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  1. #261
    Grinsekatze Avatar von Inelein
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    Zitat Zitat von graninja Beitrag anzeigen
    Es waer schoen wenn noch jemand einen ausfuehrlichen Bericht zu Mannheim schreiben koennte. Danke schonmal!
    Kann bisher nur etwas zur Vorklinik sagen:

    Zur Uni:

    Man ist Student der Uni Heidelberg, studiert aber bis auf das sehr kurze Chemiepraktikum in den ersten Wochen, nur in Mannheim am Uniklinikum. D.h. richtiges Studentenfeeling mit Campus und auch mal anderen Leuten als Medizinern kommt leider nicht auf. Die Fakultätsbibliothek ist sehr gut, mit sehr guten Öffnungszeiten, wurde auch schon ausgezeichnet. Es gibt ein Lehrkrankenhaus, das auch in der Vorklinik schon häufiger besucht wird z.B. im Rahmen des Wahlfachses "Medical Skills", auch sehr nett. In der Vorklinik finden die meisten Seminare (Pflicht) und Vorlesungen (freiwillig) in der Alten Brauerei statt, das ist ein Gebäude auf der anderen Straßenseite des Uniklinikums. Die Räume sind größtenteils modern ausgestattet. Praktika finden in den Instituten statt, auch dort ist die Ausstattung in Ordnung und die Räume nicht heruntergekommen. Eine richtige Mensa gibt es nicht, gegessen werden kann entweder in der Kantine des Klinikums oder des Forschungskomplexes, das Essen ist leider aber oft ungenießbar.

    Zum Studium:

    Modellstudiengang im Modulsystem. Am Anfang hat man eine vierwöchige Vorbereitunszeit, in der man Terminologie, Physik, Chemie und etwas Biomathe (keine Sorgen, seeeeehr einfache Klausur mit 10 Fragen ) durchnimmt. Waren eigentlich alle machbar, besonders von Physik, mit dem ich eigentlich auf Kriegsfuß stehe, war ich positiv überrascht. Danach beginnen die richtigen Module. Und zwar dauert ein Modul immer 6 Wochen und hat zwei Themengebiete, die man getrennt voneinander bestehen muss. Im ersten Modul ist das beispielsweise Naturwissenschaftliche Propädeutik und Zellbiologie (d.h. noch keine Anatomie). Dort werden alle Fächer in Themenkomplexen gelehrt, was für mich persönlich ganz besonders bei Herz, Verdauung und Niere einfach nur unschlagbar gut war. Ich lern nicht im ersten Semester die Anatomie der Niere nur um dann im vierten mal die Physiologie der Niere und Säure-/Basenhaushalt vorgesetzt zu bekommen, sondern hab alles im Zusammenhang. Das bringt mMn wirklich sehr viel fürs Verständnis, erspart mir Arbeit (wenn man dann Physio hat würde die Anatomie vermutlich nicht mehr so gut sitzen und man muss es nochmal wiederholen) und es macht einfach mehr Spaß, zumindest mir. Der Nachteil ist, dass man die Uni in der VK kaum wechseln kann, weil man die Scheine doch sehr spärlich erwirbt. Durch mein letztes Modul das gerade im 4. für mich läuft, bekomme ich z.B. erst die Anatomie, Physio und Biochemiescheine. Ein weiterer Vorteil des Modulsystems ist die Prüfungsfrequenz. Nach drei Wochen hat man eine Modulzwischenprüfung, mit je 15 Fragen pro Modulteil. Nach weiteren drei Wochen also insgesamt sechs Wochen ist das Modul abgeschlossen und es findet eine Prüfungswoche statt. Dort gibt es dann nochmal je 30 Punkte, also kann man pro Teil 45 Punkte erreichen, wovon man 60% zum Bestehen braucht (mit Gleitklausel mind 50%). Die Abschlussprüfung findet schriftlich und dann je nach Modul auch in einem (normalerweise) oder beiden Teilen noch mündlich statt. In der mündlichen werden dann nochmal zwischen 3 und 6 Punkte verteilt (die sind in den 45 schon drin). Die Mündliche ist nicht Pflicht, aber man muss sagen, dass es gerade für das mündliche Physikum schon sehr gut ist, wenn man den Ablauf gewohnt ist und die Prüfer und ihre Eigenarten kennt.
    Klinische Anteile gibt es auch, in jedem Modul werden die themenspezifischen Krankheiten behandelt, und auch abgefragt. Oft geht das dann in den dazugehörigen Seminaren ins Detail, die klinischen Prüfungsfragen sind aber immer sehr machbar. Man hat auch öfters mal Praxiseinheiten z.B. venöse Blutentnahme, Venenkatheter, EKG, EEG, Auskultation, was alles eine nette Abwechslung zum vorklinischen Alltag ist und vieles bleibt so doch schon etwas hängen, was für die Klinik dann bestimmt nicht schadet.
    Die Semesterferien sind grundsätzlich auch wirklich frei, was besonders gut wenn man sein KPP schon abgeleistet hat

    Zu den einzelnen Fächern noch kurz:

    Biochemie: Leider ist der Inhaber des Lehrstuhls etwas sehr auf Details versessen, ich empfehle jedem bei den Stoffwechselwegen nicht nach Verständnis zu lernen, sondern Coenzyme, Decarboxylierungen etc zu zählen. Gerne wird sich auch in Kleinigkeiten verloren wie die Oxidationszahl irgendwelcher C Atome etc.. Die Klausurfragen dementsprechend manchmal frustrierend (Problem ist dass der Dozent es nicht böse meint, er ist halt einfach kein Pädagoge, mir fällt es immer schwer ihm böse zu sein). Die Praktika sind in Ordnung, man hat meist einen oder zwei Versuchspartner, dadurch kann man sich die Versuche gut aufteilen und ist oft früher fertig.

    Physiologie:
    Vorlesungen werden aufgezeichnet und man kann sie sich dann nochmal im Internet anschauen. Viele Dozenten sind richtig gut, Fragen in den meisten Fällen aufs wesentliche Verständnis bezogen. Die Praktika für meinen Geschmack manchmal etwas zu schlecht ausgestattet, von der Durchführung her ist dann von "total nutzlos" bis "hat mir total was gebracht" alles drin.

    Anatomie:
    Gelehrt wird an Plastinaten (--> Körperwelten), man hat spezielle Objektseminare, in denen die Anatomie der relevanten Körperteile dann in Kleingruppen (ca 10 Personen) mit Dozenten demonstriert wird. Dazu gibt es noch Selbststudiumstermine, an denen die Räume mit den Plastinaten offen sind und ein Dozent + Tutoren durch die Räume gehen und fragen beantworten. Es gibt zwar im vierten Semester auch noch einen richtigen zweiwöchigen Präpkurs, der aber wirklich sehr kurz ist (man präppt nur eine Stunde pro Tag) deshalb sind die Präparate der Haupanteil des Anatomiestudiums. Finde ich eigentlich gut, weil man so über zwei Jahre hinweg, immer Anschauungsobjekte hat und auch nochmal "alte" Sachen nachschauen kann, andererseits ist der Lerneffekt für manche, wenn sie selber präppen vermutlich größer. Die Dozenten sind eigentlich alle sehr engagiert und gut, mancher mehr der andere weniger, ich persönlich habe eigentlich noch keine Beschwerden gehabt. Die Klausuren sind machbar, wenn man den Dreh wie man richtig Anatomie lernen muss raushat, und damit will ich sagen, dass es in Mannheim nicht relevant ist irgendwelche Muskeltabellen auswendig zu lernen und runterbeten zu können. Hab ich anfangs gemacht und war dann dementsprechend auch im letzten Prüfungsversuch (man hat überall drei Stück) Topographie ist das Zauberwort, auf der ist mMn nach das größte Gewicht.

    Zur Stadt:

    Naja, Mannheim halt
    Manche Gegenden seeeehr kulturell wertvoll (ich sag nur Neckarstadt West), die allgemeine Sauberkeit auf den Straßen lässt doch zu wünschen übrig (bin ich so nicht gewohnt). Die Leute wirkten auf mich anfangs doch eher schroff (komme aus Bayern), der Dialekt ist gewöhnungsbedürftig, aber man gewöhnt sich dran. Feiern ist ganz in Ordnung, Uni Mannheim gibt es ja auch noch. Die Stadt selbst ist aber nach meinem Eindruck nicht soo studentisch. Bezahlbare Wohnungen zu finden vorallem in den Stoßzeiten, ist nicht ganz so einfach, fast alles ist mit Provision. Man sollte wenn man uni- und stadtnah wohnen will nach Zimmern in Jungbusch/Quadraten (achtung Innenstadt), Neckarstadt Ost, Wohlgelegen Ausschau halten. Käfertal und Feudenheim sind zwar gut um zum Uniklinikum zu kommen, aber man kann nicht mehr zu Fuß in die Stadt reinlaufen im Notfall. Nahverkehr läuft vorallem über Straßenbahnen, das Netz ist eigentlich sehr gut ausgebaut (auch nach Ludwigshafen und Heidelberg) manche Linien fahren die ganze Nacht auch unter der Woche. Das Semesterticket kostet im Moment 138€, damit kann man im ganzen RNV umsonst fahren, einfach mal den Netzplan anschauen, der ist wirklich nicht von schlechten Eltern (fast bis nach Frankfurt, Heilbronn, ins Saarland und für Leute die aus Bayern kommen interessant, umsonst bis nach Würzburg, von dort kann man dann billig mit Mitfahrgelenheit per Bayernticket weiterfahren). Gilt auch immer ein halbes Jahr, also nicht nur in der Vorlesungszeit. Wenn man seinen Hauptwohnsitz in Mannheim anmeldet, bekommt man btw das erste Semesterticket umsonst
    Ansonsten hat man zwei große Flüsse die durch die Stadt fließen (Rhein und Neckar), was schön ist zum am Flussufer grillen z.B. aber sich auch auf das Klima auswirkt. Im Winter mild und im Sommer richtig schwül und warm. Irgendwo hab ich mal gelesen, dass das Wetter im Sommer aufgrund der Luftfeuchtigkeit nah an der Gesundheitsschädlichkeit liegt Der Odenwald ist gleich um die Ecke zwecks Naherholung.
    Dann wäre noch zu sagen, dass Mannheim, was ja BaWü ist, direkt neben Ludwigshafen (Rheinland Pfalz) und Viernheim (Hessen) liegt, was auch ganz nett ist, zwecks anderer Öffnungszeiten, Feiertage oder auch einfach mal so.

    Alles in Allem bin ich mit der Vorklinik in Mannheim sehr zufrieden und auch wenn ich es am Anfang nicht glauben wollte, freue ich mich mittlerweile jedesmal wenn ich nach Mannheim von wo anders zurückkomme. Wenn man einmal durch LU gefahren ist, weiß man halt, dass es immer noch schlimmer geht
    Von der Klinik hab ich aber ehrlich gesagt, bisher tendenziell negative Sachen gehört, also mal schauen wie es dann wird und ob ich immernoch zufrieden bin ab Herbst.

    Ich würde Mannheim aber jedem vorbehaltslos empfehlen!
    "Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten vertrauen darauf, dass es nicht erkaltet." - Peter Bamm

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  2. #262
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    danke, Inelein, für deine ausführliche erzählung



  3. #263
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    Vielen Dank, Inelein!
    Das hat mir echt viel geholfen



  4. #264
    Grinsekatze Avatar von Inelein
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    Gern geschehen, muss eigentlich lernen, da findet man immer Zeit für andere Dinge
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  5. #265
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    Ich studiere in Münster und würde die Uni auf jeden Fall weiterempfehlen. Das einzige, was etwas stört, ist die Mensa...die ist nämlicch nicht so die Bombe. Habe hier gerade was gefunden:

    http://ranking.zeit.de/che2012/de/fachinfo/36 Bürgschaften für Unternehmen

    Das Schweizer Ranking! Habe sowas auch schonmal für Deutschland gefunden, kann es aber nicht wiederfinden.



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