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Aktive Benutzer in diesem Thema

  1. #11
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    Zitat Zitat von davo Beitrag anzeigen
    Wenn man schon den Teufel an die Wand malen will, dann darf man auch nicht die möglichen Implikationen der automatisierten Psychotherapie, der Tele-Psychotherapie, und des approbierten Psychotherapeuten, der u.U. auch Psychopharmaka verordnen wird dürfen, vergessen
    Selten so einen Unfug gelesen. Tele-Psychotherapie kann für einen sehr begrenzten Personenkreis mit sehr umschriebenen Indikationen infrage kommen. Das meiste, was fundierte Psychotherapie leistet, ist nur in der direkten persönlichen Interaktion möglich.
    Und Psychopharmaka werden Psychologen oder primär universitär ausgebildete Psychotherapeuten nie verordnen werden. Psychopharmaka sind nicht nur SSRI (obwohl auch die exakte Indikationsstellung und Abwägung von Risiken bedürfen). Aber glaubst du wirklich, dass Medis wie z. B. Carbamazepin mit hohem Interaktionpotential, Clozapin mit der Gefahr schwerster internistischer Nebenwirkungen, zahlreiche Neuroleptika mit Krampfpotential, Lithium mit der Gefahr schwerer Nierenschäden oder das hochwirksame Tranylcypromin mit der Gefahr tötlicher Blutdruckentgleisung bei Nichteinhaltung von Diätvorschriften von Nichtmedizinern verordnet werden bzw. dass irgendein verantwortungsvoller Nichtmediziner dafür die Verantwortung übernehmen möchte?



  2. #12
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    Nicht-chirurgisch: Weniger chirurgisch als Neurologie geht es kaum. Ist zwar ein großes Fach und die Vergütung ist besser als in Psychiatrie, jedoch nicht ganz auf Radiologie-Niveau natürlich.

    Spontane Alternativen: Was ist mit Pathologie? Ist gefragt, hat einen minimalen chirurgischen Anteil bei Obduktionen?
    Sonst...naja, Allgemeinmedizin, Pädiatrie?
    Ja, Neurologie ist im weitesten Sinne auch im "Rennen", allein wegen des Psychjahres ist es auf meinem Schirm, wobei ich glaube, dass es nochmal 'ne Ecke stressiger ist und wirklich ein Riesenfach ist. Wie die Situation als Niedergelassener ist, weiß ich leider gar nicht. Denkst du es ist besser um Neurologiepraxen bestellt, als um Psychpraxen. Einerseits hinsichtlich des Klientels/Fälle als auch von der Entlohnung? Bei den ganzen Statistiken, die ich zu dem Thema gefunden habe, wurden meist Psychiatrie und Neurologie als gemeinsamer Punkt aufgeführt, und das wie gesagt meist ganz hinten in der Liste.

    Zu den von dir genannten Alternativen: Von der Theorie her treffen sehr viele meiner Ansprüche an's Fach auf Patho zu, leider ist es mir dann runtergebrochen dann doch zu mikroskopielastig. Aber danke für die Idee, auch Ausschließen von Fächern hilft mir momentan (auch wenn wirklich viele meiner Wünsche an's Fach gepasst hätten!) Pädiatrie kann ich ausschließen, ist einfach nicht meins. Allgemeinmedizin ist auch auf meiner Liste, wobei es mir bei dem Fach davor graut komplett in der "Unimühle" der Inneren unterzugehen. Ist vielleicht eine Fehlinterpretation meinerseits, aber die Kollegen im PJ in der Inneren, die eigentlich Allgemeinmedizin machten, wirkten extremst gestresst, wie eben die Innere so ist Wobei ich glaube, dass es "nur" 2 Jahre sind die man in der Klinik machen muss, wobei ich mich aber ehrlichgesagt damit noch nicht wirklich beschäftigt habe- sollte ich vielleicht mal tun? Danke für die Vorschläge!

    Ist das nicht maßgeblich eine wirtschaftliche Konsequenz? Dort, wo Unternehmen investieren wollen, wird's raschere Veränderung geben. Aber das ist ja auch das spannende an der Radiologie, die Nähe zur Technik und deren Neuerungen. Ja, keiner weiß wie's in 20 Jahren sein wird.
    Ja, gebe ich dir Recht, wobei das glaube ich ein Henne/Ei Problem ist: In der Radiologie kann man gut verdienen, also wird investiert. Zudem ist es ein wirklich junges, technisches Fach, was dazu führt, dass es schnelle und viele Entwicklungsschritte gibt.

    Und Psychopharmaka werden Psychologen oder primär universitär ausgebildete Psychotherapeuten nie verordnen werden. Psychopharmaka sind nicht nur SSRI (obwohl auch die exakte Indikationsstellung und Abwägung von Risiken bedürfen). Aber glaubst du wirklich, dass Medis wie z. B. Carbamazepin mit hohem Interaktionpotential, Clozapin mit der Gefahr schwerster internistischer Nebenwirkungen, zahlreiche Neuroleptika mit Krampfpotential, Lithium mit der Gefahr schwerer Nierenschäden oder das hochwirksame Tranylcypromin mit der Gefahr tötlicher Blutdruckentgleisung bei Nichteinhaltung von Diätvorschriften von Nichtmedizinern verordnet werden bzw. dass irgendein verantwortungsvoller Nichtmediziner dafür die Verantwortung übernehmen möchte?
    Sehe ich genauso, eine Medikamtenanordnung ohne ärztliche Approbation sehe ich auch als sehr unwahrscheinlich an. Aber man will vielleicht nicht nur noch als "Pillenverschreiber" arbeiten wenn man sich als Facharzt niederlässt- aber nichts anderes bleibt einem momentan wirtschaftlich übrig, wenn man sieht was man für eine Stunde Psychotherapie laut Gebührenordnung bekommt.



  3. #13
    head & shoulders Avatar von tarumo
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    ich greif das nochmal auf:
    -die Psychologen und Psychotherapeuten haben unlängst festgelegt, das angedachte Recht auf Medikamentenverordnung NICHT haben zu wollen. Die kennen eben die Risiken. Als Resultat bleiben einem niedergelassenen Psychiater dann nur die schweren, chronischen und teuren Fälle, während die in anderen Fächern üblichen "Verdünnerscheine" (wäre hier z.B. die 17jährige mit Liebeskummer) entfallen. Somit ist der Regress dann sicher und nur völlig Ahnungslose werden sich in eine Niederlassung stürzen. Btw. finanzieren die Banken weder in dem einen noch dem anderen Fach eine Niederlassung im GKV-Sektor- das dann wiederum dazu führt, daß die Praxen bei anstehenden Investitionen o.ä. dann eben aufgekauft werden können/müssen.
    -ich kenne dazu keine Zahlen, es wäre mir aber neu, daß irgendwelche Fachrichtungen wegen dem technischen Fortschritt aufgegeben werden mussten. Früher haben die Operateure ihr Röntgen (und ihre Narkose) selbst gemacht, dann kam die Radiologie, aus der sich die Strahlentherapie und die Nuklearmedizin entwickelt haben, in 10 Jahren haben wir dann den Schnittbilddiagnostiker und den FA für Interventionsradiologie, und in 30 Jahren vielleicht irgendwelche Verfahren, die wir noch gar nicht kennen. Insgesamt geht doch die Zahl der Stellen nur stetig nach oben und außer dem FA für Rassemedizin gibt´s doch alle Fächer " von früher" noch bzw. sind über hundert dazugekommen. Lasse mich aber gerne eines anderen belehren.
    "An allem Unfug, der geschieht, sind nicht nur diejenigen schuld, die ihn begehen, sondern auch die, die ihn nicht verhindern"
    Erich Kästner, "Das fliegende Klassenzimmer"



  4. #14
    head & shoulders Avatar von tarumo
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    Zitat Zitat von rafiki Beitrag anzeigen
    Selten so einen Unfug gelesen. Tele-Psychotherapie kann für einen sehr begrenzten Personenkreis mit sehr umschriebenen Indikationen infrage kommen. Das meiste, was fundierte Psychotherapie leistet, ist nur in der direkten persönlichen Interaktion möglich.?
    Leider ist dieser Unfug überhaupt nicht spaßig, sondern wird allen Ernstes von interessierter Seite der Bevölkerung als Trostpflaster für nicht verfügbare ambulante Termine offeriert. Gibt genug Pressemeldungen dazu. Leider hat man übersehen, daß auch für Ärzte und PT der Tag nur 24 Stunden hat und wohl keiner in einer leeren Praxis rumsitzt und auf eine Möglichkeit zur Videokonsultation wartet. Vermutlich ist dann der zweite Schritt, das ganze in ein Callcenter nach Bangalore oder Mumbai abzugeben (DAS wird dann lustig). Gesetzlich wäre es wohl zulässig, gemäß der obligatorischen Minimalversorgung nach SGB V, und der vorherige Gesundheitsminister von NRW fiel ja auch mit der Aufforderung auf, die Patienten sollten bitte Fremdsprachen lernen, um die Ärzte zu verstehen. Übrigens gib/gab es auch Kassen (nachzulesen bei Renate Hartwig), die Millionen in die telefonische Fernbetreuung von Diabetikern durch Callcenter (ungewünschte Anrufe zum Lebenswandel etc.) investiert haben. Im Gegenzug spart man halt bei den Teststreifen , oder beim Insulin (Lantus z.B.)
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  5. #15
    head & shoulders Avatar von tarumo
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    Zitat Zitat von semper_apertus Beitrag anzeigen

    Das Problem was ich mit der Radiologie habe ist: Ist sie evtl. in 10-15 Jahren "obsolet", bzw. auf ein Minimum an Stellen reduziert? Man hört ja jetzt schon, dass teilweise Bilder per Telemedizin in Indien befundet werden. Im weiteren Verlauf dann sogar vielleicht komplett durch intelligente Software bzw. AI ersetzt, und 1-2 Kollegen die das Ganze absegnen. Dazu im krassen Gegensatz steht die Tatsache, dass die Radiologie als eines der wenigen Fächer mehr Berufseinsteiger hat, als Kollegen die in Rente gehen. Daher evtl. in paar Jahren das "große Aufwachen"?
    Hast Du da belegbare Zahlen dazu? Soweit ich das überblicken kann, leiden viele Radiologien unter Personalmangel. Die arbeitsintensive Großgerätediagnostik wird immer mehr und die Geräte immer schneller, die manpower kann da bei weitem nicht mehr mithalten. Da es natürlich grundsätzlich mehr Stellen für Internisten gibt, ist deren Stellenteil im DÄB halt einfach dicker. Zum Vorteil gereichen aktuell den Radiologen auch diese Regelwerke a la Strahlenschutzfachkunde, die recht zuverlässig die (erfahrene) Konkurrenz aus dem Ausland "kleinhalten" (selbst ein Harvard - Radiologieprofessor hätte hier keine FK und müßte sich die über Jahre erarbeiten) und natürlich recht hohe Sprachhürden mit dem gewissen "Fachjargon".
    Das Thema "Automation" kommt alle paar Jahre hoch und wird im wesentlichen von zwei Kreisen gestreut:
    -Technik-Nerds, die zwar von Technik, aber nicht von Medizin und juristischen Feinheiten eine Ahnung haben. Radiologie ist eben nicht nur das Auffinden von einem pathologischen Befund (das schafft auch eine erfahrene MTRA oder ein Student nach Training).
    -zweitens von interessierten Kreisen, wenn es um Lohndrückerei geht ("seht her, deren Arbeit kann auch ein Automat machen, und trotzdem wollen sie mehr Geld") - bei jedem Lokführerstreik sehr gut zu beobachten.
    Letztendlich machen beide Fraktionen die Rechung einfach ohne den Wirt. Die Technik, Flugzeuge ohne Piloten von A nach B zu bekommen, existiert im Prinzip schon seit dem Zweiten Weltkrieg. Daß es überhaupt (meistens) gutbezahlte Piloten gibt, ist u.a. der Tatsache zu verdanken, daß die wenigsten Passagiere ein Flugzeug ohne Piloten besteigen würden, und Versicherungen das (für die Großluftfahrt) auch nicht goutuieren würden. Also bleibt´s bei militärischen Anwendungen und "low-risk" Dingen wie ein paar Pakete auf eine Alm oder eine Halling zu fliegen. Und in der Medizin ist das ganz genauso.
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