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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #41
    Diamanten Mitglied
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    Zitat Zitat von Werwolf
    Zitat:
    Unter ärztlichen Kollegen gelten Chirurgen eher als ziemliche Deppen und Holzköpfe, ein Vorurteil, was vielleicht schon ein Fünkchen Wahrheit birgt. Zitat eines Anästhesisten unserer Klinik: "Ich war ja auch mal Chirurg. Aber dann habe ich Abitur gemacht und bin Anästhesist geworden"
    Ich glaube, daß Chirurgie intellektuell etwas weniger anspruchsvoll ist als andere Fachrichtungen. In meinen Augen ist Chirurgie eben ein Handwerk (wie der Name auch schon sagt.)

    Und trotzdem betrachten sich die schneidenden Fächer als die Krone der Schöpfung

    Das erinnert mich daran, wie wir mal als kleine PJ´s in der chirurgischen Ambulanz einen Patienten angesehen haben, und feststellten, das der Patient wohl eher in die Innere gehört- das haben wir dem Ambulanz OA der Chirurgie gesagt....

    OA (zeigt aus 5 m Entfernung auf die Trage) "Und was hat der Typ da drüben?"
    Wir: "Vermutlich kein chirurgisches Problem"
    OA abwinkend: "Mit anderen Worten: streng genommen ist er eigentlich also gar kein Patient?!"



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  2. #42
    wieder an Bord :-) Avatar von Muriel
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    Ich habe es bisher eigentlich immer so erlebt, dass Anästhesisten als die einzig wahren Ärzte (neben der schneidenden Zunft) angesehen werden (oder sich gerne so selber sehen), weil sie ja schließlich "Leben retten", während ich gerne im positivsten Fall mitleidig belächelt werde "Hm, ja... Augenheilkunde, joa... naja... muss es ja auch geben... is ja auch ... äh... bestimmt ganz interessant"
    Aber mir macht das Spaß, und solang jeder sein Gebiet findet, in dem er glücklich wird, kann es uns ja egal sein, wer der richtige und wer der falsche Arzt ist.



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  3. #43
    Kugelfänger Avatar von Froschkönig
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    Zitat Zitat von Muriel
    Ich habe es bisher eigentlich immer so erlebt, dass Anästhesisten als die einzig wahren Ärzte (neben der schneidenden Zunft) angesehen werden (oder sich gerne so selber sehen),....
    Wollen wir´s doch einfach mal schnöde realistisch betrachten: Anä und Chir können heutzutage einfach eh nimmer ohneeinander *g*

    Der Frosch
    KEINE Wiederbeschaffung von Goldkugeln und anderen Preziosen !
    Das schlimme an den Minderwertigkeitskomplexen ist, daß die falschen Leute sie haben
    (Sir Alec Guiness)



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  4. #44
    Pilot (CVVH) Avatar von Hypnos
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    Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaalso....

    ...ich hatte ja schon angekündigt, mich hier nochmal ein wenig über den Thread-Titel auslassen zu wollen...
    nach einem eher ruhigen Dienst auf der Intensivstation, dafür aber einem ungleich unentspannterem Dienst im ärztlichen Notdienst finde ich nun die passende geistige Sinnschwere, um mich dieser schier unglaublichen Fragestellung zu nähern...

    Ich schildere hier mal eben kurz meinen Einsatzbereich im "internistisch-operativen Polytraumazentrum links der Lippe"

    Natürlich mache ich als Anästhesist Narkosen. Bei jungen Patienten, bei ganz jungen Patienten, bei Patienten, die gerade erst auf die Welt kommen, aber auch bei alten, mittelalten und ganz alten Patienten. Ja ich gehe sogar soweit zu sagen, daß ich auch Patienten narkotisiere, die schon so alt geworden sind, daß sie fast unverschämt sind
    Das eigentlich interessante daran ist allerdings, daß sich mit dem unterschiedlichen Alter der Patienten eine vollkommen unterschiedliche Physiologie, Pathophysiologie, Pharmakokinetik und auch Pharmakodynamik verbindet. Der gemeine Patient als solches, gleich welchen Alters, setzt natürlich voraus, daß ich all dieses nicht nur weiß, sondern es auch beherrsche um es zu seinem Wohlbefinden einsetzen zu können...
    Ob ich das auch kann? - Mh - Nun, ich sag's mal so: ich tue mein Bestes...
    Hinzu kommt natürlich die prä- als auch die postoperative Betreuung. Ich gestehe an dieser Stelle gern ein, daß ich Prämedikationsgespräche bei jungen, dynamischen, augenscheinlich gesunden Patienten auch auf 2-3 Min. reduziere, weil es sowohl für sie als auch für mich nichts unerquicklicheres gibt, als sich über den mehr oder weniger regelmäßig zelebrierten Alkoholkonsum zu unterhalten.
    Etwas "fuckeliger [kommt nicht von "fuck"]" wird es da schon bei einem Großteil der orthopädischen Patienten, da hierbei insbesondere auch bei der Auswahl des Narkoseverfahrens größere Sorgfalt gefordert ist. Intraoperativ mag die Narkose des jungen, gesunden Patienten vielleicht auf den ersten Blick wenig anspruchsvoll sein, aber, liebe Forenleser, lasst Euch gesagt sein, es bedarf nur eines ausreichend ungeschickten Chirurgen (ok, ok , um Recentiments nicht zu schüren nenne ich ihn lieber "Operateur"), und schon wird aus der normalsten Narkose ein Blutbad, wie man es ansonsten nur aus Chucky-Filmen kennt...oder eben vom befreundeten Metzger um die Ecke
    Aber Anästhesie ist mehr - viel mehr. Da muß auch schon mal während einer Sectio gleichzeitig apeacement mit dem Ehemann (bzw. bei uns spricht man wohl eher vom Erzeuger) organisiert werden, zudem bin ich für die Neugeborenenversorgung direkt nach Entbindung (im Rahmen einer Sectio) zuständig...und wer schon mal einen kleinen Wurm von 1200g reanimiert hat, weiß, was anspruchsvoll ist...
    Dann ist da noch das weite Feld der Schmerztherapie...sicherlich zu einem nicht unerheblichen Teil auch verbunden mit psychosozialer Medizin, womit auch das Vorurteil entkräftet wäre, daß Anästhesisten den Patientenkontakt vermeiden wollen (ich zumindest will das nicht). Zugegeben, einen ganzen Tag nur Regionalanästhesien und mich intraoperativ zutextende Patienten UND Operateure, und mir würden vermutlich abends auch die Ohren bluten, aber wir haben zum Glück noch eine recht hohe Rate an ITN's.
    Tja, was ist da noch...Glücklicher Weise haben wir hier im Haus eine interdisziplinäre Intensivstation, welche sich die Anästhesisten mit den Internisten im Wechsel teilen. Somit ist also auch die Internisten-Seite der Medizin abgedeckt. Gleichzeitig besetze ich von der Intensivstation aus auch das NEF, womit wir bei der Notfallmedizin wären. Es ist hier in verschiedenen Threads schon angeklungen, daß Anästhesisten die besseren Notärzte wären. Ich kann das so NICHT teilen. Ich glaube einfach, daß nur wirklich an Notfallmedizin interessierte Kolleginnen und Kollegen wirklich gute Notärzte sind, da spielt die Fachrichtung dann eine eher untergeordnete Rolle. Ich für meinen Teil kenne gute und schlechte Notärzte aus allen Fachbereichen, und möchte mir daher ein näheres Urteil dazu nicht anmaßen.

    Alles in allem bin ich mit der Fachrichtung Anästhesie sehr zufrieden, ich kann auch nach 4 7/12 Berufsjahren zurückblickend sagen, daß es nicht einen einzigen Tag gegeben hat, an dem ich meine Berufswahl bereut hätte...und wenn ich mir hier so bestimmt Threads anschaue, dann geht es mir damit wohl anders, als vielen anderen hier im Forum.

    Wenn nun wirklich jemand noch glaubt, Anästhesisten seien keine richtigen Ärzte, so kann ich ihm nur locker-flockig-grinsend zulächelnd sagen:

    Friede Deiner Asche

    Es grüßt,

    [ein wie immer völlig gelöster und entspannter] Hypnos
    Je kleiner das Ego, desto leichter das Leben

    Verhalten bestimmt Verhältnisse



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  5. #45
    shakespeareslady
    Mitglied seit
    25.07.2005
    Ort
    Düsseldorf
    Semester:
    Vorklinik 4. Semester
    Beiträge
    1.527
    kein dekubitus übrigens...!
    und vielen dank, dass du dir soviel mühe gegeben hast, uns die anästhesie noch näher zu bringen. danke, danke, danke!
    werde es gleich nochmal lesen
    liebe grüße und eine gute n8,
    julia

    edit: das hast du soo schön gesagt!
    Geändert von Shakespeareslady (08.01.2006 um 23:09 Uhr)



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