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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #6
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    Zitat Zitat von davo Beitrag anzeigen
    Die Sprache ist ein wichtiger Grund. Die vielen kleinen Unterschiede in der Arbeits- und Alltagskultur sind ein weiterer wichtiger Grund. Eher introvertiert sind die Schweizer auch. Die meisten Schweizer sind sehr stolz auf ihr Land und seine Traditionen und Eigenheiten - viele deutsche Ärzte in der Schweiz meckern tagaus, tagein, was in Deutschland alles anders (soll heißen: besser) ist. Das kommt natürlich nicht besonders gut an.

    Schau dir die Preise in Restaurants, Bars, Kinos an, dann weißt du, warum sich viele auch wohlhabende Schweizer am Abend nur auf einen Apéro treffen.

    War die soziale Barriere der Grund, dass du dich gegen die Schweiz entschieden hast?


    Ja die Preise in der Schweiz sind natürlich saftig haha aber man verdient ja auch ungefähr das doppelte. Die Frage ist halt ob man dadurch insgesamt eine größere Kaufkraft hat oder eben nicht.



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  2. #7
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    Ich arbeite jetzt seit einem Jahr in der Schweiz, vorher habe ich 2 Jahre in Deutschland gearbeitet. Geh bitte auf keinen Fall nur wegen des Geldes in die Schweiz! Das ist absolut die falsche Motivation, du wirst deine alten Freunde und FAmilie weniger sehen und es ist sehr viel bürokratischer Aufwand (neue Krankenkasse, neues Konto, Führerschein muss umgetauscht werden, Ausländerausweis beantragen, Approbation anerkennen lassen), der sich lohnt, wenn man neugierig darauf ist, im Ausland zu arbeiten, sich an eine andere Sprache zu gewöhnen, man viel Wert auf Teaching legt und die Klinik schätzt, an der man arbeitet. Aber nur fürs Geld..? Wäre mir der Aufwand viel zu groß gewesen.

    Ich verdiene jetzt, da ich in Deutschland an einer Klinik mit lukrativem Dienstmodell (24h-Dienste) gearbeitet habe und in der Schweiz keine Extra-Dienste machen muss, nur ca. 1000 bis 1200 Euro mehr pro Monat netto als in Deutschland. Dafür aber sind 13 Monatsgehälter Standard, jedoch auch standardmäßig die 50h-Woche, die oft eher zur 60h-Woche wird. Die Mieten sind sicherlich ca. 50% teurer, für eine Wohnung ab 60qm aufwärts kann es passieren, dass du in den Städten über 2000 CHF kommst, manche zahlen für ein 20qm WG-Zimmer 1500 CHF alleine. Ich persönlich habe mich mit meinem Deutschen Ärzte-Gehalt etwas "reicher" gefühlt, hatte das Gefühl, mir mehr gönnen oder leisten zu können. Das mag aber auch daran liegen, dass man von den hohen Preisen erstmal erschrocken ist. Dennoch bin ich hier wie auch in Deutschland aktuell zufrieden mit meinem Gehalt und kann einen guten Teil sparen.

    So oder so sollte Geld auf keinen Fall der primäre oder gar einzige Grund sein, warum man auswandert, dies wird dich früher oder später unglücklich machen. Ich kannte meine Wunsch-Klinik und ihr Ausbildungskonzept schon und schätze den freundlichen Umgangston (sowohl zu anderen Berufsgruppe als auch KollegInnen) und die flachen Hierarchien.



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  3. #8
    Registrierter Benutzer
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    Zitat Zitat von Shade Beitrag anzeigen
    Ich arbeite jetzt seit einem Jahr in der Schweiz, vorher habe ich 2 Jahre in Deutschland gearbeitet. Geh bitte auf keinen Fall nur wegen des Geldes in die Schweiz! Das ist absolut die falsche Motivation, du wirst deine alten Freunde und FAmilie weniger sehen und es ist sehr viel bürokratischer Aufwand (neue Krankenkasse, neues Konto, Führerschein muss umgetauscht werden, Ausländerausweis beantragen, Approbation anerkennen lassen), der sich lohnt, wenn man neugierig darauf ist, im Ausland zu arbeiten, sich an eine andere Sprache zu gewöhnen, man viel Wert auf Teaching legt und die Klinik schätzt, an der man arbeitet. Aber nur fürs Geld..? Wäre mir der Aufwand viel zu groß gewesen.

    Ich verdiene jetzt, da ich in Deutschland an einer Klinik mit lukrativem Dienstmodell (24h-Dienste) gearbeitet habe und in der Schweiz keine Extra-Dienste machen muss, nur ca. 1000 bis 1200 Euro mehr pro Monat netto als in Deutschland. Dafür aber sind 13 Monatsgehälter Standard, jedoch auch standardmäßig die 50h-Woche, die oft eher zur 60h-Woche wird. Die Mieten sind sicherlich ca. 50% teurer, für eine Wohnung ab 60qm aufwärts kann es passieren, dass du in den Städten über 2000 CHF kommst, manche zahlen für ein 20qm WG-Zimmer 1500 CHF alleine. Ich persönlich habe mich mit meinem Deutschen Ärzte-Gehalt etwas "reicher" gefühlt, hatte das Gefühl, mir mehr gönnen oder leisten zu können. Das mag aber auch daran liegen, dass man von den hohen Preisen erstmal erschrocken ist. Dennoch bin ich hier wie auch in Deutschland aktuell zufrieden mit meinem Gehalt und kann einen guten Teil sparen.

    So oder so sollte Geld auf keinen Fall der primäre oder gar einzige Grund sein, warum man auswandert, dies wird dich früher oder später unglücklich machen. Ich kannte meine Wunsch-Klinik und ihr Ausbildungskonzept schon und schätze den freundlichen Umgangston (sowohl zu anderen Berufsgruppe als auch KollegInnen) und die flachen Hierarchien.

    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht.

    Ich empfinde die Schweiz nicht so sehr als Ausland, da die Kultur ja viele Ähnlichkeiten hat und man mit der deutschen Sprache auch meistens gut zurecht kommt. Außerdem werde ich in Deutschland ja höchstwahrscheinlich auch umziehen müssen für den Job. Organisatorischer Aufwand kommt also so oder so auf mich zu.

    Deshalb sehe ich die Sache eher aus rein finanzieller Sicht. Aber möglicherweise liege ich auch falsch damit.



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  4. #9
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    Die Kohle ist besser, keine Frage, trotz der hohen Lebenshaltungskosten. Insbesondere für Assistenten. Es wird aber auch mehr geschafft. Und so lange man Quellensteuer zahlt, bleibt unter dem Strich definitiv nicht das Doppelte, zumindest war das bei mir nicht der Fall. Wenn Du in absoluter oder relativer Nähe zur deutschen Grenze (gilt auch für die anderen EU Länder) wohnst, dann kannst Du natürlich Grosseinkauf auf der anderen Seite des Zauns machen, und dabei ordentlich sparen, der Stutz ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor am Hochrhein.

    Zitat Zitat von MT_11 Beitrag anzeigen
    Ich empfinde die Schweiz nicht so sehr als Ausland...
    Das empfinden die Schweizer aber sehr wohl so. Man muss es schon unbedingt wollen mit der Schweiz (aus welchem Grund auch immer), es ist definitiv nicht einfach nur ein Umzug in eine Region mit einem anderen Dialekt.



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  5. #10
    Platin-Mitglied Avatar von LasseReinböng
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    Zitat Zitat von MT_11 Beitrag anzeigen


    Ich empfinde die Schweiz nicht so sehr als Ausland, da die Kultur ja viele Ähnlichkeiten hat und man mit der deutschen Sprache auch meistens gut zurecht kommt. Außerdem werde ich in Deutschland ja höchstwahrscheinlich auch umziehen müssen für den Job. Organisatorischer Aufwand kommt also so oder so auf mich zu.

    Deshalb sehe ich die Sache eher aus rein finanzieller Sicht. Aber möglicherweise liege ich auch falsch damit.
    Wie Gomer schon schrieb, da haben sich schon sehr viele Deutsche in der Schweiz ganz schön umgucken müssen... Man sollte sich mit dem Land und der Kultur/Mentalität am besten vorher schon etwas beschäftigen und wirklich Bock auf die Schweiz haben sonst ist man schnell wieder in Deutschland.

    Wenn man grenznah zu Deutschland oder Frankreich wohnt kann man natürlich sparen aber ich hätte keine Lust meine Samstage mit Großeinkäufen z.B. in Lörrach zu verbringen.

    Ich habe den Eindruck daß gerade Deutsche aus nördlicheren Gefilden oft einen etwas unrealistischen Blick auf die Schweiz haben.... es ist halt nicht einfach ein 17. Bundesland mit lustigem Dialekt....
    Dark humor is like food - not everyone get's it (Joseph Stalin)



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