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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
    Registrierter Benutzer
    Mitglied seit
    15.02.2004
    Beiträge
    6
    Hallo,

    ich bin vor wenigen Tagen zufällig über dieses Oldie-Forum gestolpert und habe die Beiträge anderer User mit großem Interesse gelesen.
    Dennoch sind einige Fragen offen geblieben - ich bin nämlich kein Oldie, sondern ein Ur-Oldie.

    Schon mit knapp 8 Jahren war mir sehr klar, was ich einmal werden möchte: Mediziner!
    Wenn ich schon nur ein einziges Leben habe, dann wollte ich in diesem auch den wichtigsten Beruf ausüben. Oder würde jemand lieber zusammen mit Förstern, Steinmetzen, Steuerberatern, Richtern, oder Pastoren auf einer einsamen Insel ausgesetzt werden? Möglicherweise wäre es mit Pastoren ja lustiger, aber was tun, wenn die ersten Zipperlein auftreten? Wegbeten?

    So hing ich schon mit knapp 10 Jahren in medizinischen Buchhandlungen herum und schmökerte in Ärzteliteratur wie dem 3-bändigen Voss-Herrlinger Anatomie-Atlas, während Gleichaltrige die spannenden Geschichten von Enid Blyton's "5 Freunde" oder von "Old Shatterhand" und "Winnetou" verfolgten.

    Um es kurz zu machen. Meine Eltern ließen mich nicht aufs Gymnasium - da half weder Heulen noch Zähneknirschen... und auch meine Lehrer konnten meine Eltern nicht beeinflussen. Hinzu kam, dass man zu dieser Zeit (den 60-ern) erst mit 21 Jahren volljährig wurde. Mit 24 bekam ich als "Härtefall" eine Sondergenehmigung des Kultusministeriums, ohne Abitur in NRW ein Nicht-Numerus clausus-Studium aufzunehmen. Ich studierte Ingenieurwissenschaften (Elektrotechnik) und wollte mit dem Diplom ("Sehr gut") als Hochschulzugangsberechtigung im Alter von knapp 27 Jahren Medizin als Zweitstudium studieren. Eine inzwischen aufgetretene, im Anfangsstadium äußerst schmerzhafte rheumatische Erkrankung (Morbus Bechterew) samt der Prognosen einiger Ärzte, die Horrorgemälde mit Rollstuhl etc. an die Wand malten, ließen mich den Studiumswunsch verschieben und in den Beruf als Dipl.-Ing. eintreten.

    Aber alle Versuche, zu verdrängen, halfen nichts; der Wunsch, Medizin zu studieren, brennt um so mehr in mir, je älter ich werde. Inzwischen bin ich knapp über 50, längst pensioniert und könnte bis ans Lebensende Rosen züchten und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

    Ich habe viele Hobbys, tobe mich auf etlichen Gebieten aus und habe dennoch den Eindruck, dass dieses alles nur Ersatzbefriedigungen für die eine Beschäftigung sind, zu der es mich ständig treibt, der Beschäftigung mit der Medizin. Wenn ich schon nicht mehr als Mediziner tätig sein kann, so möchte ich doch ein Medizinstudium bis zum ersten Abschluss (Approbation?) absolvieren.

    Hierzu einige Fragen:

    1. Gibt es eine obere Altersgrenze für die Zulassung zum Medizinstudium? Ich meine, so etwas einmal vor Jahren gelesen zu haben (Altersgrenze: 53 oder 55 Jahre), finde im Internet aber keinen Hinweis mehr darauf.

    2. Werden für das Medizinstudium gute Latein- und/oder Englischkenntnisse benötigt?
    Da ich nie ein Gymnasium besuchte, habe ich keinerlei Latein- und nur spärliche Englischkenntnisse (verstehe alles, kann aber mangels engl. Grammatikkenntnisse nur fehlerhaft formulieren). Mit der medizinischen Terminologie hätte ich wohl keine Schwierigkeiten, Zungenbrecher wie "musculus sternocleidomastoideus" für den "Kopfdreher" gehen mir dank meiner Kindheitserfahrungen als Leseratte jedenfalls problemlos über die Lippen

    3. Könnten mir bis zum Abschluss des Grundstudiums an irgendeiner Stelle "altersbedingte" Steine in den Weg gelegt werden, z.B. ich wegen meines Alters keine AIP-Stelle bekommen und mir damit die Approbation verunmöglicht werden?

    4. Das Studium der Elektrotechnik habe ich als Einzelkämpfer erlebt. Reines Wissen wurde in Prüfungen nicht abgefragt und so gab es auch keinerlei Faktenpauken und gegenseitiges Abfragen in irgendwelchen Gruppen.
    In der Medizin soll in sog. Lerngruppen gepaukt werden. Werden diese Gruppen von aussen gebildet oder bilden sich diese selbst? Welche Chancen hat man da als Ur-Oldie, in eine solche Gruppe integriert zu werden? Gibt's gar Katzentische für Ur-Oldies? ;)

    5. Wie schon beschrieben bin ich körperlich angeschlagen. Der Morbus Bechterew ist zum großen Teil ausgebrannt (krummer Rücken dank etlicher Syndesmophyten zwischen den großen Wirbelkörpern), aber hier und dort zwickt es schon noch. Schmerzen lassen sich mit Indometacin (früher im Medikament "Amuno") gut in den Griff bekommen, Nebenwirkung: leichte zentralnervöse Störungen wie z. B. Müdigkeit.
    Wie groß ist die körperliche Belastung und über welchen Zeitraum (Monate, Semester, Jahre) erstreckt sich diese?
    Wie wird die klinische Zeit überhaupt von Studenten bewältigt, die in der einen oder anderen Form körperlich behindert sind, oder gibt es diese Studenten erst gar nicht in der Medizin?

    Ich würde mich sehr darüber freuen, die eine oder andere Antwort auf meine Fragen zu bekommen.



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  2. #2
    Platin Mitglied Avatar von nightingale
    Mitglied seit
    25.11.2002
    Ort
    Hannover
    Beiträge
    706
    Hallo!
    ad 1: Altersgrenze zum Studium weiß ich nciht, aber ab 60 kriegt man - meines Wissens - keine kassenärztliche Zulassung mehr.

    ad 2: Nein, Latein lernt man an der Uni. Englisch Grundkenntnisse reichen.

    ad 3: Das AIP wird voraussichtlich abgeschafft.

    ad 4: Es geht mit und ohne Lerngruppe. Von der Altersklasse hängt es weniger ab, mehr von Sympathie, Leistungsstand etc.

    ad 5: Auch mit Behinderung kann man studieren. Aber Du solltest dir im Klaren sein, dass du stundenlang im Hörsaal sitzen wirst oder in Praktika rumlaufen musst.

    Aber zum Grundsätzlichen: Bist du sicher, dass du dir DAS jetzt antun musst? Auf der einen Seite ist da dein Traum, den du dir noch unbedingt erfüllen willst. Auf der anderen Seite sehe ich aber einen wichtigen Lebensabschnitt, den du dir durch zu hoch gesetzte Ansprüche und entsprechende Frustration verderben könntest und das wiegt genausoviel.

    Geht es dir mehr um den Wissenserwerb oder um die Arbeit als Mediziner? Wenn es ersteres ist, kannst du dich als Gasthörer eintragen lassen und an den Vorlesungen teilnehmen.
    Wenn du kurativ tätig sein willst, würde ich dir empfehlen, eine Ausbildung zum Heilpraktiker zu machen. Hast du dich da mal informiert? Das geht schneller und ist realistischer. Hier im Forum gibt es auch interessante Threads dazu, die kannst du mit der Suchfunktion finden.



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  3. #3
    alias Bitney Spears Avatar von secondmanonmoon
    Mitglied seit
    28.07.2003
    Semester:
    Approbiert
    Beiträge
    76
    AiP >>WIRD<< abgeschafft

    definitiv zum 01.10.04

    es sei denn, die Regierung Schröder wird in den nächsten zwei Monaten gestürzt, und keiner erinnert sich mehr an den in dritter Lesung (im April) zu verabschiedenden Gesetztesentwurf.
    Aber selbst die CDU ist dafür

    also man kann zu 99,99% von einer Abschaffung zum 1.10.04 ausgehen.



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  4. #4
    Kugelfänger Avatar von Froschkönig
    Mitglied seit
    20.08.2001
    Ort
    war Regensburg/München
    Semester:
    Betäuberdruide und Frosch im Mixer
    Beiträge
    7.018
    Um mal ne relativ kurze antwort auf die teilweise schon beatnworteten Fragen zu geben :
    All Deine bedenken sind relativ. MACHBAR wäre es trotzdem.
    Die Frage ist Folgende :
    (Und ich gehe jetzt mal von einem alter Deinerseits von 50 Jahren aus....)

    Studium in mindestzeit : Du bist 56
    Kurzer Facharzt (z.B. Dermatologie=3 Jahre) Du bist 59

    Mit 59 ne Praxis eröffnen ???? Bis du einen vernünftigen Pateintenstamm hast, winkt die Rente überdeutlich....
    Und die Weiterbildung zum Facharzt ? Alleine die Klinikzeit....momentan herrscht zwar Ärztemangel, aber bei jeder Bewerbung sticht Dich leider jeder "normalalte" Student aus....
    Ich bin normlaerweise eher optimistisch veranlagt, aber bei diesem Ist-Alter, der Ausbildungszeit und der darauffolgenden Widrigkeiten kann ich nur abraten, es sei denn Du bist damit zufrieden, es einfach studiert zu haben....
    (tut mir leid, ist aber so)
    KEINE Wiederbeschaffung von Goldkugeln und anderen Preziosen !
    Das schlimme an den Minderwertigkeitskomplexen ist, daß die falschen Leute sie haben
    (Sir Alec Guiness)



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  5. #5
    Summsummsumm Avatar von Feuerblick
    Mitglied seit
    12.09.2002
    Ort
    Let the bad times roll!
    Beiträge
    30.374
    Hallo!

    Hmmm, ich sehe das aus einem anderen Blickwinkel:

    Wie wir alle wissen, sind Medizinstudienplätze zunehmend rar. Da muß ich dann ehrlich sagen, daß ich es unfair finde, wenn du nur studieren möchtest, weil du die approbation haben willst. Du nimmst (brutal gesagt) einem Studenten, der wirklich praktizieren will, einen Studienplatz weg.... Klingt böse, ich weiß!

    Erkundige dich doch mal bei der Uni in deiner Umgebung, ob du nicht als Gasthörer oder so was ähnliches einsteigen kannst. Frosch hat schon recht....es dauert zu lange und du kannst nichts mehr damit anfangen... Und ich denke, daß du die Regelstudienzeit auch eher überschreiten wirst, weil das Lernen nicht leichter wird, je älter man ist.

    Mein Tipp: Gasthörer!

    Lg
    feuerblick
    Erinnerung für alle "echten" Ärzte: Schamanen benötigen einen zweiwöchigen Kurs mit abschließender Prüfung - nicht nur einen Wochenendkurs! Bitte endlich mal merken!

    „Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.“ (Matthias Claudius)



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