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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #1
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    Salù aus der Mittagshitze/pause!

    Hatte gerade ein interessantes Patientengespräch und bin noch ein wenig geplättet (nicht nur vom Wetter). Stellt euch vor, Routineuntersuchung jährlicher Check zur Evalutaion chronische Mitralinsuffizienz II durch Prolaps ams & pms. Dann beim Echo, Patient schaut mit, meldet der sich mit den Worten "LA scheint mir vergößert, wie ist den mein LVEDD, EF noch i.O.?" Ich gebe Auskunft (er hat recht LA 48mm, LVEDD 59mm also beide leicht vergrößert) und dann die Frage ab wann ich denn LVEDD/LVESD/LA kritisch groß sehen würde um zu einer MKR/MKE zu raten, würde ja jeder Arzt anders beurteilen (ist ja auch nicht gerade einfach bei asymptomatischen Patienten). Auch noch ok, ich gebe da auch meine Meinung ab. Dann EKG, Patient schaut auf den Streifen (nur flüchtig) und sagt "was halten Sie von dem präterminal negativen T in III und dem RS-Block?"

    Ich kam mir bisweilen vor als würde mein Chef mir gegenüber sitzen bei der Untersuchung - der Patient kannte so ziemlich alles zu seinem Krankheitsbild MI II bei MKP, alle Studien, alternative OP-Methoden, Statistiken etc. Da steht man ggf. seltsam da. Nebenbei bemerkt, es war kein Mediziner, sondern ein BWLer Mitte dreißig.

    Hattet ihr auch schon solche "Fachleute" unter den Fingern, also nicht mit Pseudo-Halbwissen, sondern wirklichem Fachwissen ggf. zu dem Krankheitsbild mehr als ihr selbst?

    Kühlende Grüße!
    Mical



  2. #2
    Welpe Avatar von Stephan0815
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    Schlicht und einfach nö.
    Mit Halbwissen allenfalls, aber jemand, der das sofort blickt und auch noch richtig liegt oder gar besser, als man selbst? Das ist wohl der eine Patient für die Statistik, den du da beschreibst.



  3. #3
    Es gibt Studien, ... Avatar von Bille11
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    ich nehme mal an, dass dieser patient auf seine art und weise ein fachidiot ist. jemand, der mit viel liebe zum detail und viel einsatz, sowie (über)durchschnittlicher intelligenz und durchhaltevermögen, ausserordentlich viel interesse die aktuelle fachliteratur aufgearbeitet hat, sowie praktisch orientiertes in dem thema gelesen hat..

    ich sage mir - wenn ich solchen begegne - dass ich 13 semester studiert habe & 3 berufsjahre hinter mir habe, eine breite basis und ein mehr oder minder gefächertes spezialwissen habe.. da kann der patient gerne mehr zu einer speziellen thematik wissen. NACHLESEN kann ich auch. stets korrekt reagieren und allgemein, sowie ausreichend speziell bescheid wissen ist die kunst, die du im studium und assistenzarztzeit erlernt hast/haben solltest.
    harmlos, naiv & unschuldig.
    Gut bekannt mit lauter ehemaligen Chorknaben.

    "Leben ist nicht genug", sagte der Schmetterling.
    "Ich brauche Sonne, Freiheit
    und eine kleine Blume."



  4. #4
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    Ich hab' ihn natürlich gefragt wo er das EKG lesen gelernt hat, denn ich sehe nicht aus 1m Entfernung beim flüchtigen drüberschaun ob jemand ein terminales oder ein präterminales T hat. Beim Echo halte ich es auch nicht für sooo einfach zu erkennen ob jemand gerade noch im Normbereich ist also hier LVEDD <56mm, LA <40mm oder wie hier 3 bzw. 8mm drüber ohne es zu messen! Das mit dem EKG klärte sich schnell auf, er hat sich eins gekauft und sich das EKG lesen mit Fachliteratur und EKG Streifen aus der Praxis selbst beigebracht, einfach so, weil er es interessant fand. Beim Echo rätsel ich noch muss ich ihn nächstes Jahr mal fragen.

    Insgesamt empfand ich das ja gar nicht unbedingt unangenehm in der Situation - nur befremdlich, wenn man sich dann mit einem nicht-Mediziner auf der gleichen Ebene unterhalten kann wie mit einem Kollegen bzw. noch Hinweise auf Studien bekommt, die vor einer Woche veröffentlicht wurden. Ist aber doch eher selten, dass sich jemand so mit seinem Befund auseinandersetzt - wenn es was existentielles wäre, könnte ich es ja noch nachvollziehen, aber die Diagnose ist ja nun nicht kritisch.



  5. #5
    LA
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    Hochkompetente ProstataCa-Patienten sind auch ein richtiger Spass.



    Es gibt einige, die sich jahrelang mit Hormontherapie beschäftigt haben, alle möglichen Kombinationen kennen und von 3-facher Blockade schwärmen. Sie haben meistens Excel-Tabletten mit Diagrammen zum PSA-Verlauf, die sie regelmässig zu Hause pflegen und dokumentieren jeden Furz.
    Dann gibt's noch die "Ingenieuren-Physiker-Fraktion", die alle technische Details von Bestrahlungsgeräten kennen und über Protonentherapie, IMRT, IGRT & Co Referate halten.
    Abschliessend noch die "Ernährungs-Fraktion", die jedes Lebensmittel kennen was PSA senkt und vormittags den Leinsamen-Grapefruit-Granatapfel-Wundersaft trinken, damit der PSA im Keller bleibt.

    Meine Meinung:
    Je länger eine Erkrankung läuft, desto besser kennen sich die Leute damit aus.
    In God we trust, all others must have data.



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