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Welches Wahlfach im PJ?

Nach zehn Semestern eine Entscheidung treffen

MEDI-LEARN Redaktion

 

Letzte Klausuren, Informationsveranstaltungen, Klärung der Formalitäten für das Praktische Jahr, wenn das Studium sich nach zehn Semestern dem Ende neigt, gibt es viel zu tun. Und es stellt sich die Frage, in welchem Fach du dein Wahltertial absolvieren möchtest. Wenn du bereits deine Traumfachrichtung gefunden hast, herzlichen Glückwunsch! Solltest du dir aber auf der Suche nach einer Antwort den Kopf zerbrechen, können dir die folgenden Überlegungen und Denkanstöße möglicherweise bei der Entscheidungsfindung helfen. Die Qual der Wahl bleibt allerdings bei dir.

Interessiert sich ein späterer Chef dafür, mit welchem Fach du dein Wahltertial verbracht hast? Könnte ein anderer Bewerber vorgezogen werden, gerade weil er das entsprechende Fach im Wahltertial kennengelernt hat? Die Befürchtung mag gerechtfertigt erscheinen. Allerdings kann es genauso gerechtfertigt sein, dich nach dem Wahltertial ganz bewusst für eine andere Fachrichtung zu bewerben. Eine gute Begründung überzeugt einen skeptischen Personalchef ohne Weiteres.

Ein wichtiger, aber nicht im Ganzen vorhersehbarer Aspekt ist das Arbeitsklima auf der Station. Schließlich kann die interessanteste Fachrichtung der Welt nicht über einen rauen Umgang oder fehlende Anleitung hinweg trösten. Gibt es Arbeitszeitregelungen, sind die Kollegen nett, wie selbständig darfst du als PJler arbeiten und wofür bist du überhaupt zuständig, gibt es PJ-Unterricht, der Katalog ist vermutlich erweiterbar. Die von Kommilitonen bereits gemachten Erfahrungen können hilfreich sein, sind aber nicht immer der Weisheit letzter Schluss. Dennoch lohnt sich ein Blick beispielsweise in die Klinikwahrheiten auf den MEDI-LEARN Webseiten.
Ausgangspunkt verschiedener Überlegungen ist dein eigenes Interesse an einem Fach. Es mag verlockend erscheinen, dir dein Wahltertialfach nach dem dazugehörigen Lernaufwand auszusuchen – Pädiatrie ist deutlich umfangreicher als Urologie. Allerdings wäre dann zu bedenken, ob du dich für ein Fach motivieren kannst, das dich nicht besonders interessiert. Immerhin arbeitest du vier Monate in diesem Fach und musst dabei jede Menge Inhalt für die Prüfung lernen. Ganz ähnlich sieht es aus, wenn du mit dem Gedanken spielst, dich einfach an einen langjährigen Lernpartner zu hängen. Wenn seine größte fachliche Leidenschaft dich kalt lässt, könnte das gemeinsame Lernen anstrengend werden.

Wenn du dir gut vorstellen kannst, später einmal in die Chirurgie zu gehen, liegt ein zweites Chirurgie-Tertial nahe. Was aber, wenn du dir keine weiteren vier Monate hakenhaltend im OP vorstellen kannst? Nun, es lässt dich sicherlich nicht ungeeignet sein, wenn du dich für ein rückenfreundlicheres Fach entscheidest. Selber operieren ist aufregend und interessant, acht Monate Haken halten ist anstrengend und macht nicht unbedingt jedem Spaß. Zudem kann es nicht schaden, einen Blick über den Tellerrand zu werfen.

Wahrscheinlich ist die Entscheidung einfacher, wenn du ein besonderes Lieblingsfach hast oder dich für einen Bereich deutlich mehr interessierst als für andere. Gleichzeitig gehört zu einem gelungen Tertial ja doch mehr als befriedigtes Fachinteresse. Ein bisschen Glück ist also meistens mit dabei. Verzweifeln brauchst du aber nicht, wenn du dich mit der Wahl des „richtigen Fachs“ schwer tust. Interessante Erfahrungen kannst und wirst du unabhängig von der Fachrichtung machen. Und das ist selten falsch.