidus within surrounding sclerotic reactive bone. A central sclerotic dot may also be seen." Quelle https://radiopaedia.org/articles/osteoid-osteoma
    "CT may fail to diagnose osteoid osteoma when the nidus is in a cancellous location, due to the lack of perinidal density alteration." https://www.sciencedirect.com/scienc...571?via%3Dihub
    "The most significant imaging techniques, besides conventional radiography, are isotope bone scan and computed tomography (CT).[...] When clinical data, isotope scan and CT are typical of an osteoid osteoma, diagnosis may be considered to be nearly sure, if not positive, even prior to treatment and without any need for histological proof." https://journals.lww.com/co-pediatri...tes_and.8.aspx

    MRT hat eine hohe Sensitivität und ist auch gut für die Diagnostik geeignet, gerade was die Abklärung gegenüber der DD Osteomyelitis angeht. Allerdings zeigt das Osteoidosteom in einigen Fällen ein perifokales Ödem, sodass es beim MRT ggf. zu Fehldiagnosen kommt, da aufgrund des umgebenden Ödems ein maligner Knochentumor vermutet werden kann. Falls das Osteoidosteom atypisch lokalisiert ist, dann ist die MRT dem CT allerdings überlegen.
    "Although MRI is sensitive, it is non-specific and is often unable to identify the nidus. The hyperemia und resultant bone marrow edema pattern may result in the scans being misinterpreted as representing aggressive pathology"
    Quelle https://radiopaedia.org/articles/osteoid-osteoma
    "Confident diagnosis of osteoid osteoma was achieved in all patients with MRI and in 10/19 (52.6%) patients with CT. In patients with osteoid osteoma located in atypical sites, dynamic MRI increases nidus conspicuity, allowing confident diagnosis." https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18599238/

    (3-Phasen-)Szintigraphie hat die höchste Sensitivität und ist aufgrund des "double density sign", welches charakteristisch für das Osteoidosteom ist, gut zur Diagnosesicherung geeignet und erlaubt eine gute DD gegenüber anderen Knochen- und Knorpeltumoren sowie Osteomyelitis. Nachteil: die genaue Lokalisation des Osteoidosteoms weniger gut bestimmbar als im CT.
    "When it is difficult to differentiate an osteoid osteoma from osteomyelitis using CT, MRI or bone scan; HIG scintigraphy can be used to exclude an infection." Quelle https://link.springer.com/article/10.1007/BF03027433
    "Radionuclide Bone Scan: "We used [the double densitiy] sign together with a pathological report to verify the diagnosis of osteoid osteoma which was positive in all patients" https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3522328/
    "Technetium-99-labeled bone scintigraphy has high sensitivity for confirming diagnosis of osteoid osteoma. The sensitivity of skeletal scintigraphy for detection is 100%" https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6187004/

    So rein vom Gefühl her kann man aber zu jeder Antwortmöglichkeit passende Quellen finden ;)

    tldr: der Großteil sieht die CT als Mittel der Wahl, da gute Sensitivität, hochspezifisch und gut für die Therapieplanung. Die Szintigraphie hat die höchste Sensitivität und erlaubt die Diagnosesicherung (da gut zur Abgrenzung von DD, nur das Osteoidosteom zeigt ein Double density sign), ist dem CT aber in der genauen Lokalisierung des Tumors unterlegen. Die MRT ist hochsensitiv, aber weniger gut zur Diagnosesicherung geeignet als die CT (da variables Erscheinungsbild des Tumors, perifokales Ödem simuliert evtl. malignen Prozess)



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  3. #8
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    @malikshabazz
    Da hast du wirklich gute Recherche geleistet!
    Darf ich die Quellen und Zitate zum Anfechten nutzen?



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  4. #9
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    Danke, kannst die Quellen gerne benutzen



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