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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #206
    Endgegner besiegt Avatar von WackenDoc
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    Zwischen desorientiert/nicht in der Lage am normalen Straßenverkehr teilzunehmen (dazu gehören auch Fussgänger) und Eigengefährdung ist ja nochmal ein Unterschied. Wenn jemand so desorientiert ist, dass er vor nen Bus läuft, wird der Richter wohl auch nicht seinen Segen geben.

    "Dran" ist im Zweifel sogar gar niemand. Wie immer ist eine sehr ausführliche Dokumentation wichtig. Je strittiger irgendwelche Entscheidungen, umso detaillierter.
    This above all: to thine own self be true,
    And it must follow, as the night the day,
    Thou canst not then be false to any man.
    Hamlet, Act I, Scene 3



  2. #207
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    Wenn Du einen Unterbringungsantrag stellst und der Richter genehmigt diesen nicht, bist Du aus der Verantwortung raus. In dem Moment wäre ja eine weitere Zurückhaltung des Patienten Freiheitsberaubung. Außer, es hat sich zwischen Anhörung und Entlassung des Patientin nochmal irgendwas grundlegendes verändert am klinischen Zustandsbild.



  3. #208
    Endgegner besiegt Avatar von WackenDoc
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    Der Knackpunkt ist ja meist nicht Orientierungslosigkeit, sondern Einsichtsfähigkeit und das Ausmaß der Selbstgefährdung.

    Wir hatten in der Stadt ne Weile eine Dame, die auch bei kalten Temperaturen barfuß und nur mit Rock und Poloshirt bekleidet durch die Gegend gezogen ist. Hat irgendwas von Jesus erzählt (evtl. religiöser Wahn). Einige besorgte Mitmenschen haben den RD gerufen, aber die konnten nicht viel machen. Letztendlich wurde der Kontaktbeamte der Polizei los geschickt. Ein Problem war nämlich, dass durch die Aktion der Notruf blockiert war. Machen konnte man nichts. Begründung: sie merkt ja, dass es kalt ist und geht deswegen immer wieder in die Geschäfte um sich etwas zu wärmen. Ist ein freies Land und wenn sie so durch die Gegend laufen will, kann sie das gerne tun. Sie stand wohl auch schon öfter vorm Betreuungsrichter und der hat entschieden, dass das ausmaß der Selbstgefährdung nicht ausreicht für ne Einweisung. Später hat sie wohl immer wieder bei Leuten geklingelt und sie belästigt und dann ist sie irgendwie verschwunden.

    Dafür hab ich eine Einweisung durch bekommen bei einer älteren Dame im Altersheim, die nicht verstanden hat, warum sie ihre Medikamente gegen Herzinsuffizienz nehmen soll. Also schlichtweg den Zusammenhang zwischen der zunehmenden Dyspnoe und der erforderlichen Medikamenteneinnahme nicht verstanden. Das blöde war, dass sie noch nicht soo dyspnoeisch war, dass eine akute Gefahr für Leib und Leben gegeben war, für wildes Rumzetern hat´s noch gereicht. Und die Pflege halt am Ende mit ihren Nerven. Betreuer am WE natürlich nicht erreichbar. Der Richter hat´s dann abgesegnet. Die aufnehmende Klinik war dann total begeistert. Man kann nämlich nach PsychKG nur in geschlossene psychiatrische Einrichtungen einweisen, nicht auf internistische Stationen (zumindest in dem Bundesland).
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  4. #209
    Endgegner besiegt Avatar von WackenDoc
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    Achso- in dem Fall mit der Desorientierung bleibt zu hoffen, dass es im Zweifel Passanten auffällt, bevor derjenige vor den Bus läuft und die den Notruf wählen. Dann hat man neue Anhaltspunkte und muss den Richter neu entscheiden lassen.
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  5. #210
    Toastbrot im Regen
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    Hallo liebe psychiatrische Kollegen, hat von euch/ eurem Bekanntenkreis jemand Erfahrungen mit außerklinischer/"patientenferner Tätigkeit? Ich frage für einen Facharzt, der sehr engagiert, aber auch müde ist von seiner Tätigkeit in der Akutpsychiatrie ist und gerade nach Alternativen schaut.



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