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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #35821
    OP-Sperrer Avatar von Echinococcus
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    Ich bin dann mal die Chirurgen ärgern...
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    Zitat Zitat von agouti_lilac Beitrag anzeigen
    Ich musste natürlich gleich an eine Appendizitis denken.

    Hast du den Fall neulich im Ärzteblatt gelesen ("Klinischer Schnappschuss"), bei der eine Frau endoskopiert wurde und "Würmer" mit gespaltenem Endglied entdeckt wurden?
    Quinoa-Würmer. Heißer Scheiss Hatte ich tatsächlich noch nicht gesehen.

    Bei mir war es wohl nur ein Fibrinfaden, haben sie aus einem Pleurapunktat gezogen. Hab aber sorgfältig unter der Lupe seziert, auch wenn ich ziemlich schnell das Gefühl hatte, dass es kein Parasit ist.
    Monkey see and monkey do...evolution was never true. All the lies they feed to you, monkey me and monkey YOU!



  2. #35822
    agitiert Avatar von Arrhythmie
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    Zitat Zitat von Echinococcus Beitrag anzeigen

    Bei mir war es wohl nur ein Fibrinfaden, haben sie aus einem Pleurapunktat gezogen. Hab aber sorgfältig unter der Lupe seziert, auch wenn ich ziemlich schnell das Gefühl hatte, dass es kein Parasit ist.
    Brav
    "Sometimes I sit quietly and wonder why I am not in a mental asylum. Then I take a good look around at everyone and realize.... Maybe I already am."







  3. #35823
    unsensibel Avatar von Lava
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    schon wieder woanders
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    Zitat Zitat von Sebastian1 Beitrag anzeigen
    Hint: in der Regel ist es nicht das suchen nach dem nächsten Knüppel, dem man den operierenden Fachabteilungen zwischen die Beine werfen kann
    Das kommt halt auch auf den Anästhesisten an! Ich hab jetzt in 10 Jahren in drei verschiedenen Kliniken gearbeitet und es ist schon auffällig, wie häufig bei uns Patienten nicht freigegeben werden (auch in den anderen operativen Fachrichtungen). Zum großen Teil liegt das sicherlich daran, dass in der letzten Klinik der Ablauf sehr viel besser war (aber auch für die Anästhesie aufwendiger): nach Indikationsstellung zur elektiven OP sind die Patienten zur Anästhesie gegangen zur, nennen wir es mal Prämed 1. Da wurden sie durchgecheckt und haben gesagt bekommen, welche Befunde und eventuell neue Untersuchungen noch gebraucht werden. Am Tag der Aufnahme wurden sie dann nochmal richtig prämediziert und es wurde nur seltenst etwas beanstandet. Eher von unserer Seite aus, wenn ein Patient Infektwerte hatte oder einen unbekannten Diabetes, der im Labor auffiel. In meiner jetzigen Klinik kommen die halt so ein paar Tage vor Aufnahme zur Prämed, aber die dann noch nötigen Untersuchungen sollen alle am Tag vor OP stattfinden... mich wundert es immer wieder, dass den Kardilogen da nicht die Hutschnur platzt. Ich hätte da ja überhaupt keinen Bock drauf, ständig wegen elektiver OPs noch ein Herzecho reingeschoben zu bekommen.

    Zurück zum Thema "es kommt auf den Anästhesisten an": die Prämeds im Haus macht bei uns immer dieselbe Oberärztin, die halt Narkosen höchstens mal im Dienst macht, und sonst nur noch Prämeds und Schmerzdienst. Sprich: die ist eigentlich ganz schön weit weg von der Praxis. Keiner ist so pingelig wie die. Keiner. Und mir fehlt dann das Verständnis, wenn ein Patient nicht freigegeben wurde, den wir aber z.B. ein paar Wochen zuvor schonmal operiert haben und es da anstandslos Narkose gab, ohne irgendwelche Komplikationen. Und auch schwierig finde ich es halt bei OPs, die keine Notfälle sind, aber eben doch dringlich und nicht ewig herumliegen können.

    ZumThema Delir: nee, das wäre kein Grund, die OP zu verschieben aus den genannten Gründen (schnell Mobilität erreichen). Bei allen Patienten, die aber nicht mehr mobil sind oder sonstwie sehr schwer krank, steckt man oft in einem Dilemma: operiere ich sie und sie werden delirant, sind die Komplikationen vorprogrammiert. Die rühren in ihrer Kacke und schmieren sich damit die Wunde ein. Dann operiere ich sie hinterher nicht nur einmal, sondern zig-mal, baue am Ende die Prothese wieder aus und habe zwischendurch einen Sepsis. Operiere ich sie nicht, haben sie halt Schmerzen, lassen sich kaum mobilisieren und haben die Komplikationen, die wiederum darauf entstehen. Sehr häufig sind periprothetische Frakturen so ein Problem, und die werden in Zukunft immer häufiger werden. Die Entscheidung ist echt nicht leicht. Meistens verlangt der Oberarzt, dass der Patient entscheiden soll, was er will (oder die gesetzliche Betreuung), aber mal ehrlich: welcher Laie kann/will schon so eine Entscheidung treffen?
    "tja" - a German reaction to the apocalypse, Dawn of the Gods, nuclear war, an alien attack or no bread in the house Moami



  4. #35824
    Diamanten Mitglied Avatar von Fr.Pelz
    Registriert seit
    10.06.2005
    Ort
    schmeißt die Kuh von Deck- wir legen ab!
    Semester:
    Die ausführliche Anamnese des Patienten bitten wir freundlicherweise als bekannt voraussetzen zu dürfen.
    Beiträge
    8.978
    Ja das mit den deliranten Patienten ist ja kin rein unfallchirurgisches Problem. Meine letzte Patientin hab ich vor 2< Tagen entlassen, 99 Jahre, das beste Alter für einen Ileus bei eingeklemmter Schenkelhernie und man hat richtig gemerkt, wie sie von "leicht tüdelig, sehr schwerhörig, aber orientiert" bei Aufnahme 2 Tage postop Richtung Delir rutschte. Das ging innerhalb von Stunden. Ich hab dann hin- und her überlegt, eigentlich war es etwas zu früh sie zu entlassen, aber für das Delir war es denke ich besser, dass sie wieder in ihre gewohnte Umgebung kam zu ihrem Sohn, den sie sehr vermisst hatte... Ich hoffe, sie kommt nicht wieder.

    Hier ist die Anästhesie relativ "freigiebig" Ich kenne das auch anders, aber mein jetziger Chef ist ziemlich dominant und ich kann mir vorstellen, dass die Patienten auch deswegen eher mal freigegeben werden, weil keiner Lust hat, sich mit ihm anzulegen. (Dabei ist er eigentlich schon vernünftig, nur reine Zeitverzögerungen kann er nicht leiden)
    And then again, it´s not out of the realm of extreme possibility...



  5. #35825
    Registrierter Benutzer Avatar von Rettungshase
    Registriert seit
    12.10.2010
    Beiträge
    1.352
    @ Lava: Merci fürs Erklären.

    Für die Kardiokonsile haben wir Vordrucke. Da muss man eintragen, welcher Patient mit welcher Fragestellung aus welchem Grund vorgestellt werden soll.
    Ich denke, das verhindert Schnellschüsse wie "Ich finde den irgendwie nicht gut (obwohl er seit Jahren stabil nicht gut ist); der soll noch mal zum Kardiologen", weil man noch mal drüber nachdenken muss.

    Ich hatte vor nicht allzu langer Zeit eine Patientin mit neu aufgetretenem Vorhofflimmern kurz vor Narkoseeinleitung zum Whipple. Die ist der Prämedikationsambulanz scheinbar "durchgerutscht".
    Da kann man nicht einfach Narkose drauf machen. War halt scheiße vor allen Dingen für Patient, aber auch für Operateure, OP-Pflege (die schon alle Siebe vorbereitet hatten), den OP-Plan und und und...
    Dann lieber vorzeitig noch mal genauer nachfragen. Leider sind knackig volle Prämedikationsambulanzen ein wunderbarer Nährboden für (potentielle) Fehler.
    I can't fix stupid but I can sedate it.



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